Sachsen-Anhalt – Nicht immer nur über die AfD reden

Shownotes

Eine halbe Million Euro für Journalismus in Sachsen-Anhalt: So viel Geld hat der Podcaster Christian Bollert für sein neues Projekt „Dazwischen“ eingeworben.

Seit März veröffentlichen er und sein Team vom Podcast-Radio detektor.fm jede Woche einen Podcast und einen Newsletter zu einem Schwerpunktthema aus dem Bundesland – in einer Region, in der es eher wenige Medienangebote gibt.

Wichtig ist ihnen dabei, viel in Sachsen-Anhalt unterwegs zu sein und mit Leuten zu sprechen. Die Hosts, Marie Landes und Katja Schmidt, machen keinen Politikjournalismus, sondern recherchieren Themen aus dem Alltag: Warum ist der Krankenstand in Sachsen-Anhalt so hoch? Was tun gegen das Supermarkt-Sterben?

Das Geld dafür kommt vom Media Forward Fund, einem Zusammenschluss von Stiftungen, die Journalismus fördern. An „Dazwischen“ arbeiten zwei Jahre lang neun Menschen, von Redaktionsleitung bis Community Management. Auch Live-Veranstaltungen sind geplant.

Die Förderung läuft bis Ende 2027. Danach will das „Dazwischen“-Team weitermachen, finanziert mit Werbung oder Abos. Drei Monate nach dem Start hatte der Podcast Mitte Juni über 3000 Abos, der Newsletter gut 500.

In anderen Medien geht es gerade viel um die anstehende „Schicksalswahl“ in Sachsen-Anhalt, die Landtagswahl am 6. September. Christian hingegen blickt mit viel Zuversicht auf das Bundesland – das ist in dieser Folge von „Nice & Nötig“ unüberhörbar.

Gast & Host

Christian Bollert ist 1982 geboren und in Potsdam aufgewachsen, seine Familie stammt aus der Altmark. Heute lebt er in Leipzig. Seit Jahren setzt er sich für bessere Berichterstattung über ostdeutsche Bundesländer ein. Seit 2009 ist er Mitgründer und Geschäftsführer des Podcast-Labels detektor.fm. Davor war er unter anderem Nachrichtenredakteur beim MDR und rbb.

Annika Schneider ist Redakteurin bei Übermedien und überzeugte Optimistin. Das Radiomachen und Podcasten hat sie als Moderatorin, Autorin und Planerin beim Deutschlandfunk gelernt.

Feedback und Hinweise jederzeit gerne an annika@uebermedien.de oder über Instagram, BlueSky oder Mastodon.

Zum Weiterlesen

Über Übermedien

Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus hat, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter. Mehr dazu auf uebermedien.de.

Redaktionelle Abnahme: Lisa Kräher, Musik: Alexander Graf

Transkript anzeigen

00:00:00: Als ich dich in diesen Podcast eingeladen habe, hast du gegoogelt, ob ich in einem Ostdeutschen oder Westdeutschland aufgewachsen bin?

00:00:07: Nee, hab' ich ehrlicherweise nicht.

00:00:08: Aber mach' ich auch nicht!

00:00:09: Interessiert dich

00:00:10: nicht?!

00:00:10: Soweit würde ich nicht gehen.

00:00:11: aber es bestimmt jetzt nicht wie ich mich verhalte in Gesprächssituationen und so... ...aber du hast mir ja verraten dass du eher westdeutsche sozialisiert worden bist.

00:00:18: Genau

00:00:18: der Transparenz halber Ich sitze hier in Bonn bei dieser Aufnahme und wohne auch hier also noch westdeutch-bundesrepublikanischer geht's glaube ich nicht.

00:00:28: Ja, die alte Hauptstadt.

00:00:30: Ich habe auch tatsächlich relativ viele Bonn-Berührungen.

00:00:33: Ich bin aufgewachsen in Sternsdorf und Klamachno – das ist direkt an der Grenze zu Berlin.

00:00:36: Und ich hatte da mal ein Schülerzeitungskongress.

00:00:38: Das war mein erster beruflicher Westkontakt.

00:00:42: Es war schon interessant, in die alte Bundesrepublik mal zu fahren!

00:00:45: Hi, ich bin Annika und ich lade mir in diesen Podcast Menschen ein, die was richtig Gutes auf die Beine stellen für bessere Medien, für besseren Journalismus am Ende für uns alle.

00:00:57: Mein Gast heute heißt Christian Boller.

00:00:59: Der ist aus der Altmark in Sachsen-Anhalt und heute lebt er in Leipzig.

00:01:15: Er ist dort Gründer und Geschäftsführer von dem Podcast-Label Detektor FM.

00:01:20: Ich habe ihn aber aus einem anderen Grund eingeladen, er hat gerade erst fünfhunderttausend Euro Fördermittel eingeworben – die kommen vom Media Forward Fand.

00:01:30: Das ist so ein Zusammenschluss von verschiedenen Stiftungen, die Journalismus fördern!

00:01:35: Und mit dieser halben Million Euro will Christian jetzt zwei Jahre lang guten Journalismus in Sachsen Anhalt finanzieren….

00:01:43: Er und sein Team haben im März einen wöchentlichen Podcast gestartet, aus- und über Sachsen-Anhalt.

00:01:50: Und dazu gibt es jede Woche ein Newsletter – sie haben ihr Projekt dazwischen genannt!

00:01:56: Sachsen Anhalt ist ein Bundesland wo das Angebot an Journalismus sonst eher überschaubar ist?

00:02:02: Ist auch das Bundesland, wo im September ein neuer Landtag gewählt wird und die AfD in den Umfragen bei über vierzig Prozent

00:02:09: steht?!

00:02:10: Trotzdem werdet ihr in dieser Folge merken, dass Christian mit sehr viel Zuneigung und Optimismus auf Sachsen-Anhalt schaut.

00:02:18: Er hat mir erzählt warum es in dem dazwischen Podcast gar nicht so sehr um Landespolitik geht... ...und auch welche Themen er stattdessen jetzt wichtig findet!

00:02:27: Ich bin Annika Schneider, Redakteurin beim Online-Magazin Übermedien.

00:02:32: ich bin überzeugte Optimistin und deswegen ist das hier nice & nötig.

00:02:36: der Podcast für gute Ideen von Übermedia.

00:02:41: Wir beginnen diese Podcast-Episode in Dersheim.

00:02:44: Das ist ein kleiner Ort in Sachsen-Anhalt im Harz für alle Geografienoops wie mich, wenn man so eine Linie zieht von Hannover rüber nach Wolfsburg dann bisschen da drunter.

00:02:54: Korrigier' mich!

00:02:54: Wenn ich falsch liege?

00:02:56: Ja, das nicht ganz falsch.

00:02:58: Genau.

00:02:59: Das ist ein kleiner Ort, wo es seit Jahrzehnte zwölf keinen Supermarkt mehr gibt und deswegen haben Ehrenamtliche einen Dorfladen aufgebaut, wo man einerseits Sachen einkaufen kann, der aber auch so als Treffpunkt im Ort fungiert.

00:03:11: Und für eine eure Podcast-Folge von dazwischen seid ihr dahin gefahren?

00:03:16: Ihr habt mit den Ehrenämtlichen gesprochen und ihr habt auch mit den Gästen gesprochen!

00:03:20: Als ihr euch für dieses Thema entschieden habt ... Was hatte dir im Kopf?

00:03:25: Was für eine Geschichte wollte ihr erzählen, was wolltet ihr zeigen.

00:03:28: Ja also als wir das erste Mal über Dorfleden in Sachsen-Anhalt gesprochen haben ist uns aufgefallen oder da war die These dass es eben gerade in den ländlichen Regionen Sachseneinhalts und davon gibt's in Sachsenerhalt ne ganze Menge Dass das ein Riesenthema ist diese ganze Frage der Versorgung und Infrastruktur.

00:03:45: Und Wir wollten einfach mal In einen Ort gehen, wo es natürlich auch eine Herausforderung ist.

00:03:51: Weil eben der Supermarkt, der klassische Supermarkt irgendwie geschlossen hat aber wo es auch gleichzeitig eine Lösung und einen Ansatz gibt.

00:03:57: Und da sind wir dann relativ schnell auf Dersheim gekommen im Harz und haben da auch unsere Reporterin hingeschickt Marie um genau mal rauszufinden wie haben die das geschafft?

00:04:06: was war sozusagen ihr Ansatz um ich sag mal jetzt ganz klassisch den Marktmechanismen der Supermärkte eine Alternative entgegenzusetzen?

00:04:16: und diese Geschichte wollten wir erzählen.

00:04:17: Und deswegen sind wir dahin gefahren, und das ist aus meiner Sicht tatsächlich eine sehr, sehr erhörenswerte Folge geworden von unserem Podcast dazwischen.

00:04:27: Also für alle, die das nicht gehört haben.

00:04:29: Es ist ja nicht so dass ihr das als absolutes Musterbeispiel vorstellt wo alles problemlos läuft sondern man hört auch deutlich es gibt zum Beispiel extreme Nachwuchs-Sorgen bei den Ehrenamtlichen Die Finanzierung stand immer wieder auf der Kippe.

00:04:41: all das ist mit drin in der Geschichte.

00:04:43: Ja das ist ich glaube grundsätzlich unser Ansatz.

00:04:45: also eben versuchen möglichst auch die Grautöne zu zeigen und nicht irgendwie nur ah das ist der Böse oder die böse und hier sind die Retter.

00:04:55: Das ist gerade auch beim Podcast dazwischen unser Ziel, dass wir sagen Wir wollen über- und Aussachsen-Anhalt berichten.

00:05:02: Und die Schattierungen zeigen die Probleme natürlich auch und die auch benennen.

00:05:07: Wir werden da nicht drum herum reden aber gleichzeitig eben auch nach möglichen Lösungsansätzen suchen und auch diese sind ja oft eben nicht so ganz plakativ und einfach jetzt macht ihr das mal alle so wie in Dersheim sondern Da gibt es den Ansatz, die haben das als Genossenschaft gemacht.

00:05:21: Aber sie haben auch ein Problem Nachwuchs zu finden und so weiter und sofort.

00:05:25: Das funktioniert gut, dass funktioniert schlecht.

00:05:27: also ich glaube das gehört zur Wahrheit dazu und aus unserer Sicht sollte man das sogar höherein und höheren auch zumuten denn nur so kann man aus unserer sicht wirklich glaubwürdig berichten über eine Region, über Menschen oder Probleme

00:05:41: weil das ja ein ganz neues Projekt ist dazwischen.

00:05:45: Wenn man dann in so ein Ort wie Dersheim kommt und sagt Hallo, wir haben hier unsere Mikros mitgebracht.

00:05:49: Wir recherchieren.

00:05:50: Und wer ist denn dazwischen?

00:05:52: Rent man da in offener Arme?

00:05:54: Interessanterweise ja!

00:05:55: Also es ist sehr, sehr spannend dass wir eigentlich seitdem wir aktiv an diesem Projekt arbeiten und das ist so seit Anfang Mitte März immer durch fast schon offene Scheuentore rennen, weil auch wir uns gefragt haben, funktioniert das so?

00:06:11: Aber die Leute sind extrem dankbar dass jemand kommt, dass jemand ihnen zuhört.

00:06:16: Wir haben glaube ich auch einen großen Vorteil bei unserer Team einfach eine große Sachsen-Anhalt-Expertise mitbringt.

00:06:22: also die beiden Hosts Katja und Marie sind in Sachsen Anhalt aufgewachsen.

00:06:25: Die kennen die Leute.

00:06:26: Katja kommt aus Magdeburg Marie kommt aus Dessau-Rosslau Meine Verwandten kommen aus der Altmark im Norden Das heißt Ich habe auch irgendwie ne Verbindung dazu.

00:06:34: Ich glaube, wir haben eine Riesenschance auch Übersetzer zu sein und Leuten zuzuhören.

00:06:40: Und ihnen auch eine gewisse Form von Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit zu geben.

00:06:44: Das ist etwas was wir sehr stark eigentlich bei all unseren Themen die wir bisher so gemacht haben spüren.

00:06:50: selbst wenn wir über Krankentage in Sachsen-Anhalt reden dass die Krankenkassen sagen, krass.

00:06:55: Der MDR oder auch die Mitteldeutsche Zeitung und die Volksstimme haben sich schon lange nicht mehr so intensiv mit so einem Thema beschäftigt.

00:07:00: Danke das ihr da seid!

00:07:01: Am Anfang kommt schon die Frage dazwischen wer seid ihr?

00:07:04: Also ich habe auch mal bei bei einer Bürgermeisterwahl vor Ort einfach in der Gemeinde angerufen.

00:07:10: Und ich wollte einfach nur wissen, welche Kandidaten stehen da zur Wahl?

00:07:14: Weil

00:07:14: das nirgendwo anders stand.

00:07:15: Weil es nirgends woanders stand tatsächlich genau.

00:07:17: und die haben dann auch gesagt ja, also der MDR hat hier noch nicht angerufen und auch die Volksstimmen oder die Mitteldeutsche Zeitung noch nicht.

00:07:22: Das sind so kleine Sachen, wo man dann so merkt okay, die Leute fühlen sich dann schon auch wertgeschätzt.

00:07:27: Das höre ich auch von Marie und Katja wenn sie unterwegs sind.

00:07:29: Dann ist da immer eine extreme Offenheit.

00:07:32: Ein Wirtschaftsforschungsinstitut ist eine Demokratieinitiative oder ein Repaircafe.

00:07:40: Also ich glaube, das liegt auch daran dass häufig nicht mit Menschen aus Sachsen-Anhalt gesprochen wird sondern über Sachsenanhalt in der überregionalen Presse und so weiter und sofort.

00:07:51: und deswegen gibt es glaube ich eine extreme Dankbarkeit dafür wenn einfach mal wir da hinkommen und mit den Leuten einfach sprechen

00:07:58: Wobei zum Beispiel über diesen Dorfladen, da habe ich gesehen gab es auch einen MDR Beitrag.

00:08:03: Die haben ja schon Video gedreht.

00:08:04: das ist jetzt nicht so als seit ihr die ersten Journalisten in Liga aufgetaucht sind gehört auch dazu.

00:08:09: Ist absolut

00:08:09: richtig ohne Frage.

00:08:11: aber das muss man eben auch sagen auch da sind die Grautöne glaube ich wieder ein bisschen.

00:08:14: Es gibt halt nicht so viele journalistische Angebote in der Region und wir haben natürlich glaub ich auch den Vorteil und die Freiheit nehmen wir uns auch so ein bisschen dass wir gar nicht so sehr im Tagesgeschäft stecken sondern dass wir selber Auf Redaktionssitzungen im Team irgendwie besprechen können.

00:08:30: Welche Themen sehen wir denn gerade?

00:08:31: Wo merken wir dann, schreiben uns Nutzerinnen und Nutzer vom Newsletter oder von Podcast Hörer und Hörern, dass wir mal kommen sollen, das wir mal über sie berichten sollen.

00:08:40: Grenz-Erfahrung war so ein Ding.

00:08:41: nach der ersten Folge hat uns jemand geschrieben kommt man zu uns sind wieder einfach Mal dahin gefahren und haben irgendwie gesagt Wir gucken uns das mal vor Ort an.

00:08:47: Das ist natürlich ein anderer Zugang.

00:08:49: Ja vielleicht damit man das versteht grenzerfahrung da ging es quasi um zwei kleine Orte die durch die Grenze richtig lange geteilt waren und es prägt bis heute beide Orte, weil sie zu zwei Bundesländern gehören.

00:09:01: Bis heute, obwohl sie direkt nebeneinander sind.

00:09:03: Genau in dem Fall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

00:09:06: Und was ich eigentlich damit nur sagen wollte ist dass wir nicht so sehr im Tagesgeschäft stecken sondern auch selber Themen setzen können.

00:09:14: das gibt uns eine andere Form von Freiheit.

00:09:17: auch glaube ich ehrlicherweise Ich kenne das ja auch.

00:09:19: ich habe lange auch für den rbb oder ein mdr als freier Journalist vor vielen vielen Jahren gearbeitet.

00:09:23: Wir können auch anders drauf gucken.

00:09:26: Weil da sagt man sich natürlich, ach, da waren wir mal vor drei Monaten oder das haben wir zweitausendfünfundzwanzig schon einmal gemacht?

00:09:31: Haben wir ja nicht!

00:09:32: Wir stehen ja von einem weißen Blatt Papier und wir können sozusagen alle Themen ganz neu irgendwie uns mal anschauen.

00:09:37: zum Beispiel die Frage was ist Sachsen-Anhalt eigentlich wie es dieses Bundesland entstand.

00:09:40: Das verbietet sich ja fast für die Mitteldeutsche Zeitung oder den MDR so eine Frage, vielleicht auch naive Frage zu stellen.

00:09:46: aber das war einer der Episoden wo wir am meisten Rückmeldungen bekommen haben von Leuten aus Sachsen Anhalt, die gesagt haben ich habe da noch etwas gelernt über mein Bundesland Kommen zwar von hier, aber ich wusste nicht dass der erste Landtag in Dessau getagt hat.

00:09:59: Ja ich habe in dieser Folge auch viel gelernt über die Geschichte Sachsen-Anhalt.

00:10:03: was ich nicht wusste.

00:10:04: Ich wusste überhaupt wenig über Sachseneinhalt kann ich direkt hier einräumen.

00:10:07: das war auch eure erste Folge.

00:10:08: das wird sicherlich dazu beigetragen haben dass da viel Rückmeldung zu kamen.

00:10:13: gelesen hab neuer regional podcast startet in sachsen anhalt.

00:10:19: da habe ich tatsächlich erst mal was aktuelleres erwartet.

00:10:22: weil wenn man denkt oh lokaljournalismus bricht weg jetzt kommt etwas neues dann hofft man da kommt jetzt jemand der setzt sich in die gemeinderatssitzung Der hocht hier irgendwie, guckt den Mächtigen auf die Finger.

00:10:33: Macht Lokalpolitik!

00:10:35: Und dann kamt ihr und du hast so ein paar Themen grad schon gedroppt ne?

00:10:38: Also es geht um warum haben die Menschen in Sachsen-Anhalt den höchsten Krankenstand?

00:10:42: oder ihr habt euch mit Ehrenamt beschäftigt, mit Startups.

00:10:45: Das ist so'n bisschen mehr Hintergrund über das Bundesland.

00:10:50: So würde ich das vielleicht beschreiben Für wen und warum macht ihr das genauso?

00:10:55: Ja Unsere Überlegung oder These ist, und bisher teuer-teuer-toll scheint es auch genau aufzugehen.

00:11:01: Dass viele der anderen Sachen tatsächlich von den Regionalzeitungen übernommen werden oder vom öffentlich rechtlichen Rundfunk.

00:11:08: Und dass unsere Chance oder Aufgabe es wirklich eher sein kann so eine Analyse oder einen Hintergrund zu liefern und für eine halbe Stunde mal tiefer in ein Thema wirklich reinzugehen und zum Beispiel wirklich eben mit Krankenkassen darüber zu diskutieren, warum ist das eigentlich so?

00:11:22: Dass die meisten Krankentage in Deutschland im Durchschnitt statistisch in Sachsen-Anhalt irgendwie anfallen.

00:11:29: Ich glaube dass es sozusagen wir sehen uns da eher als komplementär weil wir können gar nicht mit einer Podcast Episode die Woche, können wir gar nicht jetzt eine echte Aktualität irgendwie liefern und wir können auch gar nicht jede Gemeinderatssitzung in Sachson Anhalt.

00:11:41: also dafür haben wir gar nichts die Mittel und auch die Kapazitäten.

00:11:46: Die Kernzielgruppe sind die zwanzig bis vierzigjährigen in Sachsen-Anhalt.

00:11:51: Das ist so unsere Hauptzielgruppen, was wir aber auch natürlich merken und das ganz spannend.

00:11:57: Es gibt natürlich ein großes Interesse an Sachsenanhalt in diesem Jahr und wir merken dass viele Leute in Thüringen oder auch in Sachson oder auch Brandenburg oder eben Niedersachsen sich auch sehr stark für die Themen aus Sachsen Anhalt interessieren Und darüber hinaus.

00:12:11: Also ich kriege das in dieser Journalisten-Szene natürlich auch mit, dass viele Leute auch in Berlin oder Hamburg oder München sagen, Sachsen-Anhalt würde ich gern schon mal ein bisschen besser noch verstehen und ein paar mehr Einblicke bekommen.

00:12:22: Es gibt auch im positiven Sinne so eine Art Beifang von Leuten die sich einfach jetzt aufgrund der Wahl, die ansteht im September besonders nochmal für Sachsen Anhalt interessieren und eben auf der Suche sind nach Geschichten aus Sachsen anhalt.

00:12:35: Ich glaube da können wir jede Woche dankenswetterweise liefern.

00:12:39: Wir haben bis zu diesem Punkt noch nicht das Wort Ostdeutsch oder Ost-Deutschland verwendet, sondern wir reden darüber im ländlichen Raum.

00:12:50: Regionaljournalismus muss sich zum Teil nicht mehr finanzieren kann und das ist ein Problem in ganz Deutschland.

00:12:56: Ist das was ihr macht in irgendeiner Form besonders oder exemplarisch für eine ostdeutsche Region?

00:13:04: Ich glaube schon es gibt meines Wissens nach... noch keinen wirklich erfolgreichen Regional-Podcast in den ostdeutschen Bundesländern, der so etwas macht wie wir.

00:13:17: In Westdeutschland gibt es das?

00:13:18: Ich überleg gerade ob ich einen kenne.

00:13:20: Wahrscheinlich auch in den westdeutschten Bundesländer eher nicht.

00:13:24: aber es ist eben und das muss man glaube ich auch so offen sagen in den Ostdeutsche Bundesländern und grade in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern schon so dass die Medienlandschaft besonders dünn ist.

00:13:35: Es gibt ja auch verschiedene Untersuchungen, die reden nicht von Nachrichtenwüste sondern Nachrichtensteppe.

00:13:40: aber so nach dem Motto kurz vor Wüste also spätestens wenn es dann gar keine Zeitung mehr gibt, wenn der öffentlich-rechtliche weniger noch berichtet und so weiter, dann wird's schon eng!

00:13:50: Und da ist es schon so dass die ländlichen Regionen in den westdeutschen Bundesländern zumindest viele muss man ja auch differenzieren.

00:13:57: das Saarland ist natürlich auch anders als rund um Stadenberger See Da ist es lokale Angebote gibt oder vielleicht sogar noch zwei Regionalzeitungen und all diese Sachen, oder vielleicht möglicherweise auch Blocks und ähnliche Initiativen die vielleicht in so Lücken schon reinspringen.

00:14:12: Und davon gibt es in den ostdeutschen Bundesländern eben sehr wenig bis gar nichts.

00:14:15: und deswegen ist das glaube ich auch jetzt meine Interpretation dazu gekommen dass der media vor Ort fand gesagt hat okay so ein Projekt in Sachsen-Anhalt als Podcast als Newsletter kombiniert mit Veranstaltung.

00:14:27: darüber haben wir auch nicht gesprochen.

00:14:28: Wir gehen ja auch vor Ort und sprechen mit den Menschen.

00:14:31: Das ist was, was es so noch nicht gegeben hat und deswegen geben wir einen Vertrauensvorschuss für zwei Jahre finanzieren das als Koproduktion.

00:14:38: Und ermöglichen mal ja das auszuprobieren.

00:14:42: Ich habe mir diese Studien auch angeschaut ne?

00:14:44: Das ist der Wüstenradar heißt es von der Hamburg Media School.

00:14:47: da haben die so deutschlandweitsachen angeklopft.

00:14:51: Da sieht es jetzt auf den ersten Blick, dieser Karte, die sie veröffentlicht haben um Medienvielfalt in Deutschland zu zeigen.

00:14:56: Gar nicht so schlecht aus in Sachsen-Anhalt.

00:14:58: da muss ich nur von Bonn hier ein bisschen nach Süden fahren ins Ahrtal und hab auch einen Zeitungskreise wo nicht mehr so viel los ist.

00:15:04: also lass uns mal eine bisschen Bestandsaufnahme machen.

00:15:06: wir haben in Sachs' Anhalt ein ZDF Studio in Magdeburg.

00:15:11: Wir haben den MDR der auch in Magteburg sitzt Und dann haben wir zwei Zeitungsverlage, die auch diverse Lokalausgaben rausgehen.

00:15:20: Richtig?

00:15:22: Fast!

00:15:22: Also ... Die Grundanalyse stimmt.

00:15:25: der MDR hat natürlich auch noch Regionalstudios das muss man auch sagen.

00:15:28: also die haben auch noch ihre Außenstudios in Dessau, in Stendal beispielsweise oder auch im Halle.

00:15:33: Die Zeitungslandschaft ist ein bisschen komplizierter.

00:15:35: da haben wir die Volksstimme die Magdeburger Volksstime und die Mitteldeutsche Zeitung.

00:15:39: Die gehören beide zu Bauer Weiß man nicht so genau, wie da die Perspektive ist.

00:15:43: Es sind fast die letzten Zeitungen, die noch zu Bauer gehören.

00:15:46: Gibt es auch immer mal wieder Übernahmegerüchte und dann gibt es ganz im Norden in der Altmarkt noch ein anderes Zeitungsangebot.

00:15:54: aber de facto dominiert Bauer eigentlich den Zeitungsmarkt in Sachsen-Anhalt.

00:15:59: Ist ein bisschen ähnlich wie in fast allen ostdeutschen Bundesländern das Einverlag ein Bundesland kontrolliert.

00:16:06: In Thüringen ist es Funke, in Sachsen ist es Madsack und in Sachsanhalt ist es eben Bauer.

00:16:11: Das hat damit etwas zu tun wie Anfang der Neunziger so ein bisschen die Lizenzen vergeben worden sind, hat sich auch ein bisschen was geruckelt in den letzten Jahren.

00:16:17: aber deswegen gibt es eigentlich nur noch was dem Zeitungsmarkt angeht diesen einen Anbieter.

00:16:22: dann gibt's den MDR und klar das ZDF Studio.

00:16:25: Aber viel weniger geht eigentlich auch kaum muss man ehrlicherweise sagen

00:16:30: Als ich mir angeschaut habe wer ihr seid und was ihr macht.

00:16:33: also Detektor FM ist in Leipzig Und auch eure beiden Hosts sind zwar aus Sachsen-Anhalt gebürtig, aber machen das jetzt auch wenn ich es richtig gesehen habe von Leipzig aus.

00:16:44: Das heißt selbst ihr seid nicht in dem Bundesland über das ihr berichtet sondern müsst da jedes Mal reinfahren.

00:16:50: Ich nehme an mit dem Auto weil ihr fahrt ins Aufs Land

00:16:53: Ja also wenn wir aufs Land fahren dann müssen wir das Auto nehmen in der Regel und vor allen Dingen auch wenn wir beispielsweise in die Altmark fahren oder so ist auch echt ein Stück.

00:17:01: Aber so traurig es ist Wir sind ja auch das einzige größere relevante ostdeutsche podcast label.

00:17:08: also das heißt dichter dran ist kaum jemand und ohne es jetzt überhöhen zu wollen aber wenn man jetzt mal ein wochen endausflug macht fährt man mit dem fahrrad schon manchmal aus versehen nach sachsen anhalt so ohne dass man möchte von leipzig aus weil es ja wirklich zwanzig dreißig kilometer entfernt nur ist.

00:17:25: das heißt wir sind sehr, sehr nah dran.

00:17:28: ich würde sagen Der größte Unterschied ist eigentlich, dass wir natürlich mit Leipzig eher so die Lebenswirklichkeit von Halle und Magdeburg widerspiegeln.

00:17:35: Und weniger von meinen Verwandten in der Altmarkt beispielsweise.

00:17:38: Das ist etwas was wir uns sehr stark versuchen klarzumachen im Team.

00:17:44: Dass wir da nicht so eine urbane Perspektive verfallen weil... Da gibt es natürlich so ein gewisses Skepsis gegen vor allen Dingen Berlin muss man ganz klar sagen.

00:17:53: aber auch ohne Frage Leipzig oder Hamburg Weil da der Vorwurf immer so ein bisschen mitschwingt.

00:17:59: Na ja, dort ist das eh alles ein bisschen anders und so.

00:18:03: Da braucht man ja auch kein Auto beispielsweise weil du es jetzt angesprochen hast.

00:18:07: Und dieser Lebenswirklichkeit gerecht zu werden?

00:18:09: Das ist schon auch eine Anspruch den wir haben und ich würde aber sagen zumindest zeigen das auch die Reaktion der Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner mit denen wir bisher geredet haben.

00:18:17: Das gelingt uns schon auch, weil gerade unsere beiden Hosten, aber ich glaube wie generell als Team wirklich die Sprache sprechen vieler Leute auf die wir treffen, vielleicht nicht von allen aber weil alle von uns haben glaube ich in unterschiedlichen Lebenssituationen schon mal erlebt wie das ist.

00:18:33: In der Altmark eine Stunde unterwegs zu sein für vierzig Kilometer mit dem Auto, weil es eben nur Landstraßen gibt und es einfach eine Weile dauert oder dass die Schule in deinem Ort geschlossen wird oder dass Die Sparkasse nicht mehr da ist und wie das die Leute auch emotional bewegt und sie das Gefühl haben also nicht nur in Berlin sondern ehrlicherweise auch in Magdeburg die im Landtag Da gibt es einen Gefälle und das ist auf jeden Fall wichtig irgendwie, das mitzudenken.

00:19:00: Und deswegen fahren wir wirklich so oft – es geht auch hin zu den Leuten ins Grenzgebiet zur Ehrenamtsinitiative in Dessau und ehrlicherweise bisher viel häufiger als wir uns das am Anfang überlegt haben.

00:19:12: aber weil wir einfach merken dass es so wertvoll ist mit den Menschen vor Ort auch ins Gespräch zu kommen.

00:19:17: Ich stelle mir das vor allem bei der Themenfindung schwer vor, weil du jetzt gesagt hast man hat irgendwie automatisch erstmal die Perspektive von dort wo man lebt in dem Fall eben die Großstadt mit allen Vor- und Nachteilen.

00:19:30: Das heißt auf manche Dinge muss ich ja überhaupt erst mal kommen dass das Menschen beschäftigt.

00:19:36: wie macht ihr das?

00:19:38: Als wir angefangen haben im Januar uns einfach mal zwanzig sehr, sehr unterschiedliche Menschen eingeladen zu uns und gesagt Wir machen demnächst ein Newsletter und einen Podcast für Sachsen-Anhalt.

00:19:49: Da wussten wir noch nicht wie das heißt wann der rauskommt und so weiter.

00:19:51: aber wir haben zu den relativ offen gesagt Wir würden gerne erst mal von euch hören ohne euch zu sagen was wir uns davor gestellt haben.

00:19:59: Was wünscht ihr euch?

00:20:00: Wie sollte so ein Format Ein podcast mit einem newsletter aussehen?

00:20:03: was wären eure Wünsche und ja Ideen Für so'n format?

00:20:08: und es war super super interessant mit Schriftstellern, Wirtschaftsverbänden, Demokratieinitiativen.

00:20:17: Aber auch weiß ich nicht... Geschäftsführern von Veranstaltungsorten und anderen Leuten ins Gespräch darüber zu kommen.

00:20:24: Und wir haben eine lange Liste von Themen dort schon mitgenommen, die wir dann natürlich wiederum nochmal diskutiert haben überlegt haben.

00:20:30: okay können wir das machen?

00:20:31: Dann ist es so dass wir eben dankenswerterweise auch sehr viele Reaktionen auf die einzelnen Folgen bekommen.

00:20:37: Die sind oft sehr qualitativ.

00:20:39: also dass sich da Leute die Mühe machen Hier, ich habe die Folge gehört zu den Dorfläden in Dersheim.

00:20:45: Wir bei uns vor Ort in Keina oder in Wörlitz wir haben auch ein Problem oder wir haben das Problem anders gelöst.

00:20:54: Ein Container hat einer geschrieben wo man auch so Sachen bestellen kann da braucht man gar keine Leute sondern da gibt es halt so ein Dauerangebot und ich kann da vierundzwanzig Stunden sieben Tage die Woche irgendwie hingehen und die haben auch meine Lieblingsbrause da weil ich kann denen sagen die fehlt mir und dann wird es irgendwie aufgestockt.

00:21:11: kurz um Wenn wir irgendwo hingehen, kommen wir immer wieder mit drei weiteren Ideen zurück.

00:21:14: Die prüfen wir dann natürlich auch immer wieder.

00:21:16: aber das erleichtert dem Team wahnsinnig die Arbeit weil von der viel beschworenen Skepsis dies ohne Frage gibt

00:21:27: gegen

00:21:28: Medien und Journalisten.

00:21:30: Wir bisher toll gar nicht so viel mitbekommen sondern ganz im Gegenteil wenn wir dort vor Ort sind eine riesige Offenheit.

00:21:37: Worüber ich aber auch noch nachgedacht habe, ist das ja gerade regional oder lokal.

00:21:41: Journalismus natürlich auch ganz andere Aufgaben noch erfüllt als nur irgendwie Themen so abzuhaken wie auf einer To-do Liste sondern da entsteht hier auch vielleicht ein Gemeinschaftsgefühl oder eine Art von Zusammengehörigkeit einen Austausch, ein Diskurs der vielleicht auch zu anderen Austauschwormaten ganz abseits dann von diesem eigentlichen journalistischen Projekt führt.

00:22:06: Ist das auch was, was ihr wollt?

00:22:08: Auf jeden Fall.

00:22:10: Wir werden jetzt nicht dazu führen, dass alle Sachsen-Anhalterinnen und Sachsenanhalter große Medienfans werden und sich in demokratischen Initiativen engagieren oder so.

00:22:19: Aber wir können glaube ich einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass es eben nicht nur so ist, dass wir über Organisationen berichten ihnen irgendwie eine Sichtbarkeit geben und dann nächste Woche berichten wir über ein anderes Thema.

00:22:33: Und machen auch irgendwie weiter, sondern dass genau das passiert, dass sich zum Beispiel der eine Dorfladen mit dem anderen vernetzt und die darüber reden und sagen ja wie haben sie gehört?

00:22:43: Uns würde mal interessieren, wie habt ihr das eigentlich gemacht mit der Genossenschaft?

00:22:45: oder wie findet ihr eigentlich Nachwuchs?

00:22:47: oder also dass ich da was verknüpft.

00:22:49: und das ist ehrlicherweise eine Hoffnung und da sind wir auch noch in den Kinderschuhen.

00:22:53: aber Wir werden jetzt ja immer stärker in den nächsten Monaten auch Veranstaltungen vor Ort machen, wo wir fünfzighundert, zweihundert Leute zusammenbringen und mit ihnen gemeinsam auch über Themen sprechen.

00:23:04: Über Probleme sprechen, über Lösungen sprechen.

00:23:07: Und klar ist da unsere Hoffnung auch dass sich da eine Community bildet die nicht nur ich sag mal von uns und mit uns im Gespräch ist sondern die auch untereinander anfängt sich auszutauschen und irgendwie Dinge zu machen und ich glaube Auch da ist noch viel Potenzial.

00:23:27: Es gibt noch ein Wort, das bis jetzt nicht vorgekommen in diesem Podcast folge und das ist AfD.

00:23:37: Du darfst mich gerne auch schimpfen für meinen Blick hier aus dem westdeutschen Bundesland aber die AfD ist gesichert rechtsextremistisch in Sachsen-Anhalt seit Jahrzehnteinzwanzig.

00:23:49: glaube ich steht bei den letzten Umfragen für Landtagswahlen bei über vierzig Prozent.

00:23:57: Man hätte ja auch denken können, wenn man jetzt ein journalistisches Projekt startet in diesem Bundesland dann aktivistisch für müssen was tun gibt es ja auch ich denke jetzt an Kipppunkt Ost da geht's nicht nur um Sachsen-Anhalt aber das ist ein Newsletterprojekt was sich irgendwie diesen Thema jetzt nochmal für ostdeutsche Bundesländer insgesamt verschrieben hat.

00:24:16: Das ist aber gar nicht euer Ding und ich habe auch sogar politische Themen im engeren Sinne, Parteipolitik, Landtagsentscheidungen in den bisherigen Folgen gesehen.

00:24:27: Das war vermutlich mal eine sehr bewusste Entscheidung?

00:24:30: Ist es gewesen und ist tatsächlich auch ein bisschen Resultat aus dem Workshop, den wir gemacht haben mit den zwanzig Akteurinnen und Akteuren verschiedenster gesellschaftlichen Gruppen Anfang des Jahres dass wir gesagt haben Es gibt so ein paar Sachen die kann dieser Podcast aus unserer Sicht Und vor allen Dingen aus der Sicht der Leute, die da waren nicht leisten.

00:24:49: Das eine ist so ein Landtags Update Podcast.

00:24:54: Die SPD hat das gesagt, die CDU hat das gesagt, die AfD ist wütend rausgelaufen oder andersrum.

00:24:59: Das können wir nicht leisten weil dann müssten wir jemanden in den Landtag schicken und dann müssen wir Landtag Berichterstattung machen.

00:25:04: Dann wäre das ein klassischer Landtag Podcast.

00:25:06: Das machen aber tatsächlich die Kolleginnen und Kollegen von der Volksstimme oder auch vom MDR sehr gewissenhaft, sehr ausführlich.

00:25:14: Das ist gar nicht, glaube ich, unser Aufgabe.

00:25:15: Da würden wir zum Medienvielfalt nicht viel beitragen.

00:25:18: und der andere Punkt ist der wie unser eigenes journalistisches Selbstverständnis ist.

00:25:24: Und wir sehen uns tatsächlich als Leute bei Detektor FM als Journalistinnen und Journalisten und nicht als Aktivisten oder Aktivistinnen.

00:25:31: Das heißt unsere Aufgabe ist es nicht den Leuten zu sagen was sie zu tun haben oder wo die großen Gefahren sind sondern unser Anspruch ist es auf die Probleme hinzuweisen.

00:25:41: und du hast es gesagt Vierzig Prozent AfD ist natürlich eine Herausforderung für so ein Bundesland.

00:25:46: Was würde passieren, wenn sie möglicherweise die absurde Mehrheit holen?

00:25:50: Wir sitzen auch gerade – das kann man auch sagen an der Folge gerade ich konkret – wie sieht es dann aus mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk?

00:25:57: Da gibt's ja auch Ankündigungen von der AfD und mit diesen Fragen beschäftigen wir uns und spielen

00:26:04: oft

00:26:05: eine Rolle.

00:26:05: Wir haben diese Folge Wirtschaft und AfD.

00:26:07: da ist natürlich die Frage Wie schaut die Wirtschaft auf?

00:26:10: Eine mögliche AfD Regierungsbeteiligung, Mehrheit was auch immer da dann irgendwann passieren kann.

00:26:16: Das heißt es hat in den einzelnen Folgen schon sehr konkrete Auswirkungen.

00:26:19: auch beim Thema Wissenschaft haben wir darüber gesprochen dass es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gibt heute schon die sagen wenn die AfD diese Wahl gewinnt Wenn sie ist da irgendwie eine Regierung ist Dann werde ich nicht Professorin im Halle für Familien oder Gender Themen oder so weil dann ist mir klar Da habe ich irgendwie einen schweren Stand.

00:26:37: das heißt Wir versuchen die Themen eigentlich sehr konkret zu machen und gucken, was ist dann die Antwort der AfD oder das Versprechen.

00:26:45: Aber natürlich auch was ist das Versprechen oder die Antwort von CDU, SPD, Grünen und wie sie alle sonst so heißen?

00:26:50: Und die letztliche Entscheidung überlassen wir schon unseren Hörerinnen und Hörern weil wir glauben dass die Leute, denen Podcast hören und den Newsletter lesen das schon sehr gut selber einschätzen können.

00:27:02: Welche Folgen hätte welches Wahlprogramm?

00:27:04: Aber da muss ich jetzt doch einmal persönlich dich als Mensch auch fragen worum dich das dann?

00:27:09: bisschen also journalistisches Selbstverständnis auf der einen Seite aber die Angst vielleicht auch um ein Bundesland um das man sich jetzt kümmert kann ja trotzdem vorhanden sein.

00:27:19: Ja ich glaube die kann auf jeden Fall vorhandensein auch auf so einer persönlichen Ebene.

00:27:24: Ich glaube aber ist auch was, was ich so in den letzten Monaten und Jahren beobachtet habe als Privatperson Christian.

00:27:34: Dass es oft nicht hilfreich ist zu sehr auf eine Sache draufzuhauen und zu sagen das ist aber ganz schlimm und das dürft ihr auf keinen Fall machen sondern es ist oft hilfreich eher über wirklich über die konkreten Themen zu kommen.

00:27:48: Was ist denn die Herausforderung bei dir vor Ort?

00:27:50: Und das ist dann vielleicht ein Thema wie Glasfaserausbau in der Altmark oder so.

00:27:55: Da ist es ja dann auffällig, dass es für diese Fragen oft nicht in allen Punkten aber natürlich sehr, sehr oft gar keine Antworten gibt oder das die Antworten eben nicht besonders sinnvoll sind.

00:28:07: Und das traue ich den Menschen schon zu, dass sie das auf Dauer auch verstehen.

00:28:11: jedenfalls die absolute Mehrheit und deswegen bleibe ich da grundsätzlich schon auch optimistisch weil das darf man glaube ich auch nie vergessen die absolute mehrheit in der Gesamtgesellschaft steht fest auf dem Boden des Grundgesetzes, niemand möchte irgendwie die DDR wieder zurück haben oder solche irgendwelche Fantasien.

00:28:30: Das ist nicht das was die allermeisten Leute wollen.

00:28:34: nur es gibt natürlich ein Problem und da bin ich das konzertiere ich auch ganz klar dass es schon sowas gibt wie Die schweigende demokratische Mehrheit die sehr leise ist und die Wahrscheinlich lauter sein müsste und das ist ja das perfide dass gerade die Rechtspopulisten oft zu tun, als ob sie eigentlich die schweigende Mehrheit sind.

00:28:53: Dabei sind Sie die lauten Trolle und das ist sicher eine Herausforderung der Gesellschaft.

00:28:59: aber ich habe auch das Gefühl, dass es gerade ein sehr starkes Bewusstsein dafür gibt und du hast es ja angesprochen Es gibt wahnsinnig viele Initiativen, die irgendwie sagen wir wollen was machen.

00:29:10: Aber das ist nicht glaube ich die Aufgabe von jetzt sehr konkret von mir als Journalist da irgendwie als Aktivist durch die Gegend zu ziehen sondern Ich glaube, es ist wichtiger, dass es auch Leute gibt, die versuchen verschiedene Positionen darzustellen.

00:29:24: Grautöne zu zeigen und nicht nur in so einer schwarz-weiß Kategorie zu denken.

00:29:29: Mit deinem Optimismus bist du in diesem optimistischen Podcast natürlich sehr

00:29:33: willkommen!

00:29:36: Du hast es ja eben schon mal ein bisschen angesprochen.

00:29:38: diese Medien-Skepsis das zum Teil auch Journalisten beschimpft werden vielleicht sogar attackiert... Das was ihr macht Gebt ihr dann Teil der Sachsen-Anhaltiner?

00:29:50: Wie sagt man das, Sachsen Anhaltiner?

00:29:52: Ach so.

00:29:54: Anhaltina ist tatsächlich nicht das Adelsgeschlecht!

00:29:56: Ja ja also aber...

00:29:58: Schau mal ich hab die ganze Zeit

00:29:59: drauf gewartet dass sich in irgendeinen Fett napf rein.

00:30:03: Da war er genau nicht.

00:30:05: Aber was ich eigentlich fragen wollte ist ob wir sagt, okay für manche Menschen in Sachsen-Anhalt ist unser Angebot nicht.

00:30:10: Sie erreichen wir gar nicht mehr und es geht um die anderen oder ob ihr vielleicht doch die Hoffnung habt mehr einzusammeln als ja.

00:30:18: also die vierzig Prozent haben wir gerade schon erwähnt, ne?

00:30:20: Die auf der andern Seite jetzt stehen.

00:30:22: Also meine ganz persönliche Hoffnung ist tatsächlich dass wir so viele Menschen wie möglich aus Sachseneinhalt erreichen, die sich eben für die Themen eine ernst gemeinte Berichterstattung aus ihrer Region interessieren.

00:30:34: Und da ist es mir im ersten Moment auch erst mal egal, was sie möglicherweise bei der Wahl ankreuzen würden.

00:30:39: Weil wenn Sie anfangen sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen – und das hat ja auch nachher etwas mit ... Du hast es ja angesprochen … Mit Vernetzung, mit Selbstwirksamkeit, mit Auseinandersetzungen und der Arbeit von Demokratie zu tun… Dann kann das eigentlich langfristig nur sinnvoll sein!

00:30:57: Das gibt mir so ein bisschen diese Zuversicht, dass ich denke, schon auch in der echte Chance, die wir hier haben.

00:31:05: Wir haben jetzt die ganze Zeit so ein bisschen an deinem Lebensthema entlang und vorbei geredet weil du dich ja auch engagiert hast schon in der Initiative.

00:31:13: Wir sind der Osten, dir geht es ja eben auch drum.

00:31:15: das Klang so eben auch schon an wie ostdeutsche Bundesländer in dem Rest der Bundesrepublik dargestellt und wahrgenommen werden in den Medien.

00:31:23: Das heißt auch dass ist ja glaube ich was zu diesem Projekt dazugehört ne?

00:31:27: Du hast es eben schon mal kurz gesagt

00:31:29: Ja das ist so.

00:31:29: also tatsächlich beschäftigt mich seit mindestens, ja mehr als zehn Jahren eigentlich sogar schon noch ein bisschen länger.

00:31:36: Eigentlich so seit zwei tausend sieben diese Frage der Repräsentanz von Menschen mit ostdeutscher Biografie in den deutschen Medien in der Öffentlichkeit.

00:31:49: weil mir damals aufgefallen ist da habe ich angefangen so einen Projekt zu machen mit einem Kollegen zusammen wo wir Menschen begleitet haben die am neunten November neun achtzig geboren worden sind.

00:31:58: und da hab ich zum ersten mal gemerkt Am Tag des Mauerfalls?

00:32:03: Wer das nicht wissen sollte, da habe ich zum ersten Mal gemerkt und da ist so ein Zitat mir immer noch im Kopf was ich niemals vergessen werde glaube ich.

00:32:12: Und zwar haben wir auch einen Vater besucht in Dortmund von einem Kind was eben am neunten November neunundachtzig geboren worden ist und er hat so gesagt ja geil Mauerfall war supergeil war ein supergeiles Fernsehereignis haben wir eine Flasche Sekt aufgemacht und nächsten tag sind wir zur Arbeit.

00:32:27: War wie die FußballWM-Ninzentneunzig Und dann dachte ich so her krass, das ist natürlich so gewesen.

00:32:33: Du bist natürlich am zehnten November neunzehnundachtzig in Dortmund oder auch im Stuttgart einfach wieder zur Arbeit gegangen hat sich nicht viel verändert.

00:32:42: aber für die Menschen in ostdeutschen Bundesländern hat sich natürlich da über Nacht alles verändert.

00:32:46: sie haben sich gefragt habe ich morgen meinen Job noch?

00:32:49: gehört mir das Haus noch?

00:32:51: was passiert jetzt eigentlich mit dem Land?

00:32:52: indem ich hier in den letzten Jahrzehnten gelebt habe fahre ich jetzt ganz konkret fahr ich mal rüber Und trau mich das jetzt gerade.

00:33:00: Oder warte ich mal noch ein bisschen ab, ob nicht die Leute doch bestraft werden, die jetzt schon rüberfahren und so?

00:33:05: Also long story short für diese sechzehn Millionen Leute, die damals in den ostdeutschen Bundesländern gelebt haben ist von einem Tag zum anderen die ganze Welt auf dem Kopf gestellt worden.

00:33:14: Das war natürlich – und das nehme ich auch niemanden übel – aber das war in den westdeutschten Bundesländer natürlich nicht so.

00:33:19: Es war im Saarland nicht so, es waren Bremen nicht so oder es war auch in Hamburg nicht so Und das war mir lange in dieser Form und in dieser Radikalität auch gar nicht klar.

00:33:28: Und dann habe ich eben sehr stark damit angefangen, mich damit auseinanderzusetzen.

00:33:32: Woran liegt das?

00:33:32: Das liegt natürlich beispielsweise auch an Medien.

00:33:36: Die allermeisten Medien gerade Anfang der Neunziger saßen eben nicht in den ostdeutschen Bundesländern, sondern es waren eine westdeutsche Verlage die dort die Einheitszeitungen aufgekauft haben.

00:33:44: Es war eben aber logischerweise auch die süddeutschische Zeitung aus München oder der Spiegel aus Hamburg oder auch damals noch die Bild aus Hamburg, die dann rüber sind und mal irgendwie berichtet haben.

00:33:53: so ist das also im Osten und so.

00:33:55: Und da ist natürlich ganz viel Holzschnittartiges passiert.

00:33:59: Fast dreißig jahrelang passiert also.

00:34:01: Zwei tausend neunzehn gab es noch diesen unsäglichen spiegeltitel mit so ist er der aussi.

00:34:05: da wurde halt wenig differenziert, da wurde gerne auch für die schlagzeile mal ein bisschen zugespitzt und so.

00:34:11: Da war schon strukturell was und das dauert an.

00:34:15: Aber ich habe das Gefühl, es gibt auch mittlerweile schon eine andere Form von Sensibilität.

00:34:19: Es gibt ja mittlerweile sehr viele ostdeutsche Stimmen in der Literatur und den Medien und so.

00:34:24: Da ist in den letzten fünf, sechs, sieben Jahren durchaus was passiert.

00:34:27: Ich glaube, es ist vielleicht auch ne Generationenfrage – wie du merkst beschäftigt mich das einfach sehr!

00:34:33: Und da zählt dieser Podcast natürlich auch ein bisschen dazu ganz klar.

00:34:36: Na weil ich mich jetzt natürlich frage, ich rede mit dir über ein ostdeutsches Medienprojekt und natürlich kommt die AfD wieder vor.

00:34:43: Und wir haben am Anfang übers Dörfersterben geredet.

00:34:45: Ja

00:34:45: muss ich aber auch.

00:34:47: Also das meine ich ja, das gehört ja zur Wahrheit dazu.

00:34:50: es wäre ja völlig absurd wenn wir jetzt irgendwie hier den gute laune Marketing Podcast für Sachsen-Anhalt machen wollen.

00:34:56: Wir wollen natürlich auf die Probleme hinweisen Aber und ich finde dass hat die letzte Bundestagswahl ja auch sehr schön gezeigt Es gibt natürlich auch Regionen, die ähnliche Herausforderungen haben in den westdeutschen Bundesländern.

00:35:07: Schauen wir nach Salzgitter, nach Kaiserslautern, nach Gelsenkirchen.

00:35:11: Also es sind ja oft nicht nur Ost-Westfragen sondern eben auch Klassenfragen, soziale Fragen, Dienstleistungsgewerbefragen Altersvorsorgefragen und dann aber natürlich auch beispielsweise – da sind wir doch wieder beim Thema Ost-West Ökonomische Fragen, das erklärt schon auch so ein paar politische Debatten.

00:35:30: Weil wenn ich mir eine Wärmepumpe kaufe für zwanzigtausend Euro und ich habe nur zwanzichtausend Euro dann ist es vielleicht relativ gefährlich, wenn ich da nichts mehr habe keinen Notgroschen und ich auf die falsche Technologie gesetzt habe ohne dass jetzt bewerten zu wollen Ist das Risiko natürlich viel viel höher für jemanden der nur zwantigtaussend Euro hat diese zwanzigtausend euro auszugeben und dann nichts mehr zu haben.

00:35:52: oder Ich wohne in Stuttgart Mami hat mir sowieso schon eine Eigentumswohnung, vielleicht sogar in Leipzig vererbt und hab noch zweihunderttausend Euro auf der hohen Kante.

00:36:01: Dann kann ich die zwanzig tausend auch mal riskieren.

00:36:03: selbst wenn sich das am Ende als totaler Flop rausstellt habe ich ja noch hundrat achtzig Tausend.

00:36:07: kaufen wir halt ne Ölheizungen wieder oder so wenn es die falsche Technologie war Und das gibt natürlich eine ganz andere Form von Ruhe und auch Gelassenheit und natürlich auch ehrlicherweise wahrscheinlich von demokratischer Stabilität.

00:36:20: bei viele Menschen in den ostdeutschen Bundeslanden haben sie das Gefühl Jetzt habe ich es gerade so geschafft, auch nach Hartz IV und so.

00:36:26: Es ist ja nicht so das nach den Neunzigern das mit den Krisen aufgehört hätte.

00:36:29: Also erst kamen Dotcom, Nine-Eleven, Hartz Vier dann hatten wir die Eurobankenkrise...es ist ja so dass wir eigentlich seit Jahrzehnten ein Dauerkrisenzustand waren.

00:36:40: und die große Insel der Glücksählichkeit, das waren ja die Sechziger, Siebziger Jahre in den westdeutschen Bundesländern da sind ja die Vermögen aufgebaut worden aber das gab's halt in den ostdeutschten Bundesländer nicht.

00:36:49: Das erklärt eben auch vieles wie politische Einstellungen sind, wie wechselwillig auch Leute sind.

00:36:55: Wie nervös sie eben teilweise auch sind.

00:36:57: Auch emotional, auch teilweise ängstlich.

00:36:59: Sie sind um diese zwanzigtausend Euro mal so konkret zu machen nicht wieder zu verlieren und das sind Themen die natürlich irgendwie mit reinspielen.

00:37:08: Ja, das war jetzt ein eindrucksvoller Beweis.

00:37:09: Dass ich da ein Lebensthema angetippt hab!

00:37:13: Sorry dafür!

00:37:15: Alles gut.

00:37:18: Also wusste ich auch noch nicht... Ich wusste dass das Erbe ungleich ist aber das wusste sich so noch nicht

00:37:23: in den Zahlen

00:37:24: Genau.

00:37:26: Aber dann lass uns das mal jetzt an dem Punkt vielleicht ein bisschen zusammenbinden Denn gerade ist das Medieninteresse an Sachsen anhalt natürlich höher als sonst, weil am sechsten September da die Landtagswahlen anstehen und eben im Raum steht wird es das erste Mal eine Landesregierung mit der AfD geben oder vielleicht sogar nur einer AfD-Regierung könnte auch sein.

00:37:46: Das heißt starten jetzt auch andere Podcastprojekte.

00:37:50: Es gibt einen Politikpodcast, er ist zwei Komma eins Millionen.

00:37:53: den macht die Mitteldeutsche Zeitung zusammen mit der Volksstimme.

00:37:56: Die sind immer prill gestartet über die Schicksalswahl, so stand das da in einer der Ankündigungen.

00:38:02: Jetzt gerade passiert ganz viel.

00:38:04: ihr wollt danach noch weiter machen bis Ende nächsten Jahres läuft eure Förderung.

00:38:10: und dann

00:38:12: Also was wir auch oft erleben und das habe ich ja gerade so ein bisschen angedeutet ist, dass es so schlaglichtartig zu Jubiläen, thirty Jahre Mauerfall wiedervereinigung.

00:38:24: Dann wird mal kurz zwei Wochen oder vier Wochen auf Ostdeutschland geschaut.

00:38:27: Und dann ist aber auch wieder vorbei.

00:38:28: Da redet man nicht mehr über die ostdeutschen Bundesländer.

00:38:30: Dann geht's eher um die strukturellen Probleme von VW oder irgendwie sowas.

00:38:36: Ich fürchte, das ist so eine These von mir.

00:38:38: Dass wir jetzt im Juli und August sowas Ähnliches erleben vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.

00:38:43: Und unsere riesen Chancs sind ja, dass wir noch mindestens ein Jahr nach der Wahl auch noch da sind.

00:38:47: Das heißt, wir werden mindestens noch fünfzig Episoden nach der Wahlen machen.

00:38:51: wie entwickelt sich es weiter?

00:38:53: Welche Sondierungsgespräche gab es?

00:38:55: Welcher Regierung gibt es jetzt?

00:38:56: Gibt es eine Regierung?

00:38:57: Zerbricht die Regierung?

00:38:58: Wie sieht das alles aus?

00:38:59: Was bedeutet das für das land?

00:39:00: Welches Folgen gibt es auf allen gesellschaftlichen Ebenen?

00:39:03: Da können wir was machen, was glaube ich ehrlicher viele andere Medien gar nicht leisten können, weil wir einfach dort bleiben.

00:39:10: Und meine persönliche Hoffnung ist – und daran arbeite ich auch ehrlicherweise schon -, dass wir ab dem ersten Januar bis zu den Höherinnen und Höhern weiter machen könnten mit Werbekunden möglicherweise oder zusätzlichen Unterstützungen von Stiftung und anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen.

00:39:29: Ich habe es vorhin schon so ein bisschen angedeutet, wenn das in Sachsen-Anhalt für uns funktioniert Ein funktionierendes Geschäftsmodell auch daraus machen, was sich langfristig trägt, dass wir dauerhaft das Team beschäftigen können.

00:39:42: Dann denken wir natürlich darüber nach in andere Regionen zu gehen.

00:39:45: Warum soll es so ein Angebot wie jetzt für Sachsen-Anhalt nicht auch für Franken geben oder fürs Rheinland?

00:39:51: Freie nach dem Motto if you can make it in Sachsen Anhalt – You Can Make It Everywhere!

00:39:58: Ja, wobei du jetzt so die Einnahmen durch Abos oder durch das was eine Community auch zahlt gar nicht so nach vorne gestellt hast.

00:40:05: Weil ich denke nach allem was man so weiß über Medienprojekte wie die funktionieren wahrscheinlich wird es ohne irgendeine Form von Förderung dann am Ende doch nicht gehen oder?

00:40:12: Ich meine ihr kriegt jetzt fünfhunderttausend Euro für zwei Jahre.

00:40:15: Das ist schon ein Hausnummer die da zusammenkommen muss

00:40:18: Ohne Frage, also wir werden garantiert nicht zweihundertfünfzigtausend Euro brutto pro Jahr von unseren Hörerinnen und Hörern oder Leserin und Lisan bekommen.

00:40:26: Aber vielleicht ist es eben möglich fünfzigsechzigtaUSen Euro im Jahr von Höreren und Hürern zu bekommen und fünfzig sechzig tausend eurem Jahr von Werbekunden und Werbekunden und fünftig sechziehtausende Euro im Ja von Stiftung anderen Organisationen Folge Finanzierung oder so.

00:40:41: Also ich glaube da ist schon einiges möglich weil mittlerweile gibt es auch ein starkes Bewusstsein für den Wert von Journalismus, für die Demokratie.

00:40:51: Und so zynisch das klingt dazu hat natürlich auch die aktuelle Situation beigetragen, dass auch vielen Menschen und Organisationen klar geworden ist es hilft halt nicht so viel in München oder in Hamburg auf die Straße zu gehen und für die demokratie zu sein.

00:41:04: Es müssen Leute vor Ort unterstützt und gestärkt werden und es muss vor Ort lokaljournalistische Projekte geben weil nur so kann das was da ist und es ist ja vieles da wird oft eben nur nicht gesehen sichtbarer werden, gestärkt werden und ausgebaut werden.

00:41:20: Und da hat dann Journalismus glaube ich schon eine zentrale gesellschaftliche Rolle auch für die

00:41:25: Demokratie.".

00:41:26: Es gibt am Ende von diesem Podcast immer eine konstruktive Frage und da geht es nicht darum was JournalistInnen besser machen können sondern da geht's um jeden Menschen, der Medien nutzt oder auch nicht nutzt wie auch immer.

00:41:38: Und ich will auch gar nicht so sehr auf Medien jetzt gehen sondern eher auf das was du am Ende gesagt hast aus deutsche Bundesländer, westdeutsche Bundesländern.

00:41:47: Was wünschst du dir von Menschen in beiden Teilen Deutschlands?

00:41:57: um die Gräben zu schließen, die es noch gibt.

00:41:59: Gibt's da was, was wir tun können?

00:42:00: Einfach mal hinfahren jetzt aus Bonn nach Sachsen-Anhalt?

00:42:03: Das ist schon mal eine sehr gute erste Idee, weil ich glaube, es gibt immer noch diese erschreckende Statistik, dass Menschen aus den westdeutschen Bundesländern nur zu zwanzig Prozent in den ostdeutschischen Bundesländer waren.

00:42:15: Das ist eigentlich dramatisch, selbst wenn es mittlerweile twenty-fünf Prozent sind also das noch nicht einmal jeder vierte oder jede vierte irgendwie ... in Rostock oder Chemnitz, oder Magdeburg oder Stendal war ist eigentlich eine Katastrophe und Klammer auf.

00:42:32: Das haben die ostdeutschen besser gemacht Anfang der Neunziger.

00:42:34: also ich kenne fast keine Familie die nicht so ne Deutschlandreise gemacht hat erst mal um sich den Dom von Speyer oder Köln oder sonst irgendwas anzugucken weil es einen riesen Interesse gab den West zu sehen.

00:42:46: aber es gab nicht so ein großes Interesse den Osten sich einmal anzuschauen.

00:42:51: Auf den Oston gibt's natürlich sowieso nicht Und ich bin da sogar so ganz zuversichtlich, weil ich das Gefühl habe – es hat sich wirklich in den letzten vier, fünf, sechs Jahren verändert -, dass es eine neue Form von Neugier gibt auf die Geschichten der jeweils anderen.

00:43:05: Die Menschen in den westdeutschen Bundesländern sind wahrscheinlich in den neunziger Jahren ein bisschen zu schnell Druck betankt worden mit Geschichte und ... Die hatten alle so das Gefühl, jetzt wissen wir ja alles.

00:43:18: Treuhandstasi, Wiedervereinigung, grüner Pfeil – ich habe alles gehört!

00:43:22: Ich ist das Thema nicht durch.

00:43:24: Dieses Gefühl gab es ja und gibt es teilweise auch noch.

00:43:27: Ich hab aber das Gefühl dass wir in den letzten Jahren dazu tragen eben Schriftstellerinnen und Schriftstellern, Künstlerinnen und Künstlern, aber auch Journalistinnen und Journalisten und viele andere Menschen irgendwie dazu bei, dass so individuelle Geschichten ganz anders erzählt werden und dass man sich viel mehr zuhört und sagt, ach so ist ja sehr interessant.

00:43:43: So war das also.

00:43:44: deine Oma hat Baumkuchen geschmuggelt.

00:43:46: Wieso?

00:43:47: Achso stimmt ausdeutsche Rentner durften ja schon viel früher auch über die... Also da gibt es mittlerweile ein anderes Interesse an persönlichen Geschichten und nicht mal an diesen großen manchmal auch vielleicht ein bisschen erschlagenden Themen wie Staatsapparat und Stasi und ich glaube, dass das dabei helfen kann Mehr Verständnis voneinander zu haben, weil mich persönlich auch der Strukturwandel im Saarland total interessiert.

00:44:10: Wenn ich das mit persönlichen Geschichten verknüpfen kann und nicht nur die Stahlindustrie im Saarland geht es nicht mehr so gut.

00:44:16: Vielen Dank dass du dir die Zeit genommen hast Christian von dazwischen zu erzählen!

00:44:21: Sehr sehr gerne danke für die Einladung.

00:44:24: wenn ihr selbst aus Sachsen-Anhalt kommt dann habt hier diese Folge wahrscheinlich besonders genau hingehört.

00:44:30: Einen anderen ging es hoffentlich so wie mir.

00:44:32: Ich habe viel dazu gelernt und auch Lust bekommen noch mal ein bisschen zu hinterfragen, was für Bilder ich so von den ostdeutschen Bundesländern im Kopf habe.

00:44:41: Christians Projekt dazwischen das steht ja noch ganz am Anfang Wie nice und nötig es am Ende wird, ob er und sein Team ist schaffen damit richtig viele Leute zu erreichen.

00:44:50: Ist vielleicht sogar nach dem Jahr zum Jahr-Zwischen weiter zu finanzieren?

00:44:55: Das wissen wir noch nicht!

00:44:56: Drei Monate nach Start hat der Newsletter jetzt gut fünfhundert Abonnentinnen und der Podcast immerhin dreitausend.

00:45:06: Den Link zum dazwischen Podcast und natürlich auch zum Newsletter, den findet ihr in den

00:45:10: Show Notes.

00:45:12: Wenn ihr gute Ideen kennt die ich Ihnen nice und nötig mal vorstellen sollte dann schreibt mir gerne auf Instagram Blue Sky oder Mastodon einfach an die Kanäle von Übermedien oder auch per Mail an Annika at übermedien.de.

00:45:27: Anika mit zwei N Wir bei Übermedien machen Journalismus über Journalismus, wir decken also Fehler in anderen Medien auf und erklären die Hintergründe.

00:45:37: Schaut gerne mal bei www.übermedien.de vorbei – da findet ihr auch unseren kostenlosen Newsletter!

00:45:44: Idee, Konzept & Recherche für nice und nötig kommen von mir, Annika Schneider.

00:45:49: Ich bin Redakteurin bei ÜberMedien Meine Kollegin Lisa Cräher hat diese Folge redaktionell abgenommen Und die Musik hat Alexander Graf gemacht.

00:45:57: Ich freue mich, dass ihr euch die Zeit genommen habt zuzuhören.

00:46:01: Bis zum nächsten Mal!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.