Doku-Podcasts – Journalismus mit Sucht-Potenzial

Shownotes

Live-Folge vom b future Festival am 2. Oktober in Bonn

Khesrau Behroz verwandelt journalistische Recherchen in Geschichten mit Sucht-Potenzial. Seine mehrteiligen Doku-Podcasts machten ihn zu einem der erfolgreichsten deutschen Podcaster – obwohl oder gerade weil er kein gelernter Journalist ist.

Sein erster großer Erfolg war 2021 eine sechsteilige Serie über den rbb-Moderator und späteren Verschwörungsideologen Ken Jebsen, „Cui bono: WTF happened to Ken Jebsen?“

Als Podcast-Host müsse man sich das Vertrauen des Publikums erst verdienen, findet Khesrau. In dieser Live-Aufzeichnung vom b future Festival in Bonn erzählt er, warum Journalismus mehr Menschen erreicht, wenn er moralischen Furor vermeidet, und warum er traurige Momente nie mit getragener Geigenmusik unterlegen würde. Aber es geht auch darum, was am Podcast-Boom nervt: Dramatisierungen, Cliffhanger und Hosts, die am liebsten von sich selbst erzählen.

Gast & Host

Khesrau Behroz ist Autor, Host und Produzent von preisgekrönten und erfolgreichen Doku-Podcasts, über den Fußballspieler Mesut Özil, den YouTuber Drachenlord und das Justizopfer Amanda Knox und viele andere. Geboren wurde er 1987 in Kabul, aufgewachsen ist er in Kassel. 2021 gründete er die Produktionsfirma Undone. Für seine Podcasts kooperiert er auch mit öffentlich-rechtlichen Sendern wie der ARD.

Annika Schneider ist Redakteurin bei Übermedien und überzeugte Optimistin. Das Radiomachen und Podcasten hat sie als Moderatorin, Autorin und Planerin beim Deutschlandfunk gelernt.

Feedback und Hinweise jederzeit gerne an annika@uebermedien.de oder über Instagram, BlueSky oder Mastodon.

Zum Weiterlesen

Über Übermedien

Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus hat, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter. Mehr dazu auf uebermedien.de.

Redaktionelle Abnahme: Lisa Kräher, Musik: Alexander Graf

Transkript anzeigen

00:00:00: Podcaster suchen ganz gerne Podcastgold.

00:00:03: Das ist mir zumindest öfter begegnet, was ist Podcastgolt in zwei Sätzen?

00:00:08: Wir sagen mal Audio-Gold dazu und Audio-Gold ist wenn man sich für ein Thema eine Geschichte entscheidet oder findet die besonders viel Audio hergibt entweder durch wahnsinnig viele Archivmaterialen oder durch eine Geschichte die über Jahrzehnte geht und hat viel Material aus dem man schöpfen kann.

00:00:24: Die Kenyapsengeschichte ist so eine Audio Goldgeschichte weil der Typ halt wirklich ... wieviel die jeden Tag irgendwas gesendet hat.

00:00:30: Und dann hatte er dieses Material, aus dem man irgendwie schöpfen

00:00:32: kann.".

00:00:33: Ah!

00:00:33: Ich dachte dabei ging es um so einzelne Momente wo was passiert?

00:00:37: Das dachte ich mir jetzt beim Podcast gerade...

00:00:38: Ja da haben wir einen anderen Begriff für bei uns.

00:00:42: Der Moment der Wahrheit.

00:00:43: So moment of truth.

00:00:44: also dass du im Grunde in diesen Geschichten, in diesen Gesprächen immer so ein Moment merkst, wo du denkst ah jetzt hat's geknackt.

00:00:51: Jetzt habe ich etwas, das ich benutzen kann für meine Geschichte und für die Dramaturgie auch.

00:00:57: Hi, ihr seid hierbei Nice und Nötig.

00:00:59: Dem Podcast für gute Ideen von Übermedien!

00:01:03: Ihr habt's wahrscheinlich am Sound schon erkannt – das ist eine besondere Folge, eine Liveaufzeichnung.

00:01:09: Ich war am zweiten Oktober beim Be Future Festival.

00:01:12: Das ist ein Festival für konstruktiven und besseren Journalismus in Bonn drei Tage lang mitten in der Stadt und im Publikum saßen ganz verschiedene Menschen, manche aus der Medienbranche andere aber auch gar nicht.

00:01:26: Auf der Bühne saß ich mit meinem Gast Cashrauberos, Host, Autor und Produzent von sehr erfolgreichen Doku-Podcasts.

00:01:35: Es geht in seinen Projekten um sehr komplizierte große Themen aber die werden sehr unterhaltsam erzählt und deshalb habe ich mich gefragt ob Journalismus in Zukunft einfach so klingen

00:01:46: muss

00:01:47: um Leute zu erreichen.

00:01:49: oder anders gefragt retten Doku Podcast gerade den Qualitätsjournalismus?

00:01:58: Ich lad mir in diesen Podcast Menschen ein, die was richtig Gutes auf die Beine stellen und zwar für Medien, für Journalismus aber am Ende dann für uns alle.

00:02:07: Und heute ist das Cashraw-Beros!

00:02:10: Eine Kollegin hat ihn mal den Steven Spielberg der Podcastbranche gelandet.

00:02:15: Jagoda Marinit war das?

00:02:16: Ach ja, sie ist sehr nett.

00:02:20: Danke Jagoda.

00:02:22: Du bist vor allem mit einem Podcast sehr bekannt geworden, im Mitte der Pandemie.

00:02:26: Ich erinnere mich auch noch wie ich in der Küche stand und das gehört habe über Kenyepsen den Radiomoderator vom RBB, der dann irgendwie angefangen hat Verschwörungsmythen zu verbreiten und da immer weiter reinzuleiten.

00:02:38: Qui Bono what the fuck happened to Kenyepsen?

00:02:41: Wer hat denn gehört?

00:02:44: Viele aber nicht alle!

00:02:47: Für die, die es nicht gehört haben, sag ich auch noch mal dazu was denen so besonders gemacht hat.

00:02:51: Das Thema traf natürlich einen Nerv in der Pandemie.

00:02:54: aber vor allem war's wie diese Geschichte erzählt wurde.

00:02:57: das war irgendwie ein Feuerwerk von Eindrücken.

00:03:00: also es waren nicht einer dieser Podcasts was man ja oft unter Podcast versteht wo sich zwei oder drei Leute übern Thema unterhalten.

00:03:07: Darum geht es heute überhaupt nicht, sondern es geht um so mehrteilige Serien in dem Fall sechs wo man zugeballert wurde mit Original-Tönen.

00:03:16: Mit extra komponierter Musik, mit Geschichten und Seitenanektoten.

00:03:21: also das ganze war dann so spannend dass man einfach immer weiter hören musste.

00:03:26: Also mir ging das so und ich glaube

00:03:27: auch

00:03:28: vielen anderen.

00:03:29: Du hast ja eben noch viel mehr dieser Doku-Podcasts gemacht.

00:03:32: Zum Beispiel über den Fußballspieler Mesut Özil, ein Podcast über das Einwanderungsland Deutschland der letzte dann über Luigi Mangione einen US Amerikaner, der dafür gefeiert wurde dass er einen Boss von einer US Krankenversicherung erschossen hat.

00:03:47: und das muss ich auch noch kurz erwähnen.

00:03:49: du gehörtest zu dem Team das vor ein paar Jahren zufällig bei einer Recherche Hinweise auf die RAF-Terroristin Daniela Klette fand, die mutmaßliche RAF Terroristin, die gesucht wurde und die kurz danach festgenommen wurde.

00:04:03: Das warst auch du falls sich jemand an diese Geschichte erinnert?

00:04:06: Sorry!

00:04:07: Wieso

00:04:08: sorry?!

00:04:09: Ja haben sie ja ein paar Leute drüber geärgert.

00:04:12: Warum?

00:04:14: Also vor allem ich meine wir sind in Berlin jetzt in Kreuzberg da gab es teilweise Schmierereien auch in unseren Büros kann sich vorstellen, wer sich darüber geärgert hat.

00:04:23: So Free Daniela Kletter und so weiter.

00:04:25: Das bisschen Ärger haben wir auch schon dafür bekommen.

00:04:27: Wobei man natürlich auch festhalten muss ist es nie ganz klar geworden ob euer Podcast der Hinweis war... Wir

00:04:32: sind nicht die Polizei aber ich glaube Leute kriegen das irgendwie dann durcheinander und wir waren dann irgendwie so die Schuldigen.

00:04:38: Okay gut haben wir das auch schon abgehandelt?

00:04:41: Was ich noch sagen wollte, ist dass der Grund warum ich heute mit dir vor allem reden will.

00:04:45: Ist weil man ja gerade den Eindruck hat Journalismus is immer mehr Social Media Schnipsel und Leute haben überhaupt keine Aufmerksamkeitsspanne mehr.

00:04:51: Und dann schaffst du das irgendwie das leute stundenlang komplizierten Geschichten folgen und Recherchen zuhören?

00:04:57: Das kann sehr gut sein.

00:04:58: inzwischen gibt es sehr viele von diesen Podcasts.

00:05:00: Es kann aber auch sehr nervig sein.

00:05:02: Ich bin da ein bisschen leidgeplagt manchmal und um all das soll's heute gehen.

00:05:07: Wir wollen also auch darüber reden wie sehr du Geschichten zurechtbiegen musst.

00:05:12: Damit du sie so erzählen kannst, wie du sie erzählst und was passiert wenn man alle möglichen Themen in so sechs oder acht Folgen packt und hochdramatisch mit Wendepunkten irgendwie erzählen will?

00:05:24: Ich bin Annika Schneider, Redakturin beim Online-Magazin über Medien.

00:05:28: wir machen Medienkritik.

00:05:29: fünf Menschen sind wir.

00:05:31: Wir sind komplett unabhängig von Anzeigen von Sponsoring weil wir eine sehr tolle Community haben die uns finanziert.

00:05:37: deswegen können wir ganz frei Darüber meckern, was im Journalismus falsch läuft.

00:05:42: Und in diesem Podcast widme ich mich ausdrücklich den Sachen die gut laufen weil ich bin überzeugte Optimistin und deswegen ist das hier nice und nötig.

00:05:51: der Podcast für gute Ideen von Übermedien

00:05:54: Ich bin übernennend habe ich ja schon gesagt.

00:05:57: Für alle die das nicht haben es lohnt sich gibt nicht viel guten Medienjournalismus.

00:06:02: kritischen Medienjournalismus in Deutschland und über Medien macht das sehr gut.

00:06:05: Dafür hab' ich dir so eben die Kohle ausgegeben.

00:06:11: Wer kennt über Medien?

00:06:12: Ich muss das einmal kurz vor noch fragen.

00:06:14: Mehr Leute als die Kanjepsen gehört haben auf jeden Fall.

00:06:18: So,

00:06:18: eins zu null für mich!

00:06:20: Zack Tritt gegen Sego.

00:06:22: Ich hoffe ich verrate jetzt kein Geheimnis wenn ich sage du bist neun dreißig Jahre

00:06:25: alt.

00:06:27: Ja

00:06:27: weiß ich... Und direkt das nächste dahinter, du bist kein gelernte Journalist.

00:06:33: Ich habe dich im Vorgespräch gefragt was du eigentlich gemacht hast bevor du angefangen hast Doku Podcast zu machen und du hast sowas gesagt.

00:06:38: wie ja frag ich mich auch.

00:06:41: Also ich hab mitgenommen Du hast irgendwie Literatur- und Kommunikationswissenschaften studiert.

00:06:45: Das

00:06:45: ist ein sehr gut formulierter Satz!

00:06:46: Ich hab irgendwie Literaturen und Kommunikationswissenschafts studiert.

00:06:50: Ja ich hab hier auf meinem... Jede

00:06:51: Person die Literatur studiert Studiert irgendwie Literatur.

00:06:54: Ich stehe nicht extrem engagiert.

00:07:00: Im Studium?

00:07:01: Ja,

00:07:02: das habe ich aus dem Podcast mit dir gelernt.

00:07:03: Irgendwie.

00:07:04: Mit Ratur studiert.

00:07:05: Genau.

00:07:05: und dann bist du aber plötzlich in diesem Podcastprojekt gelandet Kenyepsen Du hast vorher ein bisschen was zu tun gehabt mit einem Gesprächspodcast so in der Vorbereitung.

00:07:14: Aber das war so deine erste journalistische Recherche.

00:07:16: Das

00:07:16: war meine erste journalistisch, also größere journalistische Arbeit.

00:07:19: ja.

00:07:19: Und jetzt habe ich mich gefragt, bist du in die nächste Uni BIP gegangen und hast dir zehn Einführungswerke in die journalistische Recherche ausgenommen?

00:07:26: Hast du zehn Freunde angefangen auf die Journalisten sind oder hast du einfach losgemacht?

00:07:30: Einfach gemacht.

00:07:31: Nee, ich hab weder Journalismus studiert noch habe ich irgendwelche Nachhilfekurse dann gemacht.

00:07:38: Noch an irgendwelchen Workshops teilgenommen.

00:07:39: Ich bin so ein bisschen durchs Feuer gegangen.

00:07:42: Also ab ins kalte Wasser.

00:07:44: Das klingt so als hätte es auch weh getan!

00:07:46: hat ein bisschen weh getan.

00:07:49: Man probiert sich da so ein bisschen durch, ich bin schon auch so ein Autodidakt auch ein bisschen und ich war ja muss man immer wieder sagen und nicht vergessen von sehr guten Journalistinnen auch umgeben auch Kolleginnen die mit recherchiert haben, die mit mir zusammen auf dem Podcast gestaltet haben Pascal Müller beispielsweise, der eine sehr tolle Journalistin ist und mit der ich unbedingt zusammenarbeiten wollte, weil ich ihre Arbeit kannte.

00:08:13: Und dann war sie da.

00:08:14: Darum hat das mit uns gemacht.

00:08:15: und so ein Museum zum Beispiel also alles Leute die journalistisch schon vieler Fahner waren als ich und die mir da auch natürlich ein bisschen noch die Hand gehalten haben.

00:08:25: Mich nervt es ja manchmal so ein bisschen wenn Journalisten so tun, als wäre das was sie tun?

00:08:29: Das totale Zauberwerk!

00:08:31: Weil am Ende ist es Sachen rausfinden und richtig berichten.

00:08:34: Ja ist Handwerk

00:08:35: genau Das ist das andere Handwerk.

00:08:37: Es gibt ja auch so ein paar Regeln und ethische Sachen, die hast du dir dann unterwegs drauf geschafft.

00:08:42: oder ist da noch mal was schief gegangen?

00:08:45: Ja also man wird mit diesen Dingen konfrontiert während einer Recherche, während solchen Arbeiten und ich habe dann in der Regel einmal tausend Fragen dann und weiß dann auch selber nicht, was ist so der beste Umgang?

00:08:58: Und dann mein Weg ist immer, ich versuche mit den Leuten zu sprechen, die es besser wissen.

00:09:02: Man hat einfach Fragen so was willst du machen?

00:09:05: Ich möchte gerne eine Konfrontation schicken, was ist sinnvoll... Drei Tage vor Veröffentlichung, gebe ich dem zehn Tage Zeit.

00:09:11: Konfrontation heißt, ich geb jemanden, in dem ich irgendwas Vorwürfe nochmal die Chance

00:09:15: habe, selbst so zu reagieren?

00:09:16: Genau!

00:09:16: Und bei Kenyapsen gab es sehr viel zu konfrontieren und da hab' ich natürlich so mich dann gefragt wie macht man das und ob damit Pascal gesprochen mit Sören irgendwie gesprochen andere Journalisten irgendwie kontaktiert einfach um das im Jahr rauszufinden.

00:09:28: Das heißt ich hab mir das was ich gebraucht habe in den Moment geholt indem ich's gebrauchte.

00:09:34: Glaubst

00:09:35: du...

00:09:35: Deine Art, diese Geschichte zu erzählen war auch deshalb so erfolgreich.

00:09:39: Weil du nicht schon die journalistischen Scheu-Klappen aufhattest?

00:09:43: Ich bin fest davon überzeugt, dass das der Grund gewesen ist.

00:09:48: Der Wichtigste!

00:09:51: Also ich bin einer, der beispielsweise im Film anschaut und dabei das Skript des Films in der Hand hat... Ich lade mir das runter aus dem Internet.

00:10:01: Einige Leute gucken mich verstört an.

00:10:03: Mit Skript

00:10:03: meinst du jetzt den Text?

00:10:04: Ja, denn den Text!

00:10:07: Die Herausforderung muss man sich mal machen... Also ich lade es dann runter auf das iPad und gucke den Film und versuche irgendwie zu gucken.

00:10:15: wie hat diese Übersetzung von Text auf Bild irgendwie funktioniert.

00:10:19: Und da gibt's Filme wo man die immer so wahnsinnig anders sehr divers damit umgegangen sind, wo sehr viel Interpretation manchmal war und manchmal sehr eng am Text gewesen ist, je nachdem ob die Regisseurin auch die Autorin gewesen ist oder umgekehrt.

00:10:34: Und das macht mir immer sehr viel Spaß.

00:10:36: Das heißt für mich war auch immer so ein bisschen die Frage von der Textur einer Geschichte.

00:10:41: also wie wird Geschichte gebaut?

00:10:43: Wie wird Geschichte erzählt?

00:10:45: Was zeichnet sie aus?

00:10:46: Wie werden diese Wendepunkte auch erzählt?

00:10:49: Wie wird das strukturiert?

00:10:50: Also ich nehme manchmal bei Serien, zum Beispiel bei Episoden nämlich mal eine Episode vor und versuche so die Akte rauszusehen.

00:10:56: So also ich schreib sie mir auf Prolog, Akt eins, Akt zwei.

00:11:00: was passiert da?

00:11:00: Was sind so?

00:11:01: wie nennt es Beats oder Storybeats also Bewegungen in der Geschichte?

00:11:05: Wie funktioniert das?

00:11:06: Und ich schreibe erst dann auf und notiere mir das weil ich mich verstehen möchte wie wir das gemacht haben.

00:11:09: Also vor allem wenn ich etwas richtig toll fand, möchte ich wissen so how the fuck did you do it?

00:11:15: Und dann bin ich aus der Ebene komme ich halt.

00:11:18: Das heißt Das war so meine Stärke, glaube ich aus der Situation.

00:11:22: Dass ich als Fan von gut erzähltem Geschichten mir das angeguckt habe und als jemand, der ein tiefes Interesse daran hat wie sie auch erzählt werden.

00:11:31: Ich hab noch über was anderes nachgedacht.

00:11:33: eine der Eigenschaften die mich an vielen Journalistinnen eingeschlossen mit am meisten nervt ist es das Publikum zu unterschätzen und zu denken, nee die Wendung trauen wir den jetzt nicht zu da gehen sie nicht mit.

00:11:46: Und am Ende wird's unterkomplex und auch langweilig.

00:11:50: Hast du das anders gemacht?

00:11:54: Man muss glaube ich vorsichtig sein.

00:11:57: Wir nennen das manchmal so ein bisschen so Handholding oder Wegweise in der Geschichte.

00:12:01: Da gehts gar nicht darum den Leuten irgendwie vorzuwerfen dass sie irgendwie schlau genug sind genug auf einmal irgendwie aufnehmen können, sondern geht es eher darum das Medium zu verstehen.

00:12:14: Ein Podcast ist etwas was du dir in der Küche anhörst oder jemand beim Streichen oder offenweg von A nach B und es ist immer wichtig mit dem Audio entsprechend umzugehen.

00:12:27: Das heißt wir setzen Signale im Audio um zu sagen hey das ist wichtig!

00:12:32: Oder hier denkt man drüber nach.

00:12:35: Das machen wir dann so, indem wir zwar eine Pause setzen oder eine Musik auswirkend ausklingen lassen.

00:12:39: Dann läuft sie zehn, fünfzehn Sekunden aus.

00:12:42: nicht weil wir das irgendwie einfach nur so wollen sollen.

00:12:44: die Idee ist schon dass ich möchte dass man versteht dass das gerade das Ende eines Aktes gewesen ist.

00:12:49: da ist etwas zu Ende erzählt worden.

00:12:51: jetzt hast du zehn sekundene Denkinsel und dann denkst Du weiter Und solche kleinen wir nennen Sie so Wegweise versuchen wir schon einzubauen also auch zu gucken wo würde man aussteigen weil es vielleicht zu komplexe ist.

00:13:01: Es geht auch vielso um Energie.

00:13:03: Also wir fragen uns mal so Welch wie viel Energie hat, haben unsere Hörerinnen bei Minute zehn und wieviel haben sie bei Minute dreißig?

00:13:10: Weniger.

00:13:10: Bedeutend weniger!

00:13:11: Das heißt wir gucken dann, dass wir in späteren Minuten halt eben ein bisschen anders auch erzählen oder teilweise irgendwie gucken hey... Wir können jetzt nicht nur den dritten, vierten, fünften Gedanken reinholen.

00:13:20: das zu kompliziert lassen ist es runterkürzen auf das was uns wirklich wichtig ist.

00:13:24: so was ist die Mission eines bestimmten Aktes?

00:13:27: Und darauf achten wir schon sehr.

00:13:29: Es geht eher darum, dass man die Führung leicht übernimmt Nicht zu offensichtlich, nicht so krass.

00:13:37: Wir haben das bei Amanda Knox etwas gemacht Da haben wir sogar Audio-Cues gesetzt, da habe ich gesagt Akt I Aber das war ein Meta-Idee.

00:13:45: Also ich wollte es nur deswegen machen weil ich Leuten sagen wollte Das ist eine Geschichte die wir erzählen Das ist True Crime, das ist Perfide.

00:13:53: Ich weiß wie ihr funktioniert.

00:13:54: Deswegen sage ich euch jetzt was Akt I, II und III ist Denn jeder Akt endet mit einem Cliffhanger.

00:13:59: Das heißt, das ist so ein bisschen eine leicht verkopfte Idee von Selbstkritik und man macht das selber und weiß das Publikum darauf hin, dass es gerade so ist.

00:14:07: Ich weiß ja auch ein bisschen darum ging um unseren True Crime-Konsum und wie wir solche Geschichten wahrnehmen und wie sie tatsächlich echte Geschichten verändern wie bei Amanda Knox.

00:14:17: Darum geht's!

00:14:18: Also diese kleine Führung ein bisschen kleiner Guide zu sein durch die Geschichte.

00:14:22: Deswegen heiße ich auch Host ne?

00:14:23: Ich bin der Gastgeber möchte freundlich sein.

00:14:26: Ich möchte die Leute in die Möglichkeit geben, sich da irgendwie wohlzuführen und sich

00:14:29: zurechtzufinden.".

00:14:30: An dieser Stelle ein kurzer Einschub weil Keshrau hier seine Recherche zu Amanda Knox erwähnt.

00:14:35: Falls ihr davon auch nichts gehört habt das ist eine ehemalige Austauschstudentin aus den USA, die in Italien wegen Mord verurteilt wurde jahrelang im Gefängnis saß und später doch noch frei gesprochen wurde.

00:14:49: Und gleich geht es noch um einen anderen Podcast von Keshrau Den über den Drachenlord.

00:14:54: Darin geht es um Leute, die sich im Internet zusammengetan haben nur um einen Mann zu mobben.

00:15:00: Ein YouTuber namens Drachenlord Was ihr ja auch macht ist riesige Umwege.

00:15:05: Ich erinnere mich an den Podcast über den DrachenLord Wo eine ganze Episode ging's um Big Brother und die Entstehung des Reality-Fernsehens.

00:15:12: Weils drum gingen wie werden leute prominent oder auch Opfer von Hate?

00:15:17: Und ihr traut euren Leuten zu Ja, die bleiben da dran.

00:15:20: Die merken sich, dass es irgendwann schon auch wieder um den Drachen-Leut geht.

00:15:24: Gab's Beschwerden auch?

00:15:26: Gabs

00:15:26: Beschwerde!

00:15:27: Ja Leute schreiben dann so ja warum ging das jetzt dreißig Minuten lang nicht um Drachen?

00:15:30: und man sagt naja muss halt zu Ende hören.

00:15:34: Also ja das trauen wir den Leuten zu oder das muten wir ihnen auch zu Und zwar muten wie ihn das aber nicht in der ersten Episode zu sondern erst in der dritten oder in der vierten oder bei Mesut Özil in der siebten.

00:15:45: Es geht eher darum, erst mal Vertrauen aufzubauen, einen Rapport aufzubauern mit den Hörerinnen also zu sagen hey wir kennen uns jetzt zwei drei Personen lang bleibt ruhig dran... Trust

00:15:55: me bro da kommt jetzt was Gutes!

00:15:57: Das lohnt sich schon noch.

00:15:59: Wir erzählen euch da war es und ich finde das muss man sich aber auch verdienen.

00:16:02: das ist auch okay so.

00:16:03: Ich finde als Zähler, als Journalist muss ich mir dieses Vertrauen immer wieder neu verdienen breite den Weg quasi erstmal dahin vor und erzähle erst mal die Geschichte.

00:16:17: Und dann darf ich es mir rausnehmen, so zu sagen okay jetzt machen wir einen kleinen Umweg aber vertraue mir, ich führe euch schon wieder zurück wo wir da angefangen haben.

00:16:27: Das machen wir immer sehr gerne weil das ist eigentlich der wichtigste Aspekt dieser Podcasts die wir machen nämlich dass wir diese Geschichten nie nur der Geschichten willen irgendwie erzählen wollen.

00:16:37: Es geht immer um diese gesellschaftlichen Aspekte, es geht immer darum so warum erzählen wir das jetzt überhaupt?

00:16:43: Was hat das mit Gesellschaft zu tun und was ist mit uns zu tun?

00:16:46: Warum ist das eine wichtige Geschichte?

00:16:48: Deswegen würde ich zum Beispiel nach so einer Geschichte wie mit Ken Japsen wo es auch ein bisschen um die Hintergründe ging also Deutschland in den letzten zwanzig Jahren, wie sind wir da hingekommen dass jetzt Familienväter mit Bussen ihre Kinder nach Berlin holen um gegen Corona Maßnahmen zu demonstrieren?

00:17:03: Wir sind diese Leute.

00:17:04: Warum haben wir sie vorher nicht gesehen?

00:17:05: Und die Wahrheit ist, dass es halt nicht von heute auf morgen passiert.

00:17:07: sonst ein Weg so den wollten wir erzählen.

00:17:10: Wo dann quasi im Nachgang zu kennen, ihr habt einen Kampf hier und man wollt ja jetzt nicht in Podcasts zu Xeminaidou machen zum Beispiel.

00:17:16: Nein!

00:17:17: Die

00:17:17: Geschichte habt ihr schon erzählt?

00:17:18: Die Geschichte

00:17:18: haben wir schon erzählt.

00:17:19: So klar das ich würde nur noch machen um der Geschichte willen und das will ich aber nicht.

00:17:23: deswegen haben wir es

00:17:24: recht gemacht.

00:17:25: Genau da würde ich gleich auch nochmal weiter zu forschen.

00:17:28: Aber eins beschäftigt mich noch so in diesem Wie gehe ich mit meinem Publikum um?

00:17:33: Man kann sich natürlich irgendwie denken, hey, ich habe mich jetzt hier ein Jahr mit beschäftigt.

00:17:37: Ich weiß alles und du weißt nichts.

00:17:38: Pass auf!

00:17:39: Ich rufe das jetzt mal von hier oben runter wie es wirklich ist.

00:17:42: Und was du erzählst klingt ja so'n bisschen mehr wie an die Hand nehmen.

00:17:46: Lass uns das zusammen entdecken.

00:17:47: aber so is's ja nicht weil Du weißt ja mehr ne.

00:17:50: Stellst du dir einen guten Freund vor oder wer ist dein Publikuum?

00:17:53: Welche Sprechhaltung hast du?

00:17:56: Also ich versuche schon da auf Augenhöhe zu bleiben und neugierig zu sein.

00:18:01: Man wird in den ersten paar Episoden auch keinen Kommentar von mir hören, ich kommentiere nicht.

00:18:07: Ich bin da in meiner Haltung auch nicht jemand der so die ganze Zeit so hochnäsige Gags macht oder sowas.

00:18:13: Inzwischen kann ich das mir ein bisschen mache ich das manchmal aber dass auch wieder weil es mich verdient habe.

00:18:18: Ich hab schon zehn Podcasts gemacht und dann ist so ihr kennt mich jetzt ein bisschen.

00:18:22: deswegen kann ich hier und da vielleicht was machen.

00:18:23: Aber wir sind schon sehr vorsichtig und sehr diligent wie man so schön sagt beim Scripting, dass ich da aufpasse.

00:18:30: Dass wir all das was so hochnäsig ist, was so wertend ist...

00:18:34: Was wäre das zum Beispiel?

00:18:36: Also für mich ist es so diese Protagonisten mit dem uns beschäftigen die sind ja oft wahnsinnig beladen mit Wertung schon.

00:18:43: Die haben ja schon ihr eigenes Gepäck quasi.

00:18:46: Wo Ken Jepsten, auch der Drachenlord und auch Meso Duisil.

00:18:49: Und mir ist es dann wichtig in diesen ersten Episoden oft erstmal ein Gleichgewicht wieder reinzukriegen in der Erzählung.

00:18:55: also für mich sind das keine Freaks.

00:18:57: Deswegen möchte ich das jetzt auch nicht wie den Freak Geschichte erzählen.

00:18:59: Für mich sind das nicht irgendwelche Leute, die extrem sind sondern für mich sind es erstmal so Menschen und ich möchte denen auch ihre Blumen geben.

00:19:08: also was du wahrscheinlich auch kennst von Jonas ist ein Fallhöhe.

00:19:11: Das ist dann der nette Nebeneffekt davon dass ich zum Beispiel auch einen Kenyaps in erster Episode feiern kann weil er auch tolle Sachen gemacht hat Weil es schon bemerkenswert ist wie viele erreicht hatten in diesen jungen Jahren.

00:19:23: oder der Drachenlord der gemobbt worden ist Aber der, in dem was er macht eigentlich schon etwas auch irgendwas Schönes ist so.

00:19:31: Was Schönes steckt?

00:19:32: Da ist nämlich jemand, der seine Community versucht in diesem Internet zu finden also eigentlich so diese Hoffnung des Internets Versuch zu erfüllen.

00:19:39: dem hören nichts wahnsinnig viele zu.

00:19:40: die Leute mögen auch nicht was er Macht aber es jeden Tag da und versucht es aufs Neue so Und das ist auch eine wahnsinnigt tolle menschliche Qualität erstmal und diese Momente zu finden und zuzulassen sagen lasst uns mal kurz auf diese Plane Ebene kommen Das ist wichtig, dass die Leute nicht da reingehen mit so ich höre mir jetzt sechs Episoden nach an was für ein Freakshow das ist.

00:20:01: Das ist dann Voyeurismus und es will ich halt nicht.

00:20:03: Und dieses Gleichgewicht erst mal zu schaffen, das ist erstmal wichtig.

00:20:07: Weil das glaube ich ja auch etwas ist, was viele Menschen an Journalismus nervt wenn ihnen vorgekaut wird wie sie Sachen zu finden haben oder wenn Geschichten so einfach und einseitig erzählt werden, Moment, das kann doch nicht die ganze Geschichte gewesen sein.

00:20:21: Ja,

00:20:23: ich habe gesagt, dass man auf den Workshops oder irgendwelchen Talks, wenn ich da irgendwie was über Jonas muss erzählen soll... Ich sage dann immer so niemand interessiert sich für euren moralischen Fuhrohr.

00:20:34: So cut it!

00:20:36: Schneid's raus!

00:20:37: Es ist okay diesen Fuhrod zu haben und damit auch in so eine Arbeit reinzugehen.

00:20:42: aber es ist nicht ok diese Arbeit, das irgendwie die ganze Zeit abzubilden und zu zeigen.

00:20:47: Weil ich finde, wenn du versuchen möchtest auch Leute zu erreichen die nicht eh schon deine Sachen irgendwie hören dann musst du erstmal eine gemeinsame Ebene irgendwie schaffen Auch in dieser journalistischen Arbeit Und dann können wir nicht diese Figuren oder diese Menschen über die wir erzählen erst mal in so einer krass wertenden Art machen.

00:21:05: das schreckt wahnsinnig viele Leute ab inklusive mir auch.

00:21:07: also ich möchte eine Geschichte auch nicht hören weil ich frag mich.

00:21:09: ja ey Du willst dass ich dir jetzt sechs Episoden lang zuhöre?

00:21:12: Das sind dreieinhalb vier Stunden meines Lebens.

00:21:15: was ist da neu?

00:21:16: Was höre ich denn da?

00:21:18: Und dann möchte ich Ihnen vorher in der ersten Episode irgendwie so ein Versprechen machen, sagen komm mit auf diese Reise.

00:21:23: Wir schauen uns das gemeinsam mal an und dann ist es schon so ein bisschen... Ich nehme dich jetzt an die Hand und wir gucken gemeinsam durch weil ich weiß es auch noch nicht.

00:21:30: So, wir arbeiten uns da so ein bissel gemeinsam nach

00:21:33: vorne.".

00:21:34: Die Frage von diesem Podcast ist ja ob Doku-Podcast den Qualitätsjournalismus retten können und dass was mir da somit als erstes aufgefallen Das sind ja krasse Traumbedingungen für eine Recherche, die ihr habt.

00:21:47: Ihr arbeitet vielleicht ein Jahr an dem Thema oder mehrere Monate.

00:21:50: Ihr reist ins Ausland.

00:21:52: Ihr verbringt Gefühltage in Archiven um all das Zeug zu finden... Oder würden aber viele andere Journalisten von Träumen?

00:22:00: Ja, vielleicht!

00:22:03: Aber diese Bedingungen sind auch nicht magisch da, sondern für die arbeite ich So.

00:22:09: Und ich mag das auch, ich mag diese Arbeit und ich mag es auch diese Bedingung irgendwie zu schaffen und es möglich zu machen dass wir eben diese Podcasts machen können.

00:22:19: Es ist aber auch kein Hexenwerk und keine Zauberrei.

00:22:22: Wir haben Ideen, wir haben Redaktionen öffentlich-rechtlicher vor allem bei diesen dokumentarischen Podcasts den wir spitschen und da sind meistens Leute die das möglich machen wollen überraschenderweise Das sind gute Leute auch die sagen okay lass uns das machen was braucht ihr dafür Und was wir gemacht haben, und es ist auch tatsächlich... Das kann man glaube ich auch Kuibon noch so ein bisschen zuschreiben.

00:22:43: Wir haben diese Bedingungen glaub ich auch ein bisschen verändert auf dem Markt also Arbeitsbedingungen auch in dem Sinne als dass wir sagen Ey!

00:22:50: In sechs Zeitigen Podcast kriegst du nicht für denselben Preis wie einen Radiofeature weil Radio... Ich würde nur sagen Moderatorinnen, Radio-Autorinnen sind glaube ich krass unterbezahlt gewesen sehr lange in der Art die sie auch da irgendwie für ihre Produkte vieler Arbeit bezahlt worden sind.

00:23:06: Und wir sind da hingegangen, hast du vorgerechnet und gesagt so... Das brauche ich um einen sechsaligen Podcast in der Qualität von Cui Bono zu produzieren.

00:23:14: Weil das war der Effekt von CUI Bono auch dass Leute gekommen sind Auch ein Meetings bei mir und gesagt Ich möchte gerne sowas Bitte mach uns eine irgendwas Cui bono haftig ist man soll ja okay mache ich euch gerne.

00:23:24: hier ist die Rechnung So und das kostet halt so ne Produktion und Spoiler alert so es ist nicht ganz günstig und ich glaube aber inzwischen haben wir so Ne Situationen auch beim öffentlich-rechtlichen Wo das gewertschätzt wird.

00:23:37: Also wo diese Produktionen, wo dieses Bedingungen auch dafür geschaffen werden können inzwischen?

00:23:42: Heißt es da so ein Luigi Mangione Podcast?

00:23:44: Da fliegt ihr dann auch fünfmal in die USA wenn ihr recherchieren müsst.

00:23:48: oder muss man doch am Ende gucken dass man alles in drei Recherche Tage quetscht und das Hotel Motel selber bezahlt?

00:23:54: Wir sind nicht der Spiegel Das können wir aber nicht machen.

00:23:59: Wenn ich höre was so Spiegeljournalisten, wie sie da so ihre Flüge und Hotels buchen wird mir ganz

00:24:03: schwindelig.

00:24:04: Ich weiß nicht ob das noch

00:24:05: so ist?

00:24:05: Ja als Produzent wird mir da schwindellig.

00:24:09: Nee also wir achten auch natürlich trotzdem auf darauf dass es sich irgendwie lohnt.

00:24:14: Also wir schauen uns das an und überlegen uns einen Zeitraum wo wir hinfliegen und versuchen dann dieser Einreise... all diese Gespräche zu bekommen, die wir irgendwie haben wollten.

00:24:22: Was wir natürlich nicht machen können bei diesen Sachen ist im Jahr lang Langzeit Beobachtung amerikanischer Gesellschafts.

00:24:28: Das geht nicht!

00:24:29: Da ist sehr viel Desktop-Research vorne weg und dann hat man da zwei Wochen und versucht die möglichst sinnvoll zu füllen mit Gesprächen, die man auch hinterher verwenden kann für den Podcast.

00:24:40: Ich habe das Gerücht gehört, ich weiß nicht ob das stimmt aber das wirst du mir jetzt sagen.

00:24:44: Dass bei diesen großen Podcasts die wirklich original Musik komponiert wird, die Musik nach dem Skript komponniert wird – dass es zu den einzelnen Sätzen passt.

00:24:54: Das fand ich krass!

00:24:55: Ist das so?

00:24:56: Ja Wow, aber also du hast dann da fünf Stunden Skript und er setzt sich jemand hin und fängt an auf seinem Klavier.

00:25:04: Sich zu überlegen was man da

00:25:05: richtig?

00:25:06: Also das Skrift ist oft schon sehr, zumindest die Skrifte die ich schreibe sind es schon sehr musikalisch so.

00:25:12: Ich schreib da schon rein Musik.

00:25:15: wie wann kommen die Einsätze?

00:25:17: wo brauche ich Unterstützung durch die Musik?

00:25:20: Und dann haben wir jetzt zum Beispiel, nehmen wir dann Prototypen auf.

00:25:22: Das heißt ich lese den Text einmal so ein mit den O-Tönen die wir haben.

00:25:27: Yannick unser Head of Sound der schneidet dann so die einzelne Töne und so weiter irgendwie da rein.

00:25:32: Dann geht das Paket an unseren Komponisten.

00:25:35: Das ist manchmal auch Yannik selber wie bei This Is America also diese Regimenjone Geschichte.

00:25:39: Manchmal ist es dann sowas wie Benjamin Dreyes oder Jakob Ilja bei Quibono.

00:25:43: Wir schicken's dem... Ich traue mich mit den Feuer aus.

00:25:46: Was sind so für Referenzräume, was haben wir da?

00:25:49: Was interessiert uns musikalisch?

00:25:51: Welche Musik gibt es als Stücke, die ein Interessant findet?

00:25:55: Was für Verbindungen hat man das?

00:25:56: So einen intellektuellen Austausch und dann wird der Angebot gemacht.

00:26:00: Und dann kommt das zurück und dann gehen wir da minutiös durch und hören uns das an und feedbacken das.

00:26:06: Dann wird das wirklich ... wird die Musik auf dem Text hingeschnitten.

00:26:10: Dass das quasi genau so funktioniert.

00:26:12: Passt genau!

00:26:14: Was für ein krasser, irrer Aufwand.

00:26:17: Weil es klingt am Ende ja dann sehr leicht.

00:26:20: aber wenn man genau hinhört hört man nie nur eine Sache eigentlich ne?

00:26:23: Ja

00:26:23: das ist für mich Musik ist so eine eigene... eigene Ebene.

00:26:27: Also Musik ist nie Hintergrundmusik bei uns, das steckt wahnsinnig viel Arbeit dahinter.

00:26:32: wir sind sehr stolz drauf.

00:26:33: deswegen veröffentlicht mir die Musik auch immer hinterher.

00:26:35: also ihr findet alle unsere Soundtracks bei Spotify und Apple Music und was weiß ich?

00:26:40: Veröffentlichen sie wie es Filme auch machen da kommt ja die Inspiration quasi her und deswegen machen wir so unsere Original Podcasts SoundTracks.

00:26:48: die kann man auch hören und ich finde dass lohnt sich.

00:26:50: aber auch Ich finde auch Musik hat eine journalistische Funktion.

00:26:55: Also für mich ist unser Komponist genauso journalist wie ich es dann in dem Moment bin.

00:26:59: Und diese Balance zu finden, dieses Spiel... Das ist so das was unsere Podcast auszeichnet und was das Nachahmen davon nicht so einfach macht.

00:27:08: Damit meinst du zum Beispiel, du sprichst relativ trocken aber im Hintergrund merkt man oh Gott jetzt wird's richtig spannend.

00:27:14: oder das ist super traurig?

00:27:17: Man bekommt da Hinweise auf.

00:27:20: Wohin geht das?

00:27:21: Oder man hört zum Beispiel jemanden sprechen und die Musik, also wenn jemand was Trauriges sagt.

00:27:27: Ich sag immer wir brauchen kein Deutsch mit deutschen Untertiteln.

00:27:30: ich verstehe schon Deutsch, ich brauche keine deutschen Untertiteln.

00:27:33: Wenn eine Figur traurig ist muss dann nicht traurige Geigenmusik drunter.

00:27:37: So we get it sie is traurisch.

00:27:39: Das musste nicht nochmal verschärft werden.

00:27:41: Das

00:27:41: könnte man aber anderen Filme machen.

00:27:42: mal sagen.

00:27:44: I agree Und dann hast du aber vielleicht die Idee von naja es ist traurich Aber diese Traurigkeit ist vielleicht gespielt.

00:27:54: Und dann hast du ihre traurige Stimme und da ist eine Musik, die vielleicht zweifelt daran.

00:28:00: Dann wird es spannend so.

00:28:01: Dann hast du Erzählung.

00:28:03: So!

00:28:04: Dann wird's irgendwie interesting.

00:28:05: Da hast du Spannung auch.

00:28:07: Das ist das was Musik leisten kann in so einem Podcast.

00:28:10: Wir waren jetzt sehr beim Geschichten erzählen aber... Das, was ihr erzählt ist ja nur mal Wirklichkeit und es gelten journalistische Regeln.

00:28:17: Ihr könnt euch das leider nicht so ausdenken oder zum Glück nicht so aussenken, dass das eine schöne Geschichte ist.

00:28:21: Deswegen will ich ein bisschen mit dir darüber reden wie sehr man das, was man dann rausfindet auch verbiegen darf damit's ne gute Geschichte gibt.

00:28:28: Darf man zB die Reihenfolge von Geschehnissen vertauschen?

00:28:33: Ja!

00:28:35: Und darf man so tun als ob man etwas noch nicht wüsste um die Spannung zu steigern obwohl man das schon längst herausgefunden hat?

00:28:44: Und darf man zum Beispiel, wenn man ganz viele tolle Töne von einer Seite hat aber die andere überhaupt nicht.

00:28:52: Die eine Seite ganz ausführlich erzählen und die andere kommt dann halt nicht rüber weil sie nicht mit dir reden wollen zum Beispiel?

00:28:59: Kommt drauf an!

00:29:00: Worauf

00:29:01: kommt es an?

00:29:04: Also ich versuche mal so erstmal die Bühne dafür zu bereiten nämlich zu sagen wir machen ja oft diese schwierigen Figuren.

00:29:11: also Leute sagen Als Feedback zu mir immer, hey du bietest jetzt Ken Japs eine Bühne.

00:29:16: Das ist doch dieser komische Verschwörungsideologe.

00:29:18: Warum kriegt ihr jetzt ne Bühnen bei euch?

00:29:20: Oder irgendwelche Figuren die wir sonst irgendwie behandeln?

00:29:22: und warum gibt es denn in den Bühnern?

00:29:23: Und ich sag dann immer das was ich dir gerade auch gesagt habt, ob ich erstmal ja stimmt... ...das ist richtig!

00:29:29: Aber ich sage dann auch, dass ist meine Bühnung.

00:29:32: So, das ist erst mal ganz wichtig, das vorne rein einmal zu sagen Es sind meine Bühne, meine Manege Ich bin der Dom Teur Ich bin der Host, ist mein Circus.

00:29:41: Ich entscheide welche Tiere auf diese Bühne kommen und welche

00:29:44: nicht.".

00:29:44: Das ist erstmal das Wichtigste.

00:29:47: Es heißt entlang dieser Vorstellung von ich gestalte meine Bühnen weil ich eine Geschichte erzählen möchte oder weil die journalistischen Erkenntnisse die wir gesammelt haben oder wie sie vermitteln wollen irgendwie auf einer wirkmächtigen Art und Weise machen wollen.

00:30:01: darum geht es.

00:30:02: Es geht um Wirkmacht und es geht auch um Unterhaltung.

00:30:05: Ich möchte beides erreichen.

00:30:06: Ich möchte, dass das ein unterhaltsamer Podcast wird.

00:30:08: Aber ich möchte auch, dass er wirkmächtig ist.

00:30:11: Dass es bei den Leuten was hinterlässt weil sie etwas erkannt haben, was die vorher vielleicht nicht erkannt habe.

00:30:16: und um das zu erreichen darf man eine ganze Reihe von Dingen tun über denen Leute mich fragen ob man das tun darf oder nicht.

00:30:22: Und wenn ich jetzt so eine Geschichte hab wo bestimmte leute mit einem nicht reden dann versuche ich trotzdem so einen Hebel zu finden wie ich die rein holen kann beispielsweise Bei This Is America Luigi Mancione falls jetzt vielleicht ein paar hier gehört haben, da geht es in der ersten Episode darum dass dieser CEO, der getötet worden ist.

00:30:43: In dieser öffentlichen Berichterstattung oft einfach nur als dieser getötete CEO rauskommt.

00:30:47: Der Effekt ist das da wahnsinnige Empathie.

00:30:50: Ungleichgewicht besteht weil dieser eine Typ gefeiert worden ist und dieses CEO ist halt ja ein mächtiger CEO.

00:30:57: Also wer

00:30:57: ihn ermordet hat...

00:30:58: ...der ermordete quasi fällt da ein bisschen flach und ist halt so eine Karikatur von einem mächtigen, bösen Mann.

00:31:06: Und für mich war es so okay.

00:31:07: wir haben ja so Empathieung gleich Gewicht.

00:31:09: das muss wieder sich korrigieren.

00:31:10: was machen wir?

00:31:12: Der redet nicht mit uns aus offensichtlichem Gründen und die Familie redet auch nicht mit Uns weil sie überhaupt mit Presse gerade nicht redet.

00:31:19: Ich möchte aber diese Geschichte trotzdem erzählen.

00:31:21: Was wir dann gemacht haben ist dass Wir in diesem Podcast mitten In der Episode So ein zehnminütiges Piano Klavierstück irgendwie gemacht Haben komponiert, um dahinter seine Lebensgeschichte zu erzählen.

00:31:35: Um zu zeigen so hey dieser amerikanische Traum den ihr bei dem anderen feiert den hat er eigentlich gelebt der kommt aus einfachen Verhältnissen und ist einer der erfolgreichsten Männer der USA geworden.

00:31:45: das ist dass es eigentlich das ist eigentlich der Held der Geschichte so und ich glaube das hat dafür gesorgt dazu gesorgt eben dass man dieses Empathie Ungleichgewicht da nicht mehr hatte.

00:31:55: Und so was kann man zum Beispiel machen, wenn Leute mit einem nicht reden oder mit dem man nicht reden kann aus irgendwelchen Gründen.

00:32:00: Dass man sie trotzdem in die Geschichte irgendwie verwebt.

00:32:03: Das war bei Knox ja auch genauso bei der getöteten Frau dass sie natürlich auch die Familie uns auch nicht geredet hat.

00:32:10: aber wir haben einen Weg gefunden wie wir trotzdem einen Empathie-Moment hatten.

00:32:13: trotzdem

00:32:14: Ich hänge gerade noch ein bisschen bei dem Wort Dom Tür, weil du machst das gleiche ja auch mit dem Publikum.

00:32:19: Ja!

00:32:19: Du führst es mal hierhin und mal dahin... ...und dann verrätst du gar nicht dass ihr eigentlich schon wisst wer in der Wohnung wohnt oder was auch immer.

00:32:26: Wann wird's shady?

00:32:27: Also wann wirds unjournalistisch ethisch nicht mehr korrekt?

00:32:31: Wann führt ihr euer Publikums an den Naso herum?

00:32:37: Es ist für mich so ein bisschen wie wenn du Weiß ich, ein Theaterstück besuchste oder so und du hast einen Deal mit dem Publikum.

00:32:45: Die kaufen den Ticket, die haben einen Sitzplatz da sitzen sie hin und sie lassen im Grunde genommen... Sie lassen sich berieseln zwei Stunden lang drei Stunden lang wenn es Erfolgsbühne ist oder acht Stunden keine Ahnung.

00:32:59: lange dauert das dann?

00:33:01: Und ich bin dann so Ich habe einen Vertrag mit dir sage Ich gehe jetzt da rein, du unterhältst mich.

00:33:05: Ich habe hoffentlich eine gute Zeit und komme da irgendwie raus und hab da irgendwas zu

00:33:07: besprechen.".

00:33:08: Das für mich erst mal meine Grundhaltung.

00:33:09: Dass man ganz klar ist wir sind keine Tagesschau, das ist kein Newsmagazin, das steht auch nirgendwo drauf.

00:33:16: Ganz klar was wir dann machen ist Wir erzählen eine Geschichte.

00:33:20: Aber eine wahre Geschichte?

00:33:21: Aber eine Wahre Geschichte, sehr verständlich!

00:33:23: Also wir sagen...das steht auf unserer Website ganz groß drauf.

00:33:26: Wir erzählten unterhaltsame Geschichten für ein großes Publikum mit journalistischem Rückgrat.

00:33:32: Und dieser journalistische Rückgrats ist das, was unumstößlich ist so... Das muss also wahr sein!

00:33:37: Es muss Faktenprüfungen überstehen und das tun sie ja auch.

00:33:40: Wir machen sehr ausführliche Faktonchecks, bei sowohl von der Redaktion der Sender die dann manchmal auch Fakteenchecks machen als auch das Justizariat also die Anwälte, die gucken da auch drüber.

00:33:51: wir haben auch unsere eigenen Anwältete die über dieses Kripte schauen und wir haben unseren eigenen Fact-Checkerinnen die über diese Skripten schauen.

00:33:57: Das heißt da wird alles sehr genau wirklich ins absurde Detail kontrolliert bis hin zu wenn man irgendwie schreibt dass war gute Stimmung, dann ist so eine Kollegin von uns, die da reingeht und sagt ich habe mir Videos angeguckt.

00:34:09: Die Stimmung war nicht so gut!

00:34:11: Ich würde das nicht gute Stimmungen nennen.

00:34:12: Und streichen wir solche Sachen.

00:34:14: Also das wird schon überprüft.

00:34:15: Das darf halt nicht in die Lüge kommen oder in die Verdrehung auch von Wahrheit.

00:34:23: Von Überprüfbarer Wahrheit?

00:34:26: Jetzt hast du eben schon mal kurz das Radiofeature angesprochen.

00:34:30: Ja.

00:34:31: Ich weiß nicht ob alle wissen was es ist.

00:34:34: war klassisch immer fünffünfzig Minuten lang, das lief gerne abends in öffentlich-rechtlichen Wortsendern und man hatte so ein Thema komplett abgedeckt in fünffünftig Minuten.

00:34:43: Und da muss ich mit dir jetzt mal einen Hühnchen rupfen weil ich glaube dass du ein bisschen mit deinem Podcast boom das Radiofeature gekillt hast und mein Beleg ist In der Nominierungskommission des deutschen Radiopreises ja Sitze und Merke, die Podcasts sind allgegenwärtig in den Einreichungen.

00:35:01: Es scheint so als könnte man viele Geschichten heute nur noch verkaufen wenn man sie in sechs Teile packt.

00:35:07: Und ich finde das ist jetzt sehr persönlich.

00:35:09: aber ich färme über manche Geschichten auch einfach gerne eine Stunde an habe dann das Gefühl Ich hab alles mit gekriegt.

00:35:15: Ich muss dafür nicht fünf Stunden Lebenszeit aufwenden.

00:35:19: Ja und das kannst du doch.

00:35:21: Nee, meine These gibt es nicht mehr so oft.

00:35:24: Sendeplätze werden gestrichen und Ressourcen werden umverteilt?

00:35:27: Ja also ich glaube umverteilten ist das richtige Wort.

00:35:32: Ich glaube diese Radiofeatures... Generell auch Geschichten, die nur eine Stunde dauern gibt es zuhauf.

00:35:36: Auch als Podcast übrigens, nämlich... Es gibt Sendungen, die ja irgendwie in jeder Episode was anderes erzählen und andere Geschichte erzählen.

00:35:45: Sie

00:35:45: werden nicht mehr für Radiopreise nominiert?

00:35:47: Ich glaube auch so.

00:35:47: Radio-Features haben einen eigenen Ton auch.

00:35:49: Wir haben letztens im Auto da irgendwas gehört Und da waren wir alle am Raten, ist das jetzt ein Feature oder ist es ein Podcast?

00:35:57: Aber ich finde, es gibt so Cues die man so Radiofeatures erkennt.

00:36:00: Ich find' das toll dass es das gibt und es soll's bitte auch weiter geben.

00:36:04: So zwischen Podcasts und Radios hat so einen Handshake und gar nicht dieses Konkurrierende.

00:36:10: Ich verstehe das auch gar nicht warum wie man irgendwie draufkommt, dass das irgendwie so ein Ding ist.

00:36:14: Podcast hat ein Medium in dem auch Radioinhalte stattfinden können.

00:36:19: Podcast an sich... Dieser Begriff sagt ja gar nicht so rüber aus, wie das irgendwie gemacht ist.

00:36:23: Also auch Radio Features können als Podcasts irgendwie erscheinen.

00:36:28: also du kannst einen Podcast machen da heißt einfach nur Radio Feature und dann hörst du halt Radio Feitures sind diesen Podcast.

00:36:33: also gibt es schon alles irgendwie da draußen verfügbar?

00:36:36: Und ich finde auch dass es das auch weiter geben muss.

00:36:39: Ich kenne auf wahnsinnig viele Leute die Radiofeatures auch lieben und davon irgendwie auch gebranntmarkt sind.

00:36:44: oder weil man das wenn man sich darin vielleicht auch in dieses Medium verliebt hat, gewahren sich viele Leute im Podcast, in der Podcastindustrie die aus dem Radio kommen.

00:36:54: Also ich würde mir wünschen dass das mehr auch so ein Miteinander quasi ist.

00:36:58: Ja das wovon ich spreche es ja mit diesem Podcast Boom eine sehr eigene Ästhetik entstanden ist.

00:37:05: Ich möchte das jetzt nicht dir alles anlassen weil ich finde deine Podcast sehr gut gemacht sonst hätte ich dich nicht eingeladen.

00:37:10: aber es gibt ja unzählige Nachahmer Der Podcastmarkt ist total geflutet und da gibt es schon so Sachen, die sich immer wiederholen.

00:37:18: Und jetzt kommen wir auch zu dem Punkt was nervig ist ne?

00:37:21: Ich sage mal ein paar Stichpunkte zugespitzte Wendepunkte und super krasses Cliffhanger Hosts, sie sich total in den Mittelpunkt stellen!

00:37:30: Und nicht zuletzt auch diese eigene Sprache, die der Podcast so ein bisschen erfunden hat... In der Ecke liegt eine Socke.

00:37:37: Diese Socke wird später noch wichtig werden.

00:37:40: Also du weißt, was ich meine.

00:37:42: Das ist ein ganz eigenes Genre entstanden und das hat schon auch Nachteile für mich.

00:37:47: Alles ist sehr dramatisch und auch sehr personalisiert am Ende.

00:37:50: Ja... Ich versuche jetzt etwas Glukes darauf zu sagen.

00:37:55: Teilst du den Eindruck?

00:37:56: Ich teile den Eindruck!

00:37:58: Und ich glaube es liegt vor allem daran dass sich die Leute die falschen Dinge abgucken.

00:38:02: Ganz einfach.

00:38:04: Ich glaube, das habe ich ja vorher noch gesagt so Es gibt Elemente in der Art wie wir arbeiten, die man nicht so einfach nachahmen kann.

00:38:10: Und es gibt Elemente in dieser Arbeit, die wenn jemand da drüber geht und versucht sie zu analysieren, sagt so das brauche ich.

00:38:17: Ich brauch einen Cliffhanger, dahinten ist irgendwie so dramatisch, sowas brauch' ich... ...und dann höre ich aus dem Zwischen auch bei Redaktionen immer so was ist denn der Cliffhänger?

00:38:26: Oder was ist eigentlich deine persönliche Motivation diese Geschichte zu machen?

00:38:34: Ankündige, es wird was ganz Krasses passieren.

00:38:36: Oder

00:38:36: kommt's erst mal nicht und

00:38:37: da muss halt warten?

00:38:38: Und dann löst man den auch am besten nicht ein in der nächsten Episode weil das doch gar nicht so krass war.

00:38:44: Also solche Sachen sind die Basic Tools, die man irgendwie verwendet aus dieser Toolkiste und oft auch einfach schäbig verwendete.

00:38:52: Auch einfach nicht so gut!

00:38:53: Weil das reicht halt nicht aus.

00:38:55: also es wird halt nicht automatisch zu einer guten Arbeit weil du dich so sechs von diesen zehn Tools im Bedient hast und sie alle in eine Episode gepackt hast.

00:39:03: Da bin ich voll bei dir.

00:39:04: Ich glaube, das ist so eine Krankheit auch leider in unserem Mediensystem.

00:39:08: wenn da etwas funktioniert wollen alle genau dasselbe tausendmal irgendwie haben und dann gucken sie sich die falschen Dinge ab oder haben dann die falsche Erwartungen finde ich.

00:39:19: So eine Geschichte wie Ken Jepsen kommt aus dem Moment heraus.

00:39:23: Also es sind neugierige... Leute, die zusammensitzen und eine Idee haben sagen lassen uns diese Geschichte irgendwie erzählen.

00:39:30: Lassen es die irgendwie möglich machen?

00:39:31: Und es ist keiner, die im Labor entstanden ist Es ist keine, die vorher beauftragt worden ist von irgendwelchen Sendern.

00:39:37: So ein Wiesn damit dann irgendwie auf zu Sender hingegangen und gesagt hey wollen wir das diese Geschichte machen?

00:39:42: Ich glaube dass geht da manchmal verloren.

00:39:43: wenn man immer so in so Entwicklungsrunden ist und so Development nennt man das dann wo man dann irgendwie sagt was könnte die nächste Geschichte sein, die man da irgendwie erzählt kommt da oft in diese Falle von, ich versuche mich aus diesem Toolset zu bedienen und genau die Elemente zu übernehmen.

00:39:59: Deswegen teile ich das.

00:40:00: Teile den Eindruck total.

00:40:02: Was sich ganz schlimm findet, sind wirklich so diese krampfhafte Versuch immer vorne mit dem Host persönlich mit der Geschichte zu verbinden.

00:40:10: Das ist komplett irre.

00:40:12: Sachen, die da teilweise anstehen, die dadurch Redaktionen irgendwie durchkommen weil sie sagen du musst eine persönliche Bindung zu dieser Geschichte haben, sonst hören die Leute eben nicht zu Und ich glaube, da sind so ganz viele, ganz vielen Örtümern irgendwie auferlegen.

00:40:24: Naja also... Ich war sehr beeindruckt.

00:40:27: du machst grad so eine kleine Minipodcast-Serie Das Undenkbare und da gibt's eine Folge über die Entstehung des Patria Charts und du bist ungefähr nicht drei Minuten lang Host.

00:40:37: dann wirst Du aus Deiner eigenen Show gekegelt, deine Frau übernimmt, kann nicht eigentlich einen ganz guten Move.

00:40:43: aber Du bist sowieso auch nicht der Host Der so sehr viel von seiner Gedankenweltpreis gibt.

00:40:49: Du führst auf eine andere Art, du schaust mit uns auf das Thema aber du erzählst jetzt...

00:40:55: Ja ich sage dir auch mein Take wäre warum?

00:40:58: Ich mache keinen Content!

00:41:00: So.. Ich bin kein Content Creator, ich mach' keinen Content.

00:41:04: Wenn ich was von mir erzähle in diesem Podcast dann nur wenn es den maximalen Effekt auslösen kann.

00:41:10: Mesut Özil zum Beispiel.

00:41:12: Die ist acht Episoden und ich glaube in den letzten zwei, drei Minuten da hau' ich halt alles raus was ich... ...was ich quasi zum Thema Migration irgendwie noch sagen wollte so.

00:41:21: Und es ist sehr wütend das ist irgendwie sehr emotional irgendwie auch.

00:41:24: aber das habe ich mir verdient acht Episonen lang.

00:41:27: Und dann bin ich erst dahin gekommen.

00:41:28: also dann hab ich mir das gegönnt.

00:41:30: Habe ich den Gönn ja mit gespielt?

00:41:32: Ich glaube dass ist halt so ein Ding von Ey wann gebe ich das Preis?

00:41:38: Wann hat das eine Wirkung in dieser Geschichte?

00:41:41: Und wann ist sie einfach nur Schmuck.

00:41:44: Das will ich halt nicht, ich möchte ja nicht, dass das irgendwie komodifiziert wird, dass meine Persönlichkeit komodificiert wird, Dass man sich darauf verlassen kann, dass er bestimmte Sachen immer wieder auf einer Art und Weise sagt... Und das ist dann irgendwie meine ganze Persönlichkeit.

00:41:58: Was würde ich halt nicht?

00:42:00: Ein bisschen komodifiziert bist du schon, ne?

00:42:01: Du bist ja die Stimme, die man jetzt mit gutem Podcast verbindet.

00:42:04: Ja aber dafür kann ich ja nichts.

00:42:05: Du brauchst jetzt auch Recherchen von anderen Leuten weil...

00:42:09: Das kann ich eigentlich wiedererkennen.

00:42:10: Ja das stimmt!

00:42:11: Klar, ich habe natürlich eine bestimmte Art irgendwie die Sachen einzulesen und zu sprechen in einem Podcasts.

00:42:17: Bestimmte Sachen, die ich halt immer wieder mache, weil ich davon überzeugt bin dass es gut ist denke so, alles was in diese inhaltliche Ebene kommt und das was du gerade irgendwie auch angesprochen hast.

00:42:26: Da muss sich das für mich dann auch lohnen.

00:42:29: Ich bringe mich dann rein wenn ich das Gefühl habe ich hab da wirklich etwas zu sagen.

00:42:33: Na ja was halt auch anstrengend ist, wenn eine Geschichte braucht immer ein Protagonisten.

00:42:38: Ihr gebt euch scheinbar sehr viel Mühe die zu finden.

00:42:41: andere Podcasts finden vielleicht niemanden oder es ist schwierig.

00:42:44: und dann nehmen sie einfach die Journalisten Und dann hört man ewig lang den beim Autofahren zu und wie sich durch irgendwelche Viertel

00:42:50: laufen

00:42:52: weil das ist der Protagonist.

00:42:53: und ich mein Spätestens beim zehnten Mal, ich mein so spannend ist das Journalistenleben am Ende auch nicht.

00:42:59: Wir machen immer die gleichen Sachen wir telefonieren, wir sitzen an Schreibzischen und manchmal rennen mit dem Mikro draußen rum.

00:43:04: Ich stimme

00:43:04: zu!

00:43:07: Ist das auch was, wo du sagst nervt?

00:43:10: Ja total.

00:43:12: Es gibt ja keinen journalistischen Filmbeitrag im öffentlich-rechtlichen eigentlich, wo man nicht einen Journalisten am Laptop sieht wie er da irgendwas vor sich hin tippt oder der Bedeutungsschwanger aus dem Fenster schaut oder dabei gefilmt wird wie er die Einkaufspassage runterläuft auf den Weg zum nächsten Protagonisten.

00:43:27: Das ist so langweilig.

00:43:29: Total kreativ los eine kreative Bankrotterklärung eigentlich.

00:43:35: Das finde ich lahm, das muss nicht sein.

00:43:37: Ist ja ein schmaler Grad ne?

00:43:39: Weil andererseits total cool.

00:43:40: in Podcast kriegen wir endlich mit wie solche Sachen recherchiert werden.

00:43:43: Das schafft Transparenz.

00:43:44: Ja aber es gibt einen Unterschied auch.

00:43:47: dass ist wieder so die falschen Sachen rausnehmen aus einer eigentlich guten Idee.

00:43:52: Die Idee zu sagen hey Journalismus ist gerade jetzt unter Feuer keine Ahnung.

00:43:57: Wir leben an der Welt.

00:44:01: Viele Teile der Bevölkerung glauben, eine Interview vier Stunden lang ungeschnitten zu veröffentlichen ist ein gutes Interview oder ist ein journalistischer Beitrag.

00:44:08: Würde ich auch gehört?

00:44:09: Genau!

00:44:10: Ich meine da jetzt vor allem aus der rechten Szene.

00:44:13: Die verlangen das dann auch und sagen ja wird es jetzt geschnitten, dass sie in dem Jahr sagen kann sich darauf verlassen, dass es geschnitten wird.

00:44:19: Ich lasse nicht vier Stunden lange labern.

00:44:20: Was glaubst du denn wie das hier funktioniert?

00:44:23: Ja ich schneide das aber

00:44:24: tot schneidest.

00:44:25: Bist du an Ben Berndt?

00:44:26: Ich werde das kaputt schneiden und zwar so sehr, dass das irgendwie funktioniert bis es irgendwie Sinn ergibt, wenn's keinen Sinn ergibtschneichert alles raus.

00:44:33: Und ich glaube halt so.

00:44:34: diese Idee.

00:44:35: von dem entgegnet man und das um auf deine Eingangsfrage zurückzukommen, retten Qualitäts-, retten Dogopodcast-Qualitätsjournalismus... Ich weiß gar nicht ob das gerettet werden muss aber ich finde schon dass was Podcast irgendwie anbieten ist, dass wir so eine Art Making of Journalismus haben.

00:44:51: Und ich meine nicht den langweiligen Teil!

00:44:53: Ich meine ja nicht, ich bewege mich von A nach B. Ich meine schon dass man in diesem Denkprozess von Warum komme ich von diesem Punkt zum Nächsten?

00:45:02: Warum bin ich jetzt unterwegs und treffe diesen einen Journalisten oder dieser einen Protagonisten?

00:45:09: Was ist denn meine Motivation dazu?

00:45:12: oder dass man einen Scheitern auch erzählt.

00:45:14: Also diese Daniela Klettergeschichte zum Beispiel, die ist eigentlich als Geschichte des Scheiters geboren.

00:45:18: Ich habe diese E-Mail bekommen damals und ich hab das dem RWB gepitscht und gesagt lassen sie das machen wir machen so eine Art Making of... Das heißt wie versuchen?

00:45:26: das wird ja eher mehr nix.

00:45:26: warum kommen?

00:45:27: Wir

00:45:27: versuchen einer gesuchtet RFT-Rusten zu finden.

00:45:29: Genau!

00:45:30: Wir versuchen und es werden natürlich scheitern.

00:45:31: Warum sollte das funktionieren?

00:45:33: Das ist ja absurd außer im Hammernoot drei Wochen Zeit Und was auch immer passiert ist danach, ist natürlich schön.

00:45:40: Verrückt.

00:45:40: aber die Idee war eigentlich genau die nämlich wir versuchen eben diese zu erzählen wie wir journalistisch dann irgendwie arbeiten vielleicht auch in der Sackgasse kommen und diese Sack Gasse schneiden wir halt da nicht raus sondern wir erzählen sie und sagen das sind wir nicht weitergekommen es ist vorbei und jetzt ist doch der Podcast vorbei.

00:45:58: schöne Weihnachten see you next year.

00:46:00: danke fürs Zuhören!

00:46:01: Der Weg ist das Ziel hat Goethe glaube ich mal gesagt.

00:46:04: Ja, kann man mal machen.

00:46:06: Ich erinnere mich an einen Zeit-Podcast über ein Mord.

00:46:09: am Ende dieser vielen Episoden war nicht einmal klar ob es einen Mord überhaupt gegeben hat geschweige denn wer gestorben ist und wer gemordet hat.

00:46:17: aber sie haben sehr lange dran rum recherchiert.

00:46:19: also so oft kann man's auch nicht machen.

00:46:21: das muss sich auch lohnen in dem Sinne als dass du auf dem Weg natürlich trotzdem versuchst Geschichten zu erzählen.

00:46:27: Das ist halt ganz wichtig.

00:46:28: Es gibt ein ganz gutes Beispiel aus den USA das heißt Wind of Change.

00:46:31: So ein guter sehr guter Podcast von Patrick Radden-Kief.

00:46:34: Und da geht es auch irgendwie so ein bisschen darum, hat die CIA Wind of Change komponiert oder den Song geschrieben?

00:46:39: Keine Ahnung.

00:46:40: und natürlich ist das eine absurde Frage und natürlich finden sie das nicht heraus.

00:46:44: aber diese Geschichten auf dem Weg, die man erzählt, diese Warngeschichte Das ist das was diesen Podcast auszeichnet.

00:46:49: Es mir dann völlig wurscht am Ende ob der da... Ich muss am Ende eigentlich, das ist wahrscheinlich die Herausforderung eines solchen Podcasts, das Ziel sollte sein dass das Publikum nicht enttäuscht ist dass du die Kernfrage des Podcasts nicht beantwortest, weil sie sind auf dem Weg dahin gut unterhalten worden.

00:47:05: Darum geht's!

00:47:06: Wir müssen jetzt zum Schluss nochmal ein bisschen Zahlen reden wenn wir diese Frage stellen ob der Qualitätsjournalismus gerettet wird.

00:47:13: Podcast da geben ja immer nicht so gerne Zahlen raus wie viel ihre Podcast gehört werden.

00:47:17: ich weiß nicht.

00:47:18: bist du da anders würdest du sagen?

00:47:21: Wieviel eine Folge erreicht wie viele Leute?

00:47:23: Ja das Ding ist, ich bin nicht nur Journalist und Podcaster sondern auch Produzent also ich bin Geschäftsführer Und deswegen da bin ich auch sehr mit der Mütze, würde ich sagen ... Ich sag ja gar nix.

00:47:34: Aber es gibt ein paar Zahlen die wir ja schon teilweise veröffentlicht haben, deswegen... Ja?

00:47:38: Dann sag doch mal so'n ... Ich weiß nicht welcher euer Bester war, wie viele Leute hören so eine Folge?

00:47:46: Kommt immer drauf an.

00:47:47: Ich meine nur wahrscheinlich dass im Bestlauf das aber auch öffentlich gemacht.

00:47:50: bei Quibono Die ersten beiden Staffeln sind insgesamt glaube ich über zehn Millionen Mal gestreamt worden.

00:47:56: Das ist sehr sehr viel.

00:47:58: Und dann hast du Podcasts heute, wo man sagt so naja, soweit du hundert, zweihundert tausend pro Episode schaffst.

00:48:05: Es ist schon ein sehr gut laufender Doku-Podcast und ich würde sagen in aller Regel die Produktionen, die wir machen diese Staffeln, diese Millionen Market zumindest wird da immer geknackt.

00:48:15: Das freut mich, dass du das sagst.

00:48:16: Ich war letztens auf einem Podium wo dein Ex-Geschäftspartner Patrick Stegemann mit der gleichen Frage genervt wurde und dann auch sagte so hunderttausend ist für eine Folge ne gute...ne gute Marke?

00:48:26: Für ein Episode.

00:48:27: ich habe noch mal nachgeguckt.

00:48:29: Eins live zum Beispiel erreicht jeden Tag zwei Komma acht Millionen Menschen WDR fünf siebenhundertausend.

00:48:35: Und wenn man sich auch anguckt wer Podcast hört selbst in den jüngsten Zielgruppen Wo die meisten podcast hören nicht ganz die Hälfte Der menschen.

00:48:43: das heißt Ja, super erfolgreiche Projekte.

00:48:47: Aber doch am Ende irgendwie auch Nische und zahlenmäßig gar nicht so krass.

00:48:52: dass es die ganze Gesellschaft erreicht?

00:48:55: Weiß ich nicht.

00:48:56: also es gibt dann so Podcasts ultra erfolgreich natürlich sind.

00:49:02: Das sind so diese Talk-Formate, die auch quasi im weltweiten Vergleich an der Spitze sind.

00:49:08: das ist dann sowas wie gemischtes Hack oder sowas Felix Lobrecht und Tommy Schmidt.

00:49:12: Die sind in den Spotify Charts auch weltweit oben.

00:49:16: Ist ja noch mal was anderes?

00:49:17: Ja aber trotzdem ist das mit dem Medium quasi erreicht.

00:49:20: D.h man sieht da zumindest schonmal okay das Potenzial von.

00:49:23: Man kriegt offenbar die Leute schon dahin sich sich in dieses Medium zu begeben um es anzuhören.

00:49:29: Und dann ist natürlich etwas noch, das sich ja über die Zeit natürlich auch verändert hat.

00:49:33: Also dass es mehr geworden ist und auch weiterhin auch steigt.

00:49:35: Das heißt so ein Medium was quasi jetzt inzwischen gar nicht mal Nische ist sondern tatsächlich einfach Mainstream.

00:49:41: Jeder möchte gerne Podcasts, Leute wissen, dass es Podcasts gibt und wird immer mehr gehört, wird immer größer... Und natürlich ist auch die Frage von so sozialem Kapital, in dem Sinne.

00:49:53: Also worüber reden dann die Leute denn auch?

00:49:55: Was wird dann Social Media irgendwie verhandelt und gesprochen?

00:49:58: Was nimmt man quasi auch mit?

00:49:59: wie wird das weitergetragen?

00:50:01: Auch Podcasts, die inzwischen noch verfilmt werden beispielsweise?

00:50:03: Ich glaube, dass Medium ist nicht mehr ein Anfangsphase.

00:50:09: Es ist aber jetzt auch noch nicht komplett da wo es sein könnte.

00:50:13: Aber ich glaube, es ist gerade auf einem sehr guten Weg zu einem Medium zu werden.

00:50:18: Ich glaube, gerade so diese langen Doku-Podcast sind am Ende auch ein bisschen in Bubbleformat.

00:50:24: Es gibt Leute die das sehr gerne hören und wo ganze Freundeskreise auf jeden neuen Podcast warten aber gleichzeitig... gibt's auch Gruppen in der Gesellschaft, die man glaube ich gar nicht damit erreicht.

00:50:35: Ja das ist auf jeden Fall!

00:50:36: Also es muss gucken wie man diese Leute hier rankriegt und bei so Sendern, wenn öffentlich-rechtlich in diesen Gesprächen ist, gehts oft um Zielgruppen und wir müssen jungen Leute erreichen oder auch älteren Leuten, je nachdem welchen Podcast man da macht mit welcher Redaktion, ist das immer ein bisschen auch im Fokus.

00:50:54: Und dann muss man irgendwie in dieser Audiothek erreichen, diese Audi Sounds heißt das ja jetzt Und Distribution ist halt so wirklich der Killer, meistens.

00:51:04: Dass man nämlich keinen guten Plan hat wie man diese Podcasts, diese tollen Produkte die man hat distribuiert.

00:51:09: also wie kriege ich das unter die Leute?

00:51:11: Weil man kriegt dann vielleicht ein Budget dafür dass man den Podcast macht.

00:51:15: aber wie man auch aus der Filmbranche weiß Man muss wahnsinnig viel Geld eigentlich auch in eine Distribution stecken dass das die Leute auch mitbekommen, dass man irgendwie Werbung schaltet oder dass man irgendwo stattfindet.

00:51:26: Das geht halt sonst ... wie du gerade gesagt hast nur in der Bubble drin und man teilt gegenseitig, macht einen Hinweis drauf aber das erreicht dann eine bestimmte Baseline überrascht das dann einfach noch nicht mehr.

00:51:40: Dieser Podcast endet immer mit einer konstruktiven Schlussfrage.

00:51:46: Ich habe drüber nachgedacht, wir haben jetzt über das Geschichten erzählen geredet.

00:51:49: Es gibt gerade Akteure in dieser Gesellschaft die uns sehr schlechte Geschichten erzählen, nämlich dass alles dem Untergang geweiht ist und wir eigentlich keine Chance mehr haben.

00:51:57: Und sie haben auch sehr klare Vorstellungen davon wer unsere Feinde sind.

00:52:01: Deswegen wäre meine Frage an dich zum Schluss.

00:52:04: Welche Geschichten sollten wir uns gegenseitig öfter erzählen?

00:52:07: Welche Geschichte brauchen wir irgendwie in der Gesellschaft mehr?

00:52:14: All unseren Geschichten und Sachen, die wir machen, von denen ich überzeugt bin, dass wir sie erzählen müssen.

00:52:19: Geht es ja irgendwie ein bisschen so um Begegnung?

00:52:22: Und ich meine gar nicht das zu unserem formatierten Sache, sondern man setzt in die zwei gegenseitige Perspektiven irgendwie rein.

00:52:29: Sondern man hat einen Ort wo man sozusagen mal so Sinnzusammenhänge zusammenbringt.

00:52:34: also Ich glaube, mehr Geschichten erzählen, die uns erklären wie wir zu diesen Momenten gekommen sind, die Wir tagtäglich erleben.

00:52:43: Also es ist dieser klassische Kniff von, um zu verstehen was jetzt passiert ist müssen wir mal zwanzig Jahre zurückgehen.

00:52:48: Kontext.

00:52:50: Dieser Kontext erfüllt oft weil wir in der Zeit leben die sehr nachrichtlich ist.

00:52:54: also man bekommt dann so die Nachrichten mit, die Explosionen aber nicht wie die Explosion überhaupt zustande gekommen ist.

00:52:59: How did we get there?

00:53:00: So das ist so die Frage die ja oft nicht beantwortet wird.

00:53:03: und dann entsteht ein witziger Trugschluss.

00:53:06: Nämlich hast du nämlich auch schon vorhin gesagt einmal von paar Minuten, nämlich so die komplexe Welt, Komplexität.

00:53:11: Ich bin überzeugt davon, dass sie halt gar nicht so komplex ist.

00:53:14: Wir haben nur wahnsinnig vieles unterkomplexes.

00:53:17: Also wir haben so Unterkomplexität hier da und in der Masse wirkt das Komplex Und die Aufgabe von Journalismus ist glaube ich Das zu ordnen.

00:53:27: Nämlich zu sagen, ich nehme das raus und dann eine Kette daraus.

00:53:31: Und ich nehm dich mit So und ich zeige dir wie ich davon dort durch diesen Wald an Unterkomplexität dahin gekommen bin.

00:53:40: Weil die Antwort oft auf diese Fragen sind gar nicht so kompliziert, ehrlicherweise.

00:53:43: Also es sind ja alles auch Menschen, die dahinter stecken im Ende.

00:53:46: Es ist so kompliziert ist das nicht!

00:53:48: Aber diesen Eindruck haben wir und ich glaube, dass ist meine Aufgabe, durch den Wald irgendwie zu

00:53:52: führen.".

00:53:57: Das

00:54:05: war ein Podcast über das Geschichten erzählen, aufgenommen am zweiten Oktober in Bonn beim Bee Future Festival.

00:54:12: Wir erzählen ja ständig Geschichten uns gegenseitig oder auch uns selbst über das was wir erleben und darüber wie wir sein wollen.

00:54:20: Micha hat dieses Gespräch mit Keshraub zum Nachdenken gebracht.

00:54:23: Darüber welche Geschichten wir öfter hören und erzählen wollen die davon dass alles schief läuft?

00:54:29: Oder doch die mit Hoffnung auf Happy End.

00:54:32: Ihr findet in den Shownotes links zu allen Podcasts, über die wir heute gesprochen haben.

00:54:38: Die nächste reguläre Staffel von Nice und Nötig kommt nächstes Jahr dann.

00:54:43: Bis dahin könnt ihr natürlich sehr gern die Folgen hören, die es schon gibt falls ihr die noch nicht kennt.

00:54:48: Zwölf Menschen waren bei mir schon zu Gast Und alle hatten sehr konkrete Ideen für bessere soziale Medien Für eine starke Demokratie und auch für mehr Austausch mit Menschen, die nicht zur eigenen Bubble gehören Wenn euch Menschen oder Themen einfallen, die ich ihr nice und nötig mal vorstellen sollte dann schreibt mir sehr gerne.

00:55:08: Das geht zum Beispiel auf Instagram oder auf Blue Sky oder auf Mastodon Oder ihr schickt mir einfach eine Mail, die geht an anikaadübermedien.de.

00:55:20: Anika mit zwei N sag' ich nochmal dazu.

00:55:23: Übermedien ist ein Online-Magazin für Medienkritik.

00:55:26: Wir decken Fehler in anderen Medien auf und wir erklären die Hintergründe.

00:55:30: Schaut gerne mal bei übermedien.de vorbei, da findet ihr dann auch unseren kostenlosen Newsletter große Empfehlung.

00:55:38: oder ihr macht es wie Cashrau und werdet übonent oder Übonentin unterstützt uns also mit einem Abo.

00:55:50: Konzept und Recherche von mir kommen, Annika Schneider.

00:55:53: Meine Kollegin Lisa Cräher hat diese Folge wunderbar redaktionell abgenommen und die Musik kommt von Alexander Graf.

00:56:01: Danke dass ihr mit zugehört habt!

00:56:03: Tschüss.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.