Paywalls – Endlich eine Flatrate für Journalismus?
Shownotes
Das kennt wohl jeder: Man klickt auf den Link zu einem interessanten Artikel – und kann dann den Text nicht lesen, ohne ein Abo abzuschließen. Selbst wer für guten Journalismus zahlen will, kann sich kaum Zugänge von allen großen Medienhäusern leisten.
Wie schön wäre es, einmal zu zahlen und dafür Artikel von „Zeit“, „Spiegel“, „FAZ“ und der Lokalzeitung zu lesen. Die Idee eines solchen „Spotify für Journalismus“ gibt es schon lange, aber sie ist immer wieder gescheitert.
Swantje Dake war früher als Chefredakteurin einer Regionalzeitung für Digitalthemen zuständig. Vor zwei Jahren hat sie mit ihrem Partner Peter Hornik das Angebot „Unlock“ gegründet. Für 15 Euro im Monat sollen die Nutzer:innen nicht alle, aber viele Artikel von verschiedenen Medienhäusern lesen dürfen. Eine Beta-Version ist schon online, ein paar Nachrichtenagenturen und Verlage sind schon dabei, aber noch fehlen die großen Namen.
In dieser Folge erzählt Swantje, warum viele Zeitungsverlage lieber ihre eigenen Abos verkaufen und warum sie trotzdem an ihre Idee glaubt. Sie erzählt, warum Deutsche weniger für Journalismus zahlen wollen als Menschen in anderen Ländern und wie es ist, wenn der Start-up-Partner gleichzeitig der Lebenspartner ist.
Gast & Host
Swantje Dake ist Gründerin und Beraterin für Medienunternehmen. Sie hat bei der „Hamburger Morgenpost“ volontiert, einem Boulevardblatt. Danach war sie sieben Jahre beim Magazin „Stern“, wo sie unter anderem den Newsroom leitete. Bis 2023 war sie schließlich Chefredakteurin Digitales bei der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“.
Annika Schneider ist Redakteurin bei Übermedien und überzeugte Optimistin. Das Radiomachen und Podcasten hat sie als Moderatorin, Autorin und Planerin beim Deutschlandfunk gelernt.
Feedback und Hinweise jederzeit gerne an annika@uebermedien.de oder über Instagram, BlueSky oder Mastodon.
Zum Weiterlesen
- Befragung zur Mediennutzung und Zahlungsbereitschaft in Deutschland (Digital News Report des Reuters Institute)
- Studie zu kooperativen Journalismusplattformen und Zahlungsbereitschaft dafür (Landesanstalt für Medien NRW)
- Interview: Wieso gibt es kein Spotify für Journalismus? (Übermedien)
- Du wolltest schon immer Zeitungsartikel einzeln kaufen? Mit Blendle stirbt diese Möglichkeit gerade (Übermedien)
- Kolumne: Sex auf der Startseite klickt gut – na und? (Übermedien)
- Medienpass: Kombi-Angebot von Übermedien, Krautreporter und Good Impact (nur im Juli)
Über Übermedien
Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus hat, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter. Mehr dazu auf uebermedien.de.
Redaktionelle Abnahme: Lisa Kräher, Musik: Alexander Graf
Transkript anzeigen
00:00:00: Der Mann, mit dem du ein Start-up gegründet hast ist gleichzeitig dein Lebenspartner.
00:00:04: Ist das ein Modell, dass du weiter empfehlen würdest?
00:00:07: Ich hätte mir das vor fünfzehn, zehn vielleicht auch vor fünf Jahren überhaupt nicht vorstellen können.
00:00:13: Als ich mein Wohl und Tariat gemacht habe da gab es einen Ehepaar bei uns in der Redaktion und ich hab immer den Kopf geschüttelt und hab gedacht wie langweilig ist denn das, dass man morgens zusammen zur Arbeit kommt abends wieder zusammen fährt Und dann hat man auch noch das Gleiche erlebt.
00:00:29: Bei uns ist es jetzt ja nochmal extremer, wir wohnen in einer Wohnung, in der wir gleichzeitig arbeiten.
00:00:34: Wir bauen an dem gleichen Start-up und hängen da mit dem gleichen Geld drin.
00:00:37: Wir haben einen Hund um den wir uns kümmern – also wir sind eigentlich vierundzwanzig sieben zusammen!
00:00:43: Für mich ist es gerade die ideale Konstellation im Aufbau des Startups weil wir eigentlich auch an jedem Tag arbeiten.
00:00:51: und welcher Partner würde das aushalten wenn er nichts mit dem Inhaltlich zu tun hat?
00:00:56: Mit jedem Tag meinst du Sonntags auch.
00:00:58: Auch, ja!
00:01:00: Hi ich bin Annika und ich lade mir in diesem Podcast Menschen ein die was richtig Gutes auf die Beine stellen für bessere Medien, für besseren Journalismus.
00:01:10: am Ende für uns alle.
00:01:12: In dieser Folge geht es um das Start-up, dass die Journalistin Svanche Dake gegründet hat.
00:01:17: Vor allem aber geht's um Geld!
00:01:20: Es ist uns ja irgendwie allen klar, dass wir dafür zahlen müssen wenn wir guten Journalismus wollen.
00:01:25: Aber guter Journalismus ist halt auch teuer.
00:01:28: Man merkt das ja immer dann, wenn man auf irgendeinen interessanten Artikel klickt und dann landet man erst einmal vor einer Paywall.
00:01:35: Das sind diese Fenster in denen steht wer weiterlesen will muss erstmal ein Abo kaufen.
00:01:41: Kein Mensch kann sich Abos von allen möglichen Zeitungen leisten und die Möglichkeit nur diesen einen Artikel zu kaufen, die gibt's meistens gar nicht.
00:01:49: Svanje Dake hat deswegen zusammen mit ihrem Partner Peter Hornig ein Angebot gegründet namens UnLock.
00:01:57: Die Idee ist dass die NutzerInnen pro Monat fünfzehn Euro zahlen und dafür Texte von verschiedenen großen Zeitungen und Magazinen lesen können also so'n bisschen wie ein Spotify oder auch Netflix für Journalismus.
00:02:10: Die Idee klingt so einfach, das müsste es ja eigentlich schon seit Jahren geben.
00:02:15: In dieser Folge reden wir darüber warum solche Projekte bisher immer wieder gescheitert sind und natürlich darüber was Zwanke anders machen will.
00:02:22: Am schwierigsten ist es nämlich die Zeitungsverlage dazu zu bringen mitzumachen.
00:02:27: Zwanje ist überzeugt Journalismus sollte für möglichst viele Menschen zugänglich sein – und Anlog soll dazu beitragen!
00:02:34: Ich bin Annika Schneider, Redakteurin beim Online-Magazin Übermedien.
00:02:38: Ich bin überzeugte Optimistin und deswegen ist das hier nice und nötig!
00:02:43: Der Podcast für gute Ideen von
00:02:46: Übermedia.
00:02:48: Du hast bei der Hamburger Morgenpost angefangen – es ist ein Boulevardblatt?
00:02:52: Dann warst du sieben Jahre beim Stern in Hamburg, hast zum Schluss dort auch den Newsroom geleitet.
00:02:58: Dann warst du Chefredakteurin Digitales bei einer großen Regionalzeitung in Stuttgart, der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarten Nachrichten.
00:03:06: Du hast also schon viele Redaktionen von innen gesehen?
00:03:11: Erinnerst du dich an den Moment als klar war es kann jetzt nicht mehr alles im Internet kostenlos sein sondern wir brauchen jetzt irgendwie Paywalls Zugangsbegrenzung gegen Geld?
00:03:23: Das war zu meiner Zeit bei der Stutthalter Zeitung.
00:03:27: Also ich kam im Jahr zwei Tausend Fünfzehn dahin und da gab es bereits erste Überlegungen für die Paywall.
00:03:34: Und das war eine der ersten Regionalzeitungen, glaube ich, die sich wirklich auch überlegt haben wie gehen wir etwas an?
00:03:42: Sowohl technisch als auch inhaltlich!
00:03:45: Es war ein sehr vorsichtiges Herantasten.
00:03:49: Wir wollten auf gar keinen Fall alles hinter die Pay Wall sondern so... Ein, zwei Texte am Tag und um Gottes Willen die Reichweite.
00:03:55: Wir dürfen die Reichweit nicht
00:03:57: gefährden.".
00:03:58: Also live gegangen sind wir, glaube ich, im Jahr two-tausendsechzehnte oder zweitausend siebzehn?
00:04:02: Also eigentlich relativ früh und es ist irgendwie jetzt ja doch knapp zehn Jahre her wahnsinnig viel passiert weil wir hatten ehrlicherweise alle keine Ahnung davon wie man das macht und wie man dass strategisch aufsetzt wie man da mit Leserinnen und Lesern drüber spricht.
00:04:18: also da hat sich so viele entwickelt in den letzten zehn Jahren
00:04:21: Wobei es ja rückblickend auch total absurd ist, dass irgendwann mal Medienhäuser dachten naja online ne dann nehmen wir kein Geld für das.
00:04:29: stellen wir erstmal alle unsere teuren Inhalte einfach so dahin und jeder kann mal reingucken.
00:04:34: Rückblickend Ja!
00:04:35: Es ist natürlich komisch dass man gesagt hat Wir wollen doch eine ansprechende Summe haben wenn wir wenn wir Dinge drucken aber im Internet lassen wir mal irgendwie alle drauf zugreifen.
00:04:47: Aber das internet hat halt auch lange Niemand wirklich ernst genommen in der Medienbranche.
00:04:51: Viele haben gesagt, das Internet geht auch schon wieder weg!
00:04:55: Inzwischen kennt ja wirklich jeder Paywalls weil man da dauernd gegenrennt wenn man im Internet unterwegs ist Man kriegt einen Link geschickt oder man sieht irgendwo ein spannender Link klickt drauf und dann bam bitte einloggen bitte zahlen.
00:05:10: Sind das für Medien nicht erstmal totale Image-Killer?
00:05:14: Weil ich gehe in Erwartungen Auf eine Webseite, da oben steht das Logo vom Medienhaus.
00:05:19: Ich bin wirklich interessiert und dann denke ich mir toll!
00:05:21: Kann ich jetzt nicht lesen?
00:05:22: Das passiert fünf mal zehnmal zwanzig Mal... Und irgendwann habe ich keinen Bock mehr überhaupt auf die Seite zu klicken.
00:05:28: Ja eigentlich versteckt man das Beste was man hat hinter so einem extra dicken Vorhänge-Schloss und sagt hier musst du erstmal Eintritt zahlen.
00:05:35: Also der Logik, der Verlage heraus nachvollziehbar.
00:05:39: Weil warum soll man alles kostenlos anbieten?
00:05:42: Und das ist ja auch sehr viel Arbeit, die davor passiert bevor es da stehen kann.
00:05:47: und gleichzeitig ist es natürlich die Frustration bei den Leserinnen und Lesern, die dann voller Neugier, ich möchte das jetzt wissen und ich möchte dass jetzt lesen erstmal so eine Vollbremse machen.
00:06:00: inzwischen ist es vielleicht gelernt und ich glaube inzwischen iss auch soweit gelernt, dass viele schon gar nicht mehr drauf klicken Und die klicken
00:06:06: gar nicht mehr auf den Englisch, weil sie denken ich kann es dann eh nicht lesen.
00:06:10: Also man liest das immer wieder auch in Social Media ja ist ja hinter einer Pay Ball oder kann ich nicht lesn?
00:06:18: Ich habe kein Abo.
00:06:20: Da spürt man ja auch die Frustration heraus aus diesen Kommentaren.
00:06:25: Du hast es ja gerade schon angesprochen dass ganz am Anfang... Auch genau diese Angst da war, Leserin und Leser zu verschrecken.
00:06:32: Und ich als Journalistin wenn ich Texte schreibe... Ich freue mich natürlich am meisten, wenn das möglichst viele lesen.
00:06:38: Dafür schreiber ich sie ja!
00:06:39: Wir haben jetzt bei Übermedien das Glück dass unsere Paywall immer nach sieben Tagen wegfällt und dann alles in so ein freizugängliches Archiv quasi wandert.
00:06:47: aber ganz grundsätzlich Auf der Redaktionsseite denkt man sich wahrscheinlich immer erst mal, ob bitte keine Paywall.
00:06:53: Ich möchte gerne jetzt das viele Leute lesen können was ich hier mühsam zusammengetragen habe und ja wahrscheinlich auch gesellschaftlich relevant finde im besten Teil.
00:07:01: Ja die Diskussion gab es früher definitiv also da hat man wirklich mit einzelnen Redakteuren darüber gesprochen ob der Text jetzt hinter die paywall geht oder nicht.
00:07:10: gleichzeitig hat sich dann natürlich das auch etabliert dass man gesagt hat das ist unser Geschäftsmodell in Zukunft Weil man spricht in Redaktionen heute viel, viel mehr auch über das wirtschaftliche.
00:07:20: Wie finanzieren wir uns eigentlich?
00:07:23: Deswegen ist es glaube ich jetzt nicht mehr so das Thema, dass man sagt bitte nicht hinter die Paywall!
00:07:27: Bitte lasst meinen Text irgendwie frei zugänglich weil... Auch trotz einer Paywall kann ein Text ja hohe Reichweiten und hohes Leserinteresse erzeugen.
00:07:36: Und gerade auch, vielleicht hat sich das sogar ein bisschen verschoben in Richtung dass man guckt wie viele Abos hatten mein Text gemacht?
00:07:44: Wie viele Leute haben den Text trotzdem angeklickt und deswegen dann endlich in ein Abo gegangen.
00:07:50: Das schließt ganz gut dran an weil was ich mich gefragt habe wie oft passiert es denn eigentlich dass Menschen einen Text so dringend lesen wollen Dann ein Abo abschließen.
00:08:02: Das können doch eigentlich nur Bruchteile sein von den vielen Klicks, die man auf so eine Paywall kriegt?
00:08:08: Es sind Bruchteil und das hängt allerdings dann sehr stark vom Text ab und vom Thema glaube ich.
00:08:13: Wenn einen Text wahnsinnig interessiert – ich nehme jetzt beispielsweise mal eines der Bekanterinnen, das Thema Ulmen Fernandes beispielsweise, dass wir deutlich mehr Abos generiert haben als Alltagsthema.
00:08:27: Also da sieht man dann doch weniger Klicks auf eine Paywall, vor allen Dingen auch dann weniger Kliks die dann im Abo ankommen weil es in der Paywall ist ja mehr stufig.
00:08:36: ich klicke erstmal drauf und dann muss sie mich für ein Abo entscheiden.
00:08:39: welches nehme ich?
00:08:40: Nämlich das Probe-Abo, nämlich einen Monats-Abon, nämlich ein Jahres-Abow und gebe dann irgendwann auch meine Zahlungsdaten ein und auf dem Weg dorthin Kann ja ganz viel passieren.
00:08:50: Ich kann das Interesse als Leserin verlieren, ich hab vielleicht meine Karte nicht griffbereit, ich stehe an der Bushaltestelle und der Bus kommt gerade... Also mich kann ja ganz viele davon abhalten dann doch bis im Abo anzukommen Und deswegen ist es immer nur ein Bruchteil und einen Bruchteil geht darauf dem Weg verloren.
00:09:07: Gibt's denn da so Themen die wohl bekannt sind in Redaktionen?
00:09:11: Das sind die Abo-Bringer oder auch Textform.
00:09:15: Ich glaube, das hängt auch sehr stark von der jeweiligen Marke ab.
00:09:18: Wenn es eine Regionalzeitung oder eine Lokalzeitung ist, dann sind es eher die regionalen, die lokalen Themen, die vor Ort stattfinden und dann ist es vielleicht weniger die Außenpolitik.
00:09:27: Aber auch da kann es mal ein Text sein Thema sein, das war nicht gut funktioniert weil es ein großes Interesse hat.
00:09:34: Dann gibt es viele Themen aus dem Bereich Partnerschaft, Psychologie Lebenshilfe im allerbesten Sinne.
00:09:46: Die sind in den vergangenen Jahren einfach sehr, sehr stark als Abo-Bringer in vielen Redaktionen – also von lokal bis überregional bekannt geworden.
00:09:55: Also das was wirklich dieses Servicethema nutzwert und was da sehr hoch ist, dass dann häufig auch die Abo Charts angeführt haben oder immer noch anführen?
00:10:08: Wahrscheinlich zum Beispiel in der Übermedien-Community, die ja für uns zahlen.
00:10:13: Aber auch bei anderen Menschen irgendwie schon so dass man weiß naja... ...für guten Journalismus muss ich halt zahlen sonst habe ich ihn irgendwie nicht mehr.
00:10:21: und trotzdem.. Ich hab das mal für mich so versucht zu überschlagen.
00:10:24: also ich zahle... Ich zahle aktuell neun Euro für das Digital-Abo von meiner Lokalzeitung.
00:10:33: Und jetzt habe ich das Glück, ich komme über meine Arbeit an viele Abos dran!
00:10:36: Aber sagen wir mal, ich würde mir noch den Spiegel gönnen und das Zeitabo, die beide vierundzwanzig Euro kosten?
00:10:41: Dann bin ich bei über seventy fünf Euro.
00:10:44: Da hab' ich noch kein Musikstreaming drin und da hab' auch noch keinen Amazon Prime Netflix oder sonst irgendwie Video Streaming drinnen.
00:10:51: Geschweige denn
00:10:52: Sportberichterstattung?!
00:10:54: Das heißt auf der einen Seite... Das geht echt ins Geld auf der Seite der Menschen, die es zahlen.
00:10:59: Wie sieht das denn auf der anderen Seite aus?
00:11:01: Machen dann die Digital-Abus inzwischen bei den Medienhäusern schon einen richtigen Batzen auch im Budget aus?
00:11:07: Schaffen die das dann auch schon Journalismus gegenzufinanzieren mit solchen Preisen?
00:11:12: Da muss man Unterschied machen zwischen den regionalen Häusern und auch den überregionalen.
00:11:16: Im regionalen Lokalen ist es häufig noch so dass der allergrößte Anteil durch Print kommt – durch den Printumsatz.
00:11:24: Also bis hin zu eighty-fünf Prozent des Umsatzes von Regionalhäusern wird dann häufig noch durch Print gemacht.
00:11:31: Also Print heißt gedruckte Zeitung?
00:11:32: Gedruckter
00:11:33: Zeitung
00:11:34: und E-Paper!
00:11:36: Nee, wirklich Papier.
00:11:38: Dort sind zwar auch die Kosten wahnsinnig hoch, weil ich habe Energiekosten zum Drucken.
00:11:43: Ich hab die Vertriebskosten, also sprich ich muss ja die Zeitung bis in den Briefkasten bekommen.
00:11:47: Das ist ein hoher Kostenfaktor für Medienhäuser, da stecken Menschen hinter denen Mindestlohn bekommen und das Digitale ist im regionalen... und lokalen noch nicht so groß.
00:11:59: Da muss man aber auch wiederum Unterschiede machen zwischen den unterschiedlichen Häusern, also da gibt es auch einige die halt mehr ihres Umsatzes schon durch das Digitale machen als andere.
00:12:10: Und in den Nationalen, also sei es die Süddeutsche, sei ist der Spiegel, sei isst die FATS.
00:12:15: Da sagt man eigentlich dass es helftig, also halfte digital- und hälfte Printumsatz... ...und das Bestreben von ganz vielen ist es Die Redaktion durch die digitalen Umsätze zu finanzieren.
00:12:28: Also alleine, durch digitale Umsätze ist dann aber auch digitale Werbung und wenn man auf Seiten unterwegs ist und kein Adblocker hat, dann ist da ganz schön viel Werbung drauf – jeglicher Couleur!
00:12:39: Und das Abo, dass es dann die Leserfinanzierung ist.
00:12:43: Da gibt es unterschiedliche Bestrebungen.
00:12:45: dazu sagen wir wollen immer stärker leserfinanziert werden.
00:12:48: also das was wir durch die Aboeinnahmen einnehmen soll das sein was uns finanziert.
00:12:54: Weil der Werbelmarkt, der ist ganz häufig schon bei Google, bei Meta und Co.
00:12:59: Also sprich das was eigentlich auch mal zu einem sehr hohen Anteil die Medien finanziert hat nämlich die Werbung ist auch kein Umsatzgarant mehr.
00:13:10: Ich meine wir reden jetzt drüber dass es ganz schön schwierig ist eine Paywall zu verkaufen Und dann bringt so ein Abo noch gar nicht einmal den Riesenbatzen ein Den Print-Abo machen könnte.
00:13:22: vielleicht Gäfst du nicht auch Möglichkeiten, ganz anders zu denken?
00:13:25: Also Werbung hast du gerade schon gesagt.
00:13:27: Na ja da schaltet man dann eher bei Google Veranstaltungen... Es gibt ja auch Verlage die Reisen gleich mitverkaufen.
00:13:35: also muss es das sein dieses Abo-Modell?
00:13:39: Ja also ich meine Verlage haben ja schon immer viele verschiedene Einkünfte gehabt.
00:13:43: Die haben die Reise gehabt sie haben irgendwelche Veranstaltungen gemacht für ihre Abonnenten haben auch andere Dinge verkauft, die vielleicht gar nicht so sehr mit Journalismus zu tun hatten.
00:13:55: Aber die Haupteinkunftsquellen waren immer die Werbeflächen, sei es in der Zeitung oder im Netz und die Abo-Finanzierung durch die Leserin und Leser.
00:14:08: Das waren diese zwei... größten Batzen eigentlich.
00:14:11: Sei denn du hast einen Verlag, wo du noch ganz andere Dinge dran gebaut hast die dann wirklich den Journalismus quer finanzieren sei es beispielsweise Axelspringer die dann auch durch ihre ganzen Portale die sie hatten haben sich jetzt auch schon wieder verändert.
00:14:25: ja da dass man ein richtiges großes Portfolio hat wo du nicht nur die Medienmagen hast sondern und noch anderes aber das ist relativ selten würde ich sagen in der Verlagsbranche
00:14:36: Die also wirklich auch noch andere Unternehmen sich dazugekauft haben, als breite Unternehmensgruppe aufgestellte.
00:14:43: So kann man es vielleicht sagen.
00:14:46: Ich meine die Idee, die du ja jetzt auch verfolgst mit Unlock deinem Startup nämlich dass ich einmal zahle und dann auf verschiedene Inhalte zugreifen kann, liegt ja total auf der Hand Und ich glaube da gibt's auch viele Menschen die sofort sagen würden gucke ich mir zumindest mal an.
00:15:03: Nun war es bei dir so, dass die Geschichte vor fünf Jahren anfing.
00:15:08: Etwas ungewöhnlich bei einem Bumble-Date... Ich erzähle das jetzt hier so oft mal.
00:15:11: du das auch auf LinkedIn geschrieben hast!
00:15:13: Man darf das also wissen.
00:15:15: Das war ein Reinspaziergang in Corona Zeiten und mit dem Mann den du da getroffen hast Peter Hornig bist du heute nicht nur zusammen sondern ihr habt eben zusammen auch Anlog gegründet.
00:15:25: Wie ist aus diesem Date die Idee geworden genau da jetzt reinzugehen?
00:15:34: Es fing wahrscheinlich nicht gleich beim ersten Date an, aber schon so beim zweiten oder dritten Gespräch.
00:15:41: Also sehr, sehr früh!
00:15:43: Denn Peter hatte – war einer der ganz frühen Blendele-User.
00:15:47: Also Blendelee war im Jahr zwei Tausend Dreizehn und Zwei Tausends Vierzehnte ein holländische Startup die auch in Deutschland aktiv waren und die das Thema Einzelkauf von einzelnen Artikeln groß gemacht
00:15:59: haben.
00:16:00: Wenn ich da kurz mal zwischendurch... Das war quasi die Idee, dass das jeder versteht.
00:16:04: Ich sehe einen Artikel und dann zahle ich eine kleine Summe und kann diesen Artikel lesen ohne den Abo abzuschließen.
00:16:09: Und der Transparenzhalber auch über Medien hatte mal eine Paywall mit Blendele bevor es dann ... ... im Jahr- und Jahrzehnt zwanzig glaube ich eingestellt wurde, ne?
00:16:18: Ja!
00:16:18: Das gab's eine ganze Weide lang und am Anfang war der Hype glaube ich irre groß... ...und dann nahm das aber so langsam ab kurioserweise weil gleichzeitig ja auch die Paywalls zunahmen.
00:16:28: also es gab immer mehr Medien die dann ... ein Digital-Abo angeboten haben und eigentlich müsste der Bedarf ja dann gestiegen sein.
00:16:38: Aber die wurden, glaube ich, dreiundzwanzig wurden sie dann eingestellt.
00:16:43: Ja wir fingen an darüber zu sprechen beziehungsweise er sagte Ich war damals Fan warum gibt es das nicht mehr?
00:16:49: Und er hatte damals schon für sich auch überlegt, wie muss denn so eine Seite konstruiert sein?
00:16:54: Was braucht so ne Seite wenn mehrere Verlagsinhalte auf einer Seite zusammenkommen.
00:16:59: Dazu muss man wissen... Peter hat in seinem Leben mehrere Unternehmen gebaut und mehrere Plattformen auch aufgebaut.
00:17:05: Also er hatte schon immer so gedacht, dass Plattform ein guter Marktplatz sind und ein gutes Geschäftsmodell sowohl für die Anbieter als auch für die Käufer.
00:17:14: Und ich war damals halt noch im Verlag und wir hatten Corona-Zeit Wir hatten super Reichweiten, wir hatten super Aboabschlüsse... ...und oh Wunder ist funktioniert jetzt endlich nach mehreren Jahren auch im Digitalen!
00:17:28: Da war mir klar Das Bedürfnis auf der Kundenseite ist da, aber aus Verlagseite gibt es ganz viele Gegenargumente und die habe ich ihm dann auch alles schön auf den Tisch gelegt.
00:17:39: Genau also das Bedürfenes auf Kundenseiten ist da nicht nur ein Abo bei meiner Lokalzeitung abzuschließen sondern mit einem Abo auf verschiedene Medienhäuser zugruft zu haben oder?
00:17:47: Das ist das Bedirfnis von dem du jetzt sprichst
00:17:50: genau!
00:17:50: Also das Bedırfnis zu sagen Ich lese quer so wie ich das.
00:17:54: wenn ich google dann sehe ich ja alle verschiedene Marken.
00:17:57: Da habe ich die Auswahl, manchmal klicke ich auf den Link und lande ich vor der Paywall aber grundsätzlich habe ich erstmal eine Fülle von Angebot.
00:18:05: wenn ich in den sozialen Medien unterwegs bin, habe ich eine Fölle von Angebot und es gibt gefühlt gar keine Grenzen und sobald ich dann auf einer Nachrichtenseite bin, bin ich relativ häufig an dieser Grenze, die wir dann paywall nennen.
00:18:19: Das heißt, du wusstest also Menschen möchten das und grad hast du schon gesagt Verlage möchten es eher nicht.
00:18:24: Und Du wusstes dass weil Du in einem Verlag gearbeitet hast unter ja auch in verantwortlicher Position das Digitalgeschäft mit vorangetrieben hast war das einfach Peter zu erklären der ja von der Nutzerseite drauf guckt warum Verlage da gar nicht so Bock drauf haben.
00:18:41: Also es war einfach ihm das zu erklären, weil ich diese Diskussion auch im Verlag immer mal wieder geführt habe.
00:18:46: Denn ich hab halt gesagt wollen wir uns nicht Dinge überlegen wie wir mehr Menschen davon überzeugen dann auch im Abo zu bleiben beziehungsweise würden wir vielleicht auch Einzelkauf anbieten?
00:18:55: also Ich war schon grundsätzlich Fan dieser Idee und habe aber auch gesehen Wie hart die Widerstände waren Und Peter hat das schon verstanden also aus Verlagslogik.
00:19:06: Aber er hat gesagt es wollen ja Leserinnen und Lesern Es gibt Ja Nutzerinnen und Nutzer, die das wollen.
00:19:12: Und für ihn ist dann klar, wenn es dieses Nutzerbedürfnis gibt, dann wird es auch dieses Produkt irgendwann
00:19:16: geben.".
00:19:18: Deswegen hat er da nicht locker gelassen an der Stelle?
00:19:22: Vielleicht ohne jetzt so in Verlagstiefen abzudriften, dass man das mal versteht.
00:19:26: Warum ist es für einen Verlag so furchtbar unattraktiv, die Inhalte in so ein geteiltes Abo reinzugeben?
00:19:32: Denn im Idealfall wird man ja an den Erlösen auch wieder beteiligt!
00:19:37: Der Verlag hat grundsätzlich ja das Interesse, die Abonnenten und Abonenten bei sich zu haben.
00:19:42: Also in Form von ich habe die Namen, ich hab' die Kontodaten... Ich kann den auch mit Werbung bespielen.
00:19:53: Das heißt der Abonnant gehört mir.
00:19:55: Das klingt jetzt ein bisschen radikal aber ich glaube jeder...
00:19:59: Bisschen besitzt ergreifend?
00:20:00: Genau!
00:20:01: Aber es ist glaube ich normal dass man als Unternehmen denkt, das ist mein Kunde Und das sind Verlage gewohnt, seit jeher.
00:20:09: Die haben ja Abonnenten im Print, also in der Zeitungswelt... ...die haben irgendwann mal angefangen mit dreißig Jahren eine Zeitung zu abonnieren und die wird halt abbestellt von den Angehörigen wenn der Abonent stirbt.
00:20:21: Also über dreißzigfünfzig
00:20:23: Jahre.
00:20:23: Genau so!
00:20:25: Das ist die gewohnte Denke und genauso ist man an das Digitalgeschäft auch rangegangen.
00:20:30: Und digitale Modelle, das wissen wir glaube ich alle, Unsere Sportstreaming-Dienste denken, die kündigen wir auch wenn es um Abhause ist und wenn jetzt vielleicht nicht gleich eine Fußballweltmeisterschaft stattfindet.
00:20:42: Also da ist man ja sehr viel schneller und sagt ach das brauche ich jetzt mal ein zwei Monate nicht, dass kündige ich... Das ist nicht so ein dauerhaftes über Jahrzehnte hinweg!
00:20:52: Ja, das klingt jetzt so ein bisschen als würden in Zeitungsverlagten so nostalgiker arbeiten die keine Lust auf Veränderung haben.
00:20:58: Aber ich könnte mir vorstellen es hat ja ein bisschen auch was mit Geld zu tun.
00:21:01: Nehmen wir mal Spotify.
00:21:04: alle die da ihre Musik drauf geschmissen haben sich danach beschwert welches Handbeträge dann beim Streaming rauskommen.
00:21:10: Ich könnt mir vorstellen anstatt so einen twenty fünf Euro Abo und alles landet bei mir zu haben kriege ich dann halt nur noch Bruchstücke weil ein Mensch eben vielleicht gar nicht so viel von Melis oder?
00:21:21: Hat das nicht damit auch zu tun?
00:21:22: sicherlich auch.
00:21:23: Und es hat glaube ich auch damit zu tun, wenn ich ein Abo verkaufe zu einem bestimmten Preis dann kann ich ja kalkulieren.
00:21:29: Dann kann ich sagen Ich schaffe es im Jahr so und so viele Abos zu verkaufen.
00:21:32: das heißt halt der und der Umsatz.
00:21:34: Wenn ich meine Inhalte weggebe dann weiß ich letztendlich nicht werden die so ausgespielt wie ich's gerne hätte.
00:21:42: kommt da wirklich der Umsatzrom, den ich brauche um meinen Unternehmen zu erhalten.
00:21:47: Das heißt, ich gebe da ein Großteil der Kontrolle ab und dieser Kontrollverlust – ich glaube das ist auch menschlich – ist aber auch völlig nachvollziehbar für jedes
00:21:56: Unternehmen.".
00:21:58: Okay, aber dann lass uns das mal konkret anschauen was ihr jetzt macht!
00:22:01: Ihr wollt?
00:22:03: Man muss ja dazusagen, es ist ein Startup im Aufbau.
00:22:06: Es ist nicht so dass es irgendwie schon alles fertig ist und man kann jetzt auf eure Seite gehen und hat das fertige Ding.
00:22:11: aber was ihr machen wollt ist ihr wollt Medienhäuser zusammentrommeln und dann zahlen Leute bei euch einen Abo und können dann auf Inhalte von verschiedenen Medienhäusern zugreifen.
00:22:22: weiß ich nicht ob Spotify für Journalismus trifft aber das ist erstmal die Idee wie funktioniert das ganz genau?
00:22:30: exakt so eigentlich, wie du es gerade gesagt hast.
00:22:32: Also wir licensieren die Inhalte von verschiedenen Medienhäusern und die laufen dann bei uns auf die Seite ein.
00:22:38: also es gibt einen riesengroßen Fundus von unterschiedlichen Marken sei es Zeitungsmarken, sei es Magazine, sei ist Fachmagazine.
00:22:46: Und wir denken das kann ich gleich schon mal zum Anfang sagen nicht nur deutschlandweit sondern europaweit weltweit und als User wählt man sich dann am Anfang seine Themen aus den man lesen möchte.
00:23:00: Ist es Politik, ist es Wirtschaft, ist das Sport?
00:23:03: Will ich vielleicht nur Psychologie-Themen lesen oder will ich nur etwas sehr Lokales lesen was in meiner Region stattfindet.
00:23:10: Das heißt Ich baue mir meinen eigenen Feed zusammen und der wird dann in Teilen unterbrochen von redaktionellen Flächen die wir dann bespielen weil wir davon ausgehen dass man immer so bestimmte Themen gibt, die man wissen sollte.
00:23:25: an einem Tag.
00:23:26: Man sollte vielleicht wissen, dass eine Fußball-Weltmeisterschaft stattfindet?
00:23:29: Man sollte wissen, das es ein Friedensabkommen zwischen Iran und USA gibt.
00:23:35: Und man kann dann für einen Abo-Betrack von fünfzehn Euro im Monat alles lesen.
00:23:41: Man kann sich seine Themen anpassen.
00:23:43: wenn man sagt, das interessiert mich jetzt gar nicht mehr so sehr oder da ist ein neues Thema.
00:23:47: Das interessiert mir jetzt besonders sehr.
00:23:50: Für den Leser.
00:24:06: Das geht so rum auch,
00:24:11: weil wir sicherlich nicht alle Inhalte von jedem Medium immer haben werden.
00:24:15: Sondern Ausgewählte!
00:24:18: Man kann entweder dann gucken ist dieser Text in meinem Feed?
00:24:22: Find ich den dann?
00:24:23: Oder finde ich zu dem Thema vielleicht einen anderen Text, der mich genauso gut interessiert oder genauso viel interessiert.
00:24:29: Da sind wir bei dem Punkt dass die Verlage nicht freigiebig sagen würden davon geht ihr nicht aus.
00:24:33: Wir geben alles her so wie es ja bei Spotify ist.
00:24:37: Die Künstler geben alle ihre Lieder in der Regel und nicht nur ein paar Alben sondern ihr geht eher davon aus das sind dann weiß ich nicht fünf Stücke zehn Stücke am Tag die ein großes Medienhaus euch überlässt.
00:24:49: Das hängt auch ein bisschen davon ab, was möchte der Verlag gerade?
00:24:52: Was möchte er auch austesten.
00:24:53: Wir haben jetzt einen Verlag, der hat am Anfang auch gesagt ja wir geben einen bestimmten Bereich euch und hat dann sich überlegt ach warum?
00:25:01: wir geben euch einfach alles!
00:25:02: Wir probieren einfach mal, wir gucken mal was passiert.
00:25:05: eine Befürchtung der Verlage ist ja das wenn sie uns alles geben dass Sie dann Ihr eigenes Abo nicht mehr verkaufen.
00:25:12: Es klingt ja auch erstmal logisch.
00:25:15: Warum soll ich das dann kaufen?
00:25:17: Ja, wenn ich jemand bin der beispielsweise wie ich jetzt in Düsseldorf sitze und ich habe die Rheinische Post Und ich würde dann alles von der rheinischen post bekommen auf unlock Dann könnte ich mir überlegen hey bei unlock zahle ich fünfzehn euro im monat Für rheinische post und noch ganz ganz viel mehr.
00:25:35: Weil der reinischen post zahl ich zehn euro zwölf euro im Monats könnte das Abo ja obsolet werden.
00:25:42: Wofür ich aber bei der Rheinischen Post beispielsweise bezahle, ist ja dass sie mir das zusammenstellen also entweder im ePaper oder aber auf meiner Homepage.
00:25:51: Dass die entscheiden was es das wichtigste.
00:25:54: wo gibt's noch ein Kommentar und das positionieren Sie dann auch so entsprechend?
00:25:59: Das wiederum gibt es nicht bei Anlogg weil wir die einzelnen Texte nehmen.
00:26:03: Also wir sagen nicht komm' auf unsere Seite und dann kriegst du hier die Rheinische Post die Zeit, sondern es wird Themenbasiert geguckt.
00:26:13: Das heißt das ist ein großer Unterschied.
00:26:15: habe ich eine kuratierte Homepage wo ich einen Tagesverlauf aus verschiedenen Themen abgebildet bekomme oder aber komme ich auf Unlock wo ich Themen habe die ich mal angegeben habe die mich interessieren aber ich da unterschiedliche Quellen habe also nicht eins zu eins identisch und deswegen sagen wir auch den Verlagen ihr müsst uns nicht alles geben.
00:26:38: Wir bauen trotzdem einen umfassenden und vollständigen Feed für die Leserin und Leser heraus.
00:26:45: Es gibt ja schon eine Beta-Version, das heißt ich könnte mir das schon mal angucken wie es aussieht auch wenn da noch gar nicht so viele Inhalte drin sind.
00:26:51: Es erinnert ein bisschen an den Social Media Feed wo ich so einen Beitrag unter dem anderen angucken kann.
00:26:58: war das Absicht dass ihr euch dann ein bisschen daran orientiert hat wie man so auch bei Blue Sky oder X oder bei Insta durch scrollt?
00:27:05: Ja, das war schon so ein bisschen Absicht.
00:27:07: Dass wir gesagt haben Wir wollen nicht nochmal eine weitere Nachrichtenseite sein die genauso aussieht wie alle anderen.
00:27:13: Wir wollen Nicht diese Unterteilung in die verschiedenen Ressorts Wie man es nennt also Politik Wirtschaft und so Sondern.
00:27:20: Es ist eher Ein Feed wie ein Social Media Feed aufgebautes Und deswegen Haben wir beispielsweise auch gesagt als Hauptfarbe oder Als haupt Hintergrund Haben wir erst mal den Dark Mode eingestellt Also Auch etwas was Man Also schwarz.
00:27:35: Also schwarz, genau also das was man halt auch relativ selten auf Nachrichtenseiten sieht weil es das Ganze auch ein bisschen ruhiger macht.
00:27:42: Man kann es auch umstellen auf hell aber vom Start weg ist es erst mal einen dunkler Hintergrund.
00:27:49: Okay wir müssen auf jeden Fall noch über den Preis reden Aber vorher würde mich das noch interessieren.
00:27:54: Das heißt Ich muss euch auch, wenn ich das mache, ein bisschen Vertrauen schenken.
00:27:58: Weil letztendlich habt ihr dann genauso einen Algorithmus wie große Social-Media-Plattform.
00:28:02: Ihr sucht aus was ich sehe?
00:28:05: Erst mal suchst du selbst aus!
00:28:06: Also dadurch dass du die Themen aussuchst, suchst so selbst die Themen aus und noch haben wir einfach nicht genug Daten um den Algorithmos aufzubauen.
00:28:15: Das heißt der wird jetzt erst so langsam PÖAPÖ dann aufgebaut wenn wir mehr User haben, wenn wir mir Verlage haben.
00:28:22: Es kann irgendwann passieren, dass wir beide die gleichen Themen haben ausgewählt haben und trotzdem aber unterschiedliche Dinge angezeigt bekommen.
00:28:30: Weil wir anders lesen, weil wir andere Marken lesen beispielsweise.
00:28:34: Aber wenn du jetzt auswählst.
00:28:35: ich möchte definitiv dieser eine Marke nicht lesen weil sie mich nicht interessiert dann wirst du sie auch nicht angezeigt bekommt.
00:28:41: Also es ist so ein Kombi aus selbst auswöhlen Und algorithmisch.
00:28:46: Aber das heißt es könnte dann sein Dass Du mir sagst hey Ich habe bei Unlock diesen tollen Text gelesen In meinem Feed gibt's hier nicht.
00:28:52: Ich hab keinen Zugriff, kann das passieren?
00:28:55: Zugriffs hast du schon theoretisch, der ist dann schon da.
00:28:58: aber wir haben momentan den Feed auch auf fifty-fünfzig Felder begrenzt also fünfzig Texte weil... Wir sind es ja so gewohnt dass irgendwie alles immer da ist und dass die Feeds unendlich sind.
00:29:08: Das machen ja auch ganz viele Medienhäuser, dass sie sagen hier Du kannst noch mehr laden und noch mehr Laden Und du liest einen Text und unten drunter hast du zwanzig weitere Texte auf die du klicken kannst oder sollst.
00:29:18: Wir sagen wir begrenzen das erst mal um auch eine gewisse Ruhe reinzubringen und nicht so dieses Überladende, dieses Überfrachten.
00:29:26: Das läuft natürlich immer nach.
00:29:28: mit neuen Texten kommen dann auch wieder neue Texte rein.
00:29:32: aber kein Mensch liest glaube ich fifty-fünfzig Texte am Tag.
00:29:35: Und es geht uns dann darum dass wir möglichst gut und präzise genau die Texte treffen die dich wirklich interessieren und sich wirklich abholen und dir dein Leben bereichern
00:29:46: Weil das finde ich spannend, weil ich hätte jetzt erst mal gedacht eine Zielgruppe für so ein Angebot sind diese Leute die viel Mediennutzende sind.
00:29:53: Die immer auf dem Laufenden bleiben wollen, die aktuelle Texte mitkriegen und drüber diskutieren wollen und eher so... Ich sage jetzt mal ein bisschen despektierlich alles Fresser.
00:30:03: Querbet konsumieren und nix verpassen wollen!
00:30:07: Jetzt sagst du mir naja eigentlich anstatt dass du dann statt einen Abo ganz viele Abos hast ist es eigentlich das Gegenteil?
00:30:16: Eingeschränkt, es ist ein bisschen eine Mogelpackung könnte man auch sagen.
00:30:19: Ich krieg weniger.
00:30:21: Also ich weiß gar nicht ob das eine Einschränkung ist weil die Einschrankung ist ja häufig.
00:30:25: im Momentan ist diese Einschränkungen dadurch dass du auf Forty Paywall läufst und den Text dahinter nicht lesen kannst.
00:30:32: jetzt machen wir das zugänglich und gleichzeitig sagen wir aber auch theoretisch kannst du natürlich bei uns alles lesen.
00:30:38: also wenn wir irgendwann tausende von Texten jeden Tag haben dann kannst du theoretisch alles suchen und alles finden, und alles lesen.
00:30:47: Und gleichzeitig gerade in diesem Überfluss ist es aber wichtig zu sagen was ist denn eigentlich wirklich für mich entscheidend?
00:30:55: Was bringt mein Leben voran?
00:30:56: Was will ich wirklich lesen?
00:30:57: wenn ich gezielt weiß Ich möchte Text X lesen da kann ich immer über unsere Suche gehen und sagen ich lese ihn auch Aber wir haben überall, wo wir hingehen sei es auf jede Nachrichtenseite in jedem Social Feed.
00:31:08: Haben wir immer einen ständigen Überfluss und werden ja auch angehalten.
00:31:11: dazu nochmal länger noch das nächste Real und hier noch und zack ist eine halbe Stunde wieder weg.
00:31:16: Wir wollen also auch ein Beitrag dazu liefern dass du dich gezielt Für Medienkonsum entscheidest Und daraus auch nutzen ziehst und nicht so.
00:31:25: ich habe jetzt irgendwie eine halb Stunde irgendwie mit einem medien stream Verbracht und bin doch kein bisschen klüger geworden.
00:31:34: Ob das aufgeht?
00:31:35: Keine Ahnung, ne.
00:31:36: Das müssen wir testen!
00:31:37: Es gab vor einer Weile eine Studie von der Medienanstalt NRW in der Forscher untersucht haben wie viele Leute denn für Online-Journalismus zahlen würden und da war eine Spanne genannt von zehn bis fünfzehn Euro.
00:31:48: Das heißt ihr seid mit eurem Preis am oberen Ende.
00:31:52: Gleichzeitig hat er aktuelle Reuters Digital News Report rausgefunden.
00:31:56: Das ist so eine sehr aufwendige Befragung von Internetnutzen weltweit.
00:32:00: Elf
00:32:01: Prozent der Deutschen zahlen überhaupt nur für Online-Nachrichten, elf Prozent.
00:32:07: Und im Bericht vom letzten Jahr steht auch das Dreiviertel der Deutschen sagen sie wollen überhaupt nicht zahlen!
00:32:12: Wie groß ist überhaupt der Teil der Bevölkerung den ihr mit Anlog kriegen könnt?
00:32:16: Reden wir davon größeren Gruppen oder ist es ein Nischenangebot?
00:32:21: Wir hoffen sehr, dass wir über größere Gruppen sprechen.
00:32:25: Es gibt glaube ich in dem Digital News Report vom vergangenen Jahr gibt es auch die Zahl das zwanzig Prozent derjenigen Zahlen würden, die jetzt noch nicht zahlen wenn es ein Bundelprodukt gibt.
00:32:37: Bundel heißt
00:32:38: Bündel was ihr machen wollt?
00:32:40: Genau also mehrere Medien auf einer Plattform und mit einem Abo dann zugänglich.
00:32:47: Das heißt, diese sogenannte Zahlungsbereitschaft also wie viele Leute zahlen wirklich für Medien hängt ein Stück weit auch davon ab.
00:32:55: Was habe ich denn für ein Angebot?
00:32:57: Was hab' ich für ein Produkt?
00:32:58: Wenn das Produkt nicht gut ist dann zahle ich nicht!
00:33:02: Was ja auffällt ist dass die Deutschen vor allem eher am unteren Ende der Zahlungs- bereitschaft sind.
00:33:07: Die haben weniger Lust und Bereitschaft für Nachrichten zu zahlen als viele andere Länder.
00:33:12: Hast du irgendwelche Insights warum es so is'?
00:33:14: Also in Skandinavien ist es beispielsweise so, da ist die sogenannte Zahlungsbereitschaft halt viel, viel höher.
00:33:21: Da zahlen Menschen für Medien extrem und da ist auch sehr auffällig dass Google und Facebook, die ja einen ganz großen Anteil an dem Erfolg oder Misserfolg von deutschen Medien haben gar nicht so groß sind.
00:33:35: also wenn man guckt woher kommen eigentlich die Leserin und Leser auf eine Nachrichtenseite dann zwanzig Prozent, vierzig Prozent manchmal auch weitaus mehr kommt über Google.
00:33:47: Sprich ich suche bei Google etwas und klicke dann auf eine Nachrichtenseite im zweiten Schritt erst.
00:33:53: Und die skandinavischen Medien haben es geschafft dass sie gar nicht also das sich gar nicht über Google kommen und irgendein Thema suchen und dann zufällig auf irgendeiner Seite landen sondern dass ich ganz bewusst und ganz direkt auf die Nachrichtenseite gehe.
00:34:06: Der Traum einer Journalistin.
00:34:08: Total, total!
00:34:13: Die haben Facebook und Google nie so richtig groß werden lassen und das hat nie eine große Rolle gespielt.
00:34:21: Das heißt wir wissen es gibt eine Idee die ihr habt und wir wissen gescheitert ist es bis jetzt öfters schon daran dass die Verlage zögerlich sind mitzumachen.
00:34:29: Und ihr seid jetzt genau an dem Punkt.
00:34:31: ihr klopft an die Türen und sagt, hey mach doch mit.
00:34:34: Bitte gebt uns eure Inhalte.
00:34:35: wir haben hier diese coole Idee.
00:34:36: wie läuft das?
00:34:37: was hörst du da?
00:34:38: Wie optimistisch bist du da auch?
00:34:40: Wir haben eine erste Verlage die mitmachen auch die die richtig begeistert sind und die sich umgekehrt bei uns gemeldet haben gesagt haben super dass ihr das macht.
00:34:49: wie können wir mit machen?
00:34:50: es gibt diejenigen die sagen Gut, dass es das gibt.
00:34:54: Schön, dass ihr das wieder versucht.
00:34:55: Wir gucken uns das mal an und wenn ihr die ersten fünf, die ersten zehn, die erst den fünfzehn Verlage habt dann sind wir auch dabei.
00:35:03: Und dann gibt's die, die immer skeptisch sind und wahrscheinlich auch immer skeptis bleiben werden.
00:35:08: Dann gibt es die, der Angst haben, dass ihre eigenen Geschäftsmodelle nicht funktionieren.
00:35:13: und dann gibt es auch die, sagen wir machen auf gar keinen Fall mit.
00:35:17: Es ist ja schon öfters gescheitert, diese Idee so Startups zu gründen gab es immer und immer wieder.
00:35:23: Viele sind auch gar nicht sehr weit gekommen.
00:35:25: Denkst du jetzt bei euch läuft das irgendwie anders?
00:35:28: Ja sonst hätte ich sie dann nicht versucht.
00:35:29: War
00:35:31: ein bisschen eine Suggestivfrage!
00:35:35: Wir wissen wir versuchen gerade wirklich einen Problem zu lösen dass definitiv da ist.
00:35:40: wenn man in einer bestimmten Bevölkerungsschicht Menschen, zehn Menschen fragt sagen neun Leute würde ich gerne haben und selbst wenn die alle vielleicht ein bisschen flunkern dann sind es immer noch sechs die sagen davon wir kaufen das.
00:35:54: Das heißt das Problem ist da und unsere große Herausforderung ist wirklich dass wir die Verlage dazu zu mitmachen animieren zum ausprobieren zum testen.
00:36:04: das ist vielleicht auch nicht immer einfach.
00:36:06: gerade wenn man am Anfang steht sich ganz viele Nines abholt.
00:36:12: Ich weiß aber, dass es gut wäre sowohl für Leserinnen und Leser, aber auch für den Journalismus insgesamt ihn wieder zugänglich zu machen.
00:36:21: Und ihnen barrierefreier anzubieten damit auch wieder mehr Menschen teilhaben können.
00:36:26: Wen habt ihr denn schon?
00:36:28: Wer ist schon dabei?
00:36:29: Wir haben als ersten Startpartner die DPA
00:36:35: Die deutsche
00:36:36: Presseagentur.
00:36:37: Mit denen haben wir von Anfang an unsere Website erst mal trainiert, also die KIs, die es bei uns auf der Website gibt, sprich das automatisierte Zuordnen der Themen, dass die Texte kommen rein und werden zuautomatisch dann gewissen Themenbereichen zu sortieren – die KI-Zusammenfassung, die wir unter dem Text haben.
00:36:56: All das haben wir mit der Info-Line von der DPA machen können.
00:36:58: Dann haben jetzt die Teleschau dabei, das ist auch eine Agentur, Fernsehbereich unterwegs und den evangelischen Presse-Dienst, den EPD haben wir auch als Agentur.
00:37:08: Dann haben wir die Abendzeitung München dabei und die Hamburger Morgenpost und noch zwei drei weitere wo die Tinte noch nicht ganz trocken ist.
00:37:17: deswegen kann ich sie an dieser Stelle noch nicht sagen
00:37:20: Das sind jetzt noch nicht die ganz großen Namen die mir als erstes einfallen würden.
00:37:24: DPA ist ja sowieso nichts was Leute direkt konsumieren sondern man dies halt DPA Text in anderen Medien.
00:37:30: in der Regel als normaler Nutzer Gucken sich da gerade alle so gegenseitig ein bisschen an und jeder wartet, dass einer den ersten Schritt macht?
00:37:40: Vermutlich ist es so.
00:37:43: Es gab mehrfach jetzt die Aussage wer ist denn schon?
00:37:45: oder die Frage wer ist das schon dabei?
00:37:47: und wenn ihr den und denen habt dann sind wir auch dabei glaube ich, auf der einen Seite wollen die Allerwenigsten die Ersten sein.
00:37:57: Wenn es denn dann nicht funktionieren sollte.
00:38:01: Wenn das funktioniert, wollen alle die ersten gewesen sein.
00:38:03: Fühlst du dich manchmal so ein bisschen wie eine Staubsaugervertreterin?
00:38:09: Es ist auf jeden Fall eine neue Erfahrung Akquise zu machen.
00:38:15: als Journalistin musste ich mir natürlich auch Gesprächspartner organisieren zu manchmal auch Themen, wo man vielleicht nicht unbedingt reden wollte.
00:38:23: Aber in der Regel bist du ja irgendwo hingegangen und alle wollten mit dir
00:38:26: sprechen.".
00:38:27: Und als Chefredakteurin war es auch so, dass ich irgendwie auch quarmt.
00:38:31: schon wollten, alle mit mir reden oder wollten mir zumindest zuhören oder mussten mir zuhören.
00:38:36: Jetzt ist es so, ich komme... Ich biete zwar was an, das ist jetzt aber kein Präsentkorb den ich irgendwie mitbringe.
00:38:43: Das ist schon eine andere Art von Arbeit und wir haben zum einen das bei den Verlagen, dass wir diese Akquise machen.
00:38:51: Und zum anderen auch bei Investoren.
00:38:55: Also nein ist eigentlich das häufigste Wort was ich momentan höre.
00:39:00: Ja so, das sind optimistischer Podcasts!
00:39:05: Genau, ich lasse das mal so stehen.
00:39:07: Aber kommen noch zu einem kleinen Live-Hack, den es ja gibt wenn man sich eben diese ganzen Abos nicht leisten will und euch noch nicht abonniert hat – das läuft ja auch noch nicht richtig!
00:39:17: Man kann ja sehr oft über einen Nutzerausweis bei Stadtbibliotheken schon auf sehr viele Medien zugreifen.
00:39:24: Die arbeiten zum Beispiel mit Pressreader, das ist ein Anbieter wo man dann über seinen Onlinezugang als Stadtbibliotheks-Nutzender Zugriff hat auf die aktuellen Ausgaben von Medien.
00:39:38: Da scheint das ja auch zu funktionieren, dass sie sagen da kriegen wir die Inhalte irgendwie hin?
00:39:44: Ja, die kriegen ja auch die ganzen Ausgabe von den Verlagenden.
00:39:49: also die haben ja dann ganze Ausgabend.
00:39:50: es ist ein PDF das ist dann ein E-Paper Produktseitig.
00:39:54: Wenn ich mich von A bis Z blättern will, ja dann ist das aber ein anderes Produkterlebnis als wenn ich auf eine Seite gehe wo ich einzelne Texte auswählen kann.
00:40:02: also das zum einen und zum anderen ist es dann gezielte Auflage für die Verlage Weil sie
00:40:12: heißt, Sie können mitzählen.
00:40:14: Genau!
00:40:14: Wenn ich jetzt der Stadtbibliothek sage ihr kriegt jeden Morgen zwanzig Ausgaben von mir oder alle die sich das bei euch runterladen und durchlesen, die werden noch gezählt für meine Auflage.
00:40:26: also dann heißt es der Verlag kann sagen wir verteilen fünfzigtausend ePapers oder achtzigtausende ePaper und hunderttausenden gedruckte Zeitungen jeden Tag.
00:40:35: Das ist für die in Wert, weil sie dann wiederum zu den Werbekunden gehen können und sagen können ihr trefft so und so viele Leserinnen wenn ihr bei uns anzeigen schaltet.
00:40:47: Und das ist noch was anderes als bei uns.
00:40:50: Aber wenn ich es richtig verstanden habe habt ihr auch den Verlagen etwas anzubieten zwar nicht solche Auflagenzählungen aber schon auch die Möglichkeit Kunden die zum Beispiel sehr oft meine Texte lesen da nochmal direkt ansprechen um zu sagen hey willst du doch ein Abo machen, dann wäre es also eher so eine Übergangstechnologie, Brückentechnologie.
00:41:09: Genau.
00:41:10: Um doch wieder Leuten zu kriegen für meine Abos?
00:41:12: Ja, wir sagen den Verlang zum einen ihr kriegt Geld, ihr kriegst siebzig-dreißig, also siebzig Prozent des der Aboeinnahmen bekommt ihr... Ihr kriegt Daten!
00:41:20: Wir sagen nämlich, wir erreichen eine andere Zielgruppe als diejenigen, die ihr erreicht mit eurer Zeitung.
00:41:27: Da sagen wir durch unser anderes Produkt bekommen wir ne jüngere Zielgruppen werden wir einfach andere Menschen erreichen, die ihr gerade so nicht erreicht.
00:41:37: Jung ist schon alles unter fünfzig für die Verlage oder?
00:41:40: Exakt!
00:41:41: Also das ist häufig so dass Abonnenten älter als fünfzig sind, dass es ganz ganz wenige Menschen gibt, die jünger sind und in ein digitales Abo gehen.
00:41:51: Und das Dritte ist, dass wir dazu helfen wollen wenn jemand bei uns mit seinem Anlog-Abo eine Marke Ganz, ganz viel liest.
00:42:02: Also wenn wir sehen der liest seventy-fünf oder achtzig Prozent nur diese eine Marke dann liegt es ja sehr nahe dass er die Inhalte richtig gut findet.
00:42:10: das wird dann sagen Wir machen gemeinsam mit dem Verlag denjenigen ein Angebot und sagen Du hast jetzt die Möglichkeit da noch ein neues Abo abzuschließen zu einem besonderen Preis Und das gestalten wir mit jedem Verlag dann individuell.
00:42:23: Noch gibt's diese fünfzehn Euro ja gar nicht.
00:42:25: Das muss man vielleicht auch einfach nochmal sagen.
00:42:27: das ist der preis den ihr machen wollt.
00:42:28: noch seit ist Es alles ein Beta Produkt.
00:42:31: Kannst du ein bisschen was zum Zeitplan sagen?
00:42:33: Wann könnte man tatsächlich das erste Abo so abschließen?
00:42:36: Also wahrscheinlich im Herbst.
00:42:37: Wir bauen jetzt gerade an den Apps,
00:42:40: d.h.,
00:42:40: es wird so im August spätestens September je nachdem wie lange die Prozesse dann noch dauern werden im Google Play Store und im iOS-Store.
00:42:49: Im App Store werden da die Apps verfügbar sein und dann werden wir auch die Payball bei uns aufbauen.
00:42:56: Und habt ihr eine Deadline wo ihr sagt wenn's bis dahin nicht läuft dann lassen was
00:43:00: Haben wir nicht.
00:43:03: Ich glaube, es ist ein Stück weit davon abhängig wie sich jetzt die nächsten Monate entwickeln.
00:43:07: also momentan finanzieren wir das halt komplett selbst.
00:43:11: Das heißt dass auch Endlich weil unser Geld endlich ist.
00:43:16: Wir wollen dass wir möglichst bald Ein echtes Unternehmen daraus bauen und da muss dann halt auf jeden Fall ein bisschen mehr passieren.
00:43:24: Dieser podcast endet immer mit einer konstruktiven Schlussfrage.
00:43:30: Die ist aus der Sicht von Mediennutzenden, nicht von Journalistinnen.
00:43:34: In diesem Fall wäre das die Frage
00:43:37: gibt
00:43:37: es für mich als Nutzerin oder Nutzer ein Weg guten Journalismus zu unterstützen auch ohne Geld?
00:43:43: Gibt's was ich machen kann um dazu beizutragen dass Medienvielfalt online erhalten bleibt?
00:43:51: Also ohne dass man ein Abo bezahlt?
00:43:55: Also eine Sache, die mir jetzt bei in unserem Gespräch eingefallen ist es vielleicht manchmal den Ad-Blocker ausschalten.
00:44:01: Dass auch mit Werbeanzeigen
00:44:03: überhaupt Geld verdienen kann?
00:44:06: Ja!
00:44:07: Ich habe ihn immer an.
00:44:08: deswegen...
00:44:09: Ja also ich hab ihn nie an weil ich natürlich weiß dass das ne Quelle für Medienhäuser ist.
00:44:17: Wahnsinnig schwierig denn letztendlich jede Form von Journalismus kostet Geld.
00:44:23: Was kann ich tun?
00:44:24: Ich kann natürlich so viel lesen und auf Seiten unterwegs sein, um meinen Interesse an Journalismus zu signalisieren.
00:44:32: Und dann kann durch Werbeeinnahmen der Verlag von mir profitieren.
00:44:39: Aber ich glaube das Journalismus letztendlich auch wenn es für Journalisten manchmal schwer zu ertragen ist ein Produkt wie jedes andere auch also wie jedes andre Konsum.
00:44:48: gut dass sich das finanziert werden muss und das gekauft werden muss.
00:44:54: Und letztendlich zahlen wir ja alle schon einen Rundfunkbeitrag auch auf der, also auch ARD und ZDF was vermeintlich irgendwie mit allem was dazu noch gehört wo wir dann häufig sagen naja das haben wir einfach so nein!
00:45:06: Also da zahlen
00:45:08: Das war jetzt tatsächlich für mich als Journalistin schwer zu ertragen, weil ich glaube das ist ein unverzichtbares Konsumgut im Vergleich zu anderen Konsum-Gütern.
00:45:17: Also das definitiv auch, das denke ich auch.
00:45:19: Ich meine wir haben Aufträge also es gibt ja Journalismus und auch dass das Mediensystem so wie es aufgebaut ist in Deutschland nicht ohne Grund.
00:45:29: deswegen ist es aber auch so wichtig, dass wir klar machen, dass Journalismus nur existieren kann wenn Menschen dafür zahlen.
00:45:40: Also ich habe so viele Diskussionen mit Leserinnen und Lesern geführt, dass sie sagen, jetzt hänge ich hier schon wieder vor der Paywall- und ich will gar kein Abo und, aber ich gehe doch auch nicht in ein Bäckerladen und sage Ich hab' jetzt Hunger!
00:45:51: Und ich kriege jetzt das Brötchen
00:45:52: umsonst.".
00:45:54: Es ist halt für... Ja wir haben eine gesellschaftliche Aufgabe als Journalisten.
00:45:59: Es ist aber auch Aufgabe der Gesellschaft dafür zu sorgen, dass Journalismus möglich is'.
00:46:05: Und ohne finanzielle Grundlage geht das leider nicht.
00:46:08: Und mit diesen Worten schließen wir, glaube ich, dieses Thema ganz gut ab.
00:46:13: Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, Zwangel heute hier über Anlogg zu sprechen!
00:46:18: Dank für deine Fragen, Annika.
00:46:21: Danke, das sag ich an dieser Stelle auch an euch dass ihr bis hierher zugehört habt.
00:46:26: Das Thema ist nicht sexy aber wichtig denn wir reden ja oft über die Frage was Journalistinnen und Journalisten alles recherchieren und berichten sollten und viel weniger darüber wo denn das Geld dafür eigentlich herkommen soll.
00:46:39: Vielleicht findet ihr noch ganz andere Themen rund um Medien und Journalismus interessant, dann schreibt mir sehr gerne eine Mail an anika.übermedien.de oder ihr schreibt an die Social Media Kanäle von Übermedien zum Beispiel auf Instagram, auf Mastodon Übermedien.
00:46:58: Wir sind das führende Magazin für Medienkritik, wir decken Fehler in anderen Medien auf und erklären die Hintergründe – auch wir hören aus unserer Community of dass Menschen uns gerne mit einem Abo unterstützen würden!
00:47:11: Aber sich nicht so viele Abos gleichzeitig leisten können.
00:47:15: Wir haben uns deswegen ein besonderes Kombiangebot ausgedacht, nur im Juli bekommt ihr bei uns den neuen Medienpass!
00:47:22: Das ist ein Unterstützerpaket mit dem ihr drei unabhängige Medien lesen könnt und dabei sixty-fünf Prozent auf den normalen Preis spart.
00:47:31: Dabei sind Übermedien also wir Krautreporter und das konstruktive Magazin Good Impact.
00:47:38: Das ganze gibt's für sieben Euro fünfzig im Monat, auch wichtig ist, dass das Abo endet nach einem Jahr automatisch.
00:47:45: Aber Achtung!
00:47:46: Dieses Angebot gibt es nur im Juli.
00:47:49: Wenn ihr euch dafür entscheidet, dann finanziert ihr damit diesen optimistischen Podcast hier – nice und nötig, auch wenn der für euch kostenlos ist.
00:47:58: Er wurde erdacht und geplant von mir Annika Schneider.
00:48:02: Meine übermedienkollegin Lisa Kreher hat die Abnahme gemacht und die Musik kommt von unserem Chefredakteur Alexander Graf.
00:48:09: Das hier war Folge sechs der zweiten Staffel Nice & Nötig, damit ist diese Staffel jetzt erstmal rum!
00:48:17: empfehlt alle Folgen gerne weiter.
00:48:19: Das würde mich sehr freuen!
00:48:20: Es ging bei uns zum Beispiel schon darum, warum es Journalist in oft so schwer fällt Fehler zuzugeben.
00:48:26: Es ging um Klima-Journalismus der gut klickt und auch um die Frage wie Redaktionen mit der AfD umgehen sollten.
00:48:33: Schön dass ihr bis hierhin dabei wart und Tschüss.
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