Jenseits von Pro und Contra – Dieses Spiel verändert Diskussionen

Shownotes

Sechs Menschen. Ein Thema. Eine Stunde Zeit. Beim Fragespiel „Eine Stunde reden“ geht es zum Beispiel um die Verkehrswende oder den Krieg in Gaza.

Zu Wort kommen dabei aber nicht Expert:innen, sondern ganz unterschiedliche Menschen. Sie schildern ihre persönlichen Erfahrungen und Meinungen. Es geht dabei nicht ums Überzeugen, sondern ums Zuhören.

Gefilmt oder mitgeschnitten wird bei „Eine Stunde reden“ nichts – und trotzdem ist das Spiel für Journalist:innen interessant, glaubt Erfinderin Ellen Heinrichs.

Die ersten Testrunden, unter anderem beim Hessischen Rundfunk, zeigen, wie viel mehr Sichtweisen auf Themen es gibt als das klassische Pro und Contra. Und dass viele Journalist:innen die Spielrunden zwar gerne moderieren, es ihnen aber erstaunlich schwerfällt, dabei ihre Meinung für sich zu behalten.

In dieser Folge erklärt Ellen die Spielregeln. Sie erzählt, welches kontroverse Thema sie auf die Idee dazu brachte und warum das Entwicklungsteam nachträglich noch Joker-Karten einführen musste, mit denen man andere Mitspieler:innen unterbrechen kann.

Bildbeschreibung

Gast & Host

Ellen Heinrichs ist Gründerin und Geschäftsführerin des Bonn Institutes und zusätzlich ausgebildete Mediatorin. Vorher arbeitete sie unter anderem sieben Jahre lang bei der Deutschen Welle im Bereich Innovation. Das Bonn Institute setzt sich seit 2023 für zukunftsfähigen Journalismus und konstruktiven Dialog ein, finanziell unterstützt von der Landesregierung NRW. Gesellschafter sind die „Rheinische Post“, RTL Deutschland, die Deutsche Welle und das dänische Constructive Institute.

Annika Schneider ist Redakteurin bei Übermedien und überzeugte Optimistin. Das Radiomachen und Podcasten hat sie als Moderatorin, Autorin und Planerin beim Deutschlandfunk gelernt.

Feedback und Hinweise jederzeit gerne an annika@uebermedien.de oder über Instagram, BlueSky oder Mastodon.

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Redaktionelle Abnahme: Lisa Kräher, Musik: Alexander Graf

Transkript anzeigen

00:00:00: Du bist ausgebildete Mediatorin.

00:00:02: Was kannst du was andere Leute nicht können?

00:00:05: Ich glaube, dass durch die Mediationausbildung ich noch mal wieder stärker gelernt habe eben auch zu reflektieren, was gerade in einer Situation passiert und damit eben zum Beispiel in Diskussionen, die auch hitzig werden könnten so eine innere Pausetaste einfach drücken kann und das rationalisieren kann und sagen kann A Hier riegt sich jemand gerade richtig auf und was könnte ich jetzt tun, damit das hier nicht eskaliert?

00:00:36: Oder auch.

00:00:37: Nicht immer gelingt das A. Ich rege mich gerade total auf!

00:00:41: Was kann ich jetzt machen, damit ich mal wieder runterkomme?

00:00:45: Das ist etwas dieses Bewusstsein dafür... Das ist ja im Journalismus nicht so ausgeprägt, dass Diskussionen nicht nur über Argumente geführt werden sondern eben auch über Emotionen.

00:00:59: Das finde ich extrem hilfreich für die journalistische Arbeit.

00:01:11: Die Folge heute nehme ich mal nicht remote auf, also online sondern ich sitze mit meiner Gästin in einem Raum weil wir uns zusammen ein Spiel anschauen.

00:01:26: Ellen Heinrichs ist die Gründerin und Geschäftsführerin des Bonn Instituts.

00:01:30: das ist eine gemeinnützige GmbH in Bonn die sich für besseren Journalismus einsetzt und getragen wird von RTL der Rheinischen Post der Deutschen Welle und auch dem Konstruktiv-Institut in Dänemark.

00:01:45: Ellen

00:01:45: hatte vor zwei Jahren die Idee für dieses Spiel.

00:01:48: Es ist noch ganz frisch im Mai erst veröffentlicht worden, steht hier in einem schwarz-orangenen Karton vor mir und heißt eine Stunde reden!

00:01:57: Es soll helfen dass Menschen sich miteinander austauschen und ins Gespräch kommen zu großen politischen Themen oder auch zu ganz alltäglichen Erlebnissen.

00:02:06: Man kann das Spiel natürlich einfach Zuhause spielen.

00:02:08: Es ist aber auch für JournalistInnen interessant, denn es ist ja so das Redaktionen schon seit ein paar Jahren ziemlich viel veranstalten um mit ihrem Publikum wieder mehr ins Gespräch zu kommen.

00:02:20: Eine Stunde Reden ist schon getestet worden vom hessischen Rundfunk und Ellen hat mir erzählt dass es für manche Journalistinnen gar nicht so einfach war das ihr Job dabei vor allem war zuzuhören.

00:02:34: Sie erklärt mir in dieser Folge auch, wie das Ganze überhaupt funktioniert und warum die Spielemacher nach den ersten Testrunden nachträglich noch eine Jokerkarte einführen mussten.

00:03:00: Wir kennen uns ja schon ein paar Jahre und es hätte eigentlich schon viele Gründe gegeben, dich in diesen Podcast einzuladen.

00:03:05: Weil du nichts anderes machst als mit dem Bonn-Institut darüber nachzudenken wie Journalismus zukunftsfähig und besser werden kann.

00:03:12: Und außerdem wohnst du nur im Paar Straßen ... Nein, du arbeitest in Paar Strassen weiter von wo ich wohne und im Homeoffice arbeite?

00:03:18: Ich wohne hier auch so ein bisschen.

00:03:20: Okay, du wohnest hier auch im Bonn Institute!

00:03:23: Genau aber jetzt gab's einen sehr konkreten Anlass mit dir zu sprechen.

00:03:27: Du hast ein Spiel entwickelt Eine Stunde reden und das soll Menschen dabei helfen, über schwierige Themen zu diskutieren oder ins Gespräch zu kommen.

00:03:36: Dieses Spiel funktioniert mit allen Themen.

00:03:38: hast du mir gesagt?

00:03:40: Wenn Leute dein Spiel-Spiel, mit welchen Gefühlen oder Erkenntnissen oder Erfahrungen sollen die rausgehen aus so einer Spielrunde...

00:03:48: Also es gibt in dem Spiel eine Frage, die gestellt wird und die lautet was von dem Gesagten hat dich zum Nachdenken gebracht?

00:03:57: Und wenn die Leute aus dem Spiel rausgehen und nochmal neu über das eine oder das andere was gesagt wurde, und was eigentlich gar nicht ihre eigenen Perspektive entspricht.

00:04:09: Wenn sie darüber noch mal nachdenken und sagen ich bin immer noch meiner Meinung und ich verstehe aber jetzt besser wo jemand anders mit seiner Meinung herkommt dann stelle ich mir einfach vor dass es ein gutes Gefühl gibt Und das ist auch tatsächlich was ich mir wünsche, was durch das Spiel passiert.

00:04:31: Das heißt Leute reden miteinander?

00:04:32: Es geht nicht darum, dass sich am Ende alle einig sind und es geht auch nicht drum jemanden davon zu überzeugen, dass meine Meinung die bessere ist?

00:04:39: Ja genau, das sind uns weg von dem Spiel.

00:04:42: also es fängt schon damit an, dass wir nicht zwei Leute miteinander reden lassen sondern vier fünf sechs Leute Dass die zusammen an einem Tisch sitzen und dass sie alle gleiche Redezeit bekommen.

00:04:55: Und es ist sozusagen nicht das Ziel, dass am Ende jemand gewinnt.

00:05:00: Weil viel spielen ist das ja so, dass man gewinnen kann – das ist dabei nicht so!

00:05:04: Sondern Sinn und Zweck ist eigentlich, dass sich man gesehen und gehört fühlt und dass alle am Tisch dabei die gleichen Chancen haben.

00:05:14: Für mich ist das etwas, was in der Gesellschaft halt nicht so oft stattfindet.

00:05:17: Es geht ja oft darum, wer hat das bessere Argument?

00:05:20: Wer kann sich besser ausdrücken?

00:05:22: Wer ist lauter?

00:05:23: Wer is auch vielleicht vehementer im Durchsetzen der eigenen Sichtweisen?

00:05:28: Wer hält sich einfach immer zurück aufgrund vielleicht auch, sagen wir mal, nicht so ausgeprägter Sprachkenntnisse oder Übungen auch im Argumentieren und alle diese Leute können an diesem Tisch zusammensitzen keiner bekommt mehr Raum.

00:05:46: Und das ist, was die Leute ja immer als wahnsinnig positiv erleben und auch, was sie so zur Ruhe bringt.

00:05:56: Das ist halt dieses tolle Gefühl, was dadurch entsteht.

00:06:00: Das kann ich jetzt gar nicht so durch das Erzählen vermitteln – das muss man eigentlich ausprobiert haben!

00:06:07: Zur Ruhe bringt also eine Befriedigung, dass gerade irgendwie ein Austausch stattgefunden hat?

00:06:12: Ist es das?

00:06:13: Wir sind oft emotional unter Stress, wenn wir diskutieren.

00:06:19: Also wir warten darauf, dass wir rankommen.

00:06:22: Wir hören gar nicht so richtig zu weil wir wollen gucken.

00:06:24: wann können wir dann mit unserer Sichtweise reingehen?

00:06:29: oder wir Journalistinnen und Journalisten?

00:06:30: Wir gucken schon auf unseren Fragenzettel und welche Frage wollte ich denn jetzt noch mal als nächstes stellen?

00:06:35: und hören gar nichts zu wenn es Themen sind die uns emotional berühren das sind ja auch relativ viele eigentlich da sind wir auch angespannt und das Spiel setzt halt auf Methoden der Mediation auf, die darauf abzielen dass man Stresslevel erst mal absenkt.

00:06:53: Ja und das geschieht halt durch eine Verlangsamung zum Beispiel der Diskussion.

00:06:57: Das an einfach weiß ich habe hier meine drei Minuten.

00:07:01: Man hat immer drei Minuten Und ich komme auch dran.

00:07:05: Ich muss nicht reingerätschen, ich muss nicht besonders aktiv oder aggressiv sogar sein... Ich komm dran!

00:07:10: Meine drei Minuten Redezeit meinst

00:07:12: du?

00:07:12: Genau meine drei Minuten redezeit und ich kann auch ungefähr abschätzen wann das sein wird weil am Anfang geht es immer der Reihe nach und das beruhigt mich halt total und versetzt mich eben auch in so einen Zustand wo ich auch den anderen in Ruhe zuhören kann.

00:07:27: Neulich sagt ein Kollege hier im Team, das ist total toll.

00:07:31: Je länger man zuhört, desto mehr Ideen kommen einem und das ist halt so.

00:07:36: Das ist eben eine ganz normale Reaktion unseres Gehirns dass in dem Moment wo mein Stresslevel sozusagen absinkt ich mich entspanne und plötzlich ganz andere Gehirnareale anspringen als die, die ich unter Stress also bei stressigen Situation zur Verfügung habe.

00:07:56: kreative Gedanken, da kommen vielleicht sogar Problemelösungen usw.

00:08:00: und das empfinden die Leute natürlich als super dass sie in einer Diskussion plötzlich eben nicht mehr gestresst sind sondern ausgeruht im Grunde und inspiriert.

00:08:13: wir kommen gleich darauf wie das ganz konkret funktioniert weil man kann sich glaube ich gerade noch nicht so viel drunter vorstellen was dann passiert.

00:08:21: aber Ihr habt das zwei Jahre lang entwickelt und verbessert, bis es jetzt fertig ist dran gearbeitet.

00:08:28: Gab es am Anfang einen Moment, wo du auf Diskussionen geblickt hast und gedacht hast, so nicht!

00:08:34: Das muss doch besser gehen?

00:08:36: Die so was nicht, also ausschlaggebend für die Spielidee war eher so.

00:08:41: wir machen ja auch einmal im Jahr ein Festival in der Bonner Innenstadt.

00:08:44: Das heißt die Future-Festival und vor zwei Jahren war also der Krieg in Gaza in vollem Gange und es war fürchterlich!

00:08:51: Und natürlich wollen wir die relevanten Themen, die die Menschen beschäftigen auch auf unser Festival bringen und dann sind wir aber auch natürlich ein Festival das gerne konstruktiv an Themen rangehen möchte.

00:09:01: da ist uns Aber in dem Fall wirklich nichts eingefallen.

00:09:05: Wir kannten natürlich so die üblichen Protagonisten für die eine oder für andere Sichtweise und ja, wenn sie als konstruktiv galten dann haben die sich quasi auf der Bühne nicht die Köpfe eingehauen aber der Mehrwert der Wahl schon begrenzt solche bekannten Stimmen eben nochmal einzuladen.

00:09:26: Und dann habe ich gesagt lasst doch mal einfach die Expertinnen und Experten weglassen.

00:09:31: weil Gerade da gelesen hatte, dass einundvierzig Prozent der Menschen hierzulande einfach sagen ich sag mal lieber nichts wenn es um die wirklich wichtigen Themen geht.

00:09:41: Weil die Leute zunehmend einfach Sorge haben das Konflikte eskalieren, das Diskussion aus dem Ruder laufen

00:09:49: Dass man vielleicht auch abgewertet wird.

00:09:52: Das ist natürlich ein Effekt der sogenannten sozialen Medien, aber insgesamt ist die Stimmung hierzulande so dass die Leute sagen ich habe das Gefühl das Klima wird immer rauer und ich halte mich einfach raus.

00:10:04: Und das ist für unsere Demokratie natürlich ein total schwieriger Zustand, wenn wir uns immer versuchen rauszuhalten.

00:10:10: Wenn es wirklich wichtig wird.

00:10:12: und dann dachte ich, dass Festival könnte eigentlich eine super Labor Situation sein um mal was Neues auszuprobieren und habe gesagt lasst mir die Experten weglassen und lass mehr als zwei Personen an einen Tisch setzen.

00:10:24: Denn gerade im Journalismus, wir sind ja in Journalismus-Festival ist es ja so, dass Diskussionen sehr oft zugespitzt werden auf zwei Positionen Pro

00:10:33: und Kontra.

00:10:33: Genau, in dem Fall damals war das halt bist du irgendwie für die Palästinenser oder bist du für Israel?

00:10:39: Und dieses Thema ist natürlich viel viel viel komplexer.

00:10:43: und deswegen dachte ich komm lass mal fünf Leute an einen Tisch setzen und lass mal gucken ob man vielleicht Diskussionsregeln entwickeln kann die so ein bisschen eher auf den Spielgedanken einzahlen.

00:10:55: denn In Deutschland sind wir uns zwar bei vielem uneinig aber einer Sache einig Man möchte kein Spielverderber sein, also Spielregeln sind einzuhalten.

00:11:05: Und so haben wir dann Prototypen gebaut und haben die Leute eingeladen und es kamen tatsächlich genug Leute für einen Tisch zu Israel und Hamas zusammen.

00:11:14: Es kam auch noch vier weitere Tische zusammen, die haben sich lieber über Mobilität in der Bonner Innenstadt unterhalten was auch ein explosives Thema ist, tatsächlich hier

00:11:22: lokal.

00:11:23: Kann ich bestätigen?

00:11:25: Genau!

00:11:26: Dann haben wir das evaluiert Und ich dachte, das ist ja da hammer.

00:11:29: Das sind quasi kommunistische Ergebnisse.

00:11:32: die Leute waren total angetan und das ist halt vor zwei Jahren gewesen und seitdem entwickeln wir das wie man so schön sagt iterativ also in kleinen Schrittchen immer mit ganz viel Feedback von Leuten die das ausprobieren weiter und jetzt ist es halt fertig.

00:11:48: Ich glaube, damit haben wir neugierig genug gemacht.

00:11:51: Darauf wie es denn eigentlich funktioniert?

00:11:53: Wir kommen auch noch drauf was das alles mit Journalismus zu tun hat.

00:11:56: aber jetzt erst mal ... Wir sitzen ja nicht umsonst in einem Raum und es steht vor uns das Spiel In einer schwarzen Spielschachtel eine Stunde reden.

00:12:04: Das Dialogspiel steht da drauf!

00:12:06: Wir haben jetzt gerade schon erfahren Es sitzen fünf bis sechs Leute um ein Tisch.

00:12:11: Es gibt einen Thema für diesen Tisch.

00:12:13: Was auch immer dass dann ist funktioniert mit sehr vielen Themen.

00:12:16: Es gibt eine Spieleitung, und irgendwie wird Redezeit aufgeteilt.

00:12:20: Das wissen wir schon!

00:12:21: Wie genau funktioniert das jetzt?

00:12:24: Ich sehe Sanduhen – das ist schon mal wichtig,

00:12:25: ne?!

00:12:25: Genau.

00:12:26: also du siehst Sanduhe, die sind schonmal total wichtig.

00:12:29: Zwei Sandueren deshalb weil jeder bekommt drei Minuten Redezeiten aber wenn man den nicht aufbraucht dann kann man trotzdem weiter spielen und die eine Sanduhr riselt in Ruhe zu Ende und die zweite kommt zum Einsatz, das ist der Grund.

00:12:44: Und das ist ganz wichtig.

00:12:45: Zwei Rollen, einmal die Spieleitung.

00:12:48: Das ist für Journalisten eine besondere Herausforderung.

00:12:51: also in der Urversion haben wir halt gedacht dass es ein Spiel für Journalistinnen und Journalisten weil sie sagen dann immer ja moderieren kann ich und dann stellen Sie fest bei uns am Spiel ist alles ganz anders.

00:13:03: Also bei uns redet der Journalistin nicht die meiste Zeit sondern sie hört zu.

00:13:09: Spieleitung bedeutet, man organisiert es die anderen Reden.

00:13:12: Die eigene Meinung zählt gar nichts und man darf nicht mal eigene Fragen stellen.

00:13:17: Denn die Fragen kommen hier von diesem Stapel.

00:13:20: Das ist ein Stapeln mit schwarzen Karten und auf der obersten Karte steht Startfrage.

00:13:25: Moment weil du jetzt gerade gesagt hast zwei Rollen wir haben genau die Spielleitung?

00:13:29: Genau!

00:13:30: Es gibt noch eine weitere Person, die darf sich freiwillig melden am Tisch.

00:13:33: das ist der Timekeeper kriegt die Sanduern, passt auf dass alle wirklich immer nur ihre drei Minuten reden.

00:13:39: Dann gibt es also hier die Fragenkarten.

00:13:42: oben drauf liegt immer die Startfrage und die Startfrage egal zu welchem Thema du das Spiel jetzt spielst lautet immer was ist dein persönlicher Blick auf das Thema?

00:13:54: Und alle am Tisch sind dann erstmal gefragt mit Ausnahme der Spieleitung diese Frage zu beantworten.

00:14:00: Also Was ist dein persönlicher Blick aufs Thema?

00:14:04: Und das ist ganz bewusst formuliert, man sagt nicht was es deine Meinung sondern wie schaust du auf das Thema?

00:14:11: und dann bekommen alle am Tisch erstmal sozusagen anstatt einer Vorstellungsrunde.

00:14:16: Ein Eindruck.

00:14:18: Wie ist die Sicht der einzelnen Beteiligten am Tisch auf das, was wir diskutieren wollen?

00:14:26: Bei Bonner Mobilität würde man vielleicht eher erzählen, welche Verkehrsmittel man nutzt und welche Erfahrung man als Radfahrer gemacht hat.

00:14:36: Anstatt ins große Klimakrise-Energiewende keine Ölverkehrswende zu kommen ... Ich

00:14:41: könnte auch sagen... Doch, ich bin Radfahrerin und Radfahrerin weil mich die Klimakrise total bewegt.

00:14:48: Dann könnte ich natürlich auch darüber reden.

00:14:50: Ich kann aber auch sagen für mich ist mein Auto total wichtig.

00:14:53: ihr müsst verstehen da wo ich jeden Tag hin pendeln muss.

00:14:57: Da komme ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht hin usw.

00:15:00: Das heißt also die Menschen sagen schon sehr persönlich woher sie mit ihren Ansichten kommen.

00:15:12: Einstieg, weil das was ganz anderes ist als sollte Bonn mehr Fahrradwege bekommen.

00:15:18: Und diese Runde spielt man einmal durch...

00:15:22: Jeder drei Minuten?

00:15:24: Es gibt

00:15:24: hier so ein Plastik-Mikrofon.

00:15:26: kann ich dazu vielleicht sagen sieht aus wie so ein altes Radiomikrofon oder

00:15:29: so

00:15:29: Schlagersänger rein singen.

00:15:31: Das war uns ganz wichtig!

00:15:34: Das geht dann so rum und es bekommen die Leute wenn sie dran sind und ist auch ganz süß.

00:15:41: Ganz schnell entsteht eine wahnsinnig konzentrierte Atmosphäre und die Leute, die dann ins Mikrofon reden.

00:15:47: Die reden auch richtig ins Mikrophon auf.

00:15:49: Obwohl das nur so ein Plastik ertrappelt!

00:15:53: Aber ist ganz schön.

00:15:53: also es passiert mir auch immer.

00:15:56: Genau wenn es jetzt etwas gibt was mich unglaublich dazu anspont dass ich darauf einsteigen möchte was du gesagt hast aber ich muss noch ganz lange warten bis ich wieder dran dann dürfte ich auch diese eine Joker-Karte spielen, die ich vorher ausgeteilt habe an jede Person, die mitspielt.

00:16:14: Jeder hat einen Joker und darf einmal dazwischen grätschen!

00:16:16: Und das ist natürlich wirklich schwierig, weil du hast eine Stunde zum Diskutieren und nur ein Joker.

00:16:22: Das erhöht sozusagen die spielerische Atmosphäre, weil Du dir natürlich ganz genau überlegst, wann Du den spielst?

00:16:28: Weil danach ist er weg.

00:16:31: Habt ihr das

00:16:31: eingeführt?!

00:16:32: Der kam ja erst später dazu – der war in der Ursprungsversion nicht -, Ganz klappt es dann doch nicht, wenn man auf Glühendenkohlen sitzt und sagt da muss ich doch jetzt was zu sagen.

00:16:41: Genau!

00:16:41: Es gibt ganz unterschiedliche Menschen und für viele Leute ist das total fein gewesen ohne Joker.

00:16:47: und dann gibt's die, die interessanterweise würde ich nach meiner Beobachtung sagen in konventionellen Diskussionen immer Oberwasser haben also die sehr meinungsstark sind die sehr gewohnt sind viel Raum einzunehmen und für die war das fast sozusagen schmerzhaft immer warten zu müssen bis sie an der Reihe Und das will man ja dann auch nicht.

00:17:08: Dann haben wir gesagt, okay, dann machen wir sozusagen ein Zugeständnis und jede Person aber dann auch wirklich jeder Person und nicht nur die Aktiven bekommt also diese Joker Optionen.

00:17:19: Okay, das heißt wir haben eine Startrunde.

00:17:22: Jeder sitzt da mit seinem Joker kann ihn spielen oder nicht?

00:17:24: Es hat jeder seinen Blick geschildert und dann gibt's ja noch mehr Fragenkärtchen.

00:17:27: also es wird jetzt weiter beleuchtet dieses Thema.

00:17:29: Richtig!

00:17:30: Also wie du schon sagtest man kann es wirklich zu jedem Thema spielen auf dass es mehrere Perspektiven gibt.

00:17:36: Wir haben das beispielsweise auch mal zu einem Thema gespielt das ich gar nicht sich aufdrängt weil es an sich nicht kontrovers ist sondern einfach viele betrifft das Thema Einsamkeit.

00:17:47: Auch da gab es intensive Diskussionsrunden.

00:17:51: Wenn die erste Runde gespielt ist mit dem persönlichen Blick ... Da haben

00:17:55: Leute das nur um das Verständnis halber diskutiert, was kann man gegen Einsamkeit tun?

00:18:01: Das war dann die Stoßrichtung oder...?

00:18:04: Dann startete das wieder mit ein persönlicher Blick auf das Thema und dann saßen unterschiedliche Menschen.

00:18:11: Die älteste Teilnehmerin war der Jahre alt und die Jüngste war achtzehn.

00:18:16: Und die haben natürlich einen ganz unterschiedlichen Blick auf das Thema, warum sie einsam sind oder ob Sie vielleicht auch nur beobachten dass andere einsam ist.

00:18:24: Ob sie bereits was tun oder fürchten von Einsamkeit betroffen zu sein.

00:18:29: also es gibt da sehr viel zu sagen und das tritt halt erstmal in der ersten Runde alles zutage und dann geht's noch gar nicht darum was man tun kann.

00:18:37: weil Ziel des Spiels ist tatsächlich nicht dass man am Ende Maßnahmen entwickelt hat oder Lösungen wenn gleiches immer wieder Gründen gibt wo Lösungsideen entstehen.

00:18:47: Und wir das auch durchaus anregen, dass man das dazu nutzen kann, Lösungen zu entwickeln.

00:18:53: Aber man kann auch einfach ganz in Ruhe diese Karten nutzen um erst mal weiter ein Bild entstehen zu lassen und ja ich könnte dir jetzt die anderen Karten mal rüber reichen dann ziehst du einfach eine.

00:19:06: es sind insgesamt noch sechs weitere Karten im Spiel.

00:19:11: Du wachst morgens auf und all deine Wünsche zu diesem Thema sind in Erfüllung gegangen.

00:19:15: Woran merkst du das?

00:19:17: Aha, dass ist die Frage um so ein bisschen eine Vision zu entwickeln oder zu überlegen was will ich eigentlich.

00:19:22: Ja und es ist auch ne ganz schwierige Frage weil wir Menschen sind es sehr gewohnt über das Problem zu sprechen und diese Frage regt jetzt dazu an sich vorzustellen wie wäre's denn wenns besser wäre Und das ist für viele Spielrunden eine große Herausforderung, weil man weiß genau über welche Probleme man alle reden möchte und so.

00:19:43: Und wer Schuld ist und wie das gekommen ist und, wie man darunter leidet aber sich jetzt mal ganz konkret vorzustellen.

00:19:49: also man wacht morgens auf und das Problem ist ein bisschen besser geworden.

00:19:53: woran genau merke ich dass eigentlich?

00:19:57: Also zum Beispiel beim Thema Einsamkeit könnte man sagen Ich wache auf das Telefon klingelt und eine Freundin ist am Apparat.

00:20:07: Das wäre so, ne?

00:20:08: Aber das ist natürlich für jede Person anders.

00:20:12: Genau!

00:20:12: Ich gebe dir noch mal eine Karte.

00:20:16: Wer oder was kann das Thema voranbringen steht hier.

00:20:20: Also du merkst schon alle Karten sind konstruktiv.

00:20:25: also wir stellen ausschließlich konstruktive Fragen.

00:20:30: Im Sinne des Borninstituts ist eben Lösungsorientierung Perspektivenreichtum und das Gespräch.

00:20:38: Das Gespräch führen wir schon, bei der Karte wer oder was kann das Thema voranbringen geht es auch um Perspektive-Reichtum aber natürlich die Lösungs Orientierung, dass man nicht stehen bleibt bei Wer ist schuld?

00:20:50: Wer hat's verborgt?

00:20:51: Warum ist alles so schrecklich?

00:20:53: Sondern wer könnte denn jetzt etwas tun?

00:20:56: Und in dem Zusammenhang gibt es auch noch weitere Karten, die lese ich jetzt mal vor.

00:21:01: Ganz interessant, wessen Perspektive fehlt ja heute am Tisch?

00:21:06: Denn wir sind zwar vielleicht schon fünf, sechs Leute aber es gibt sicherlich Leute, die nicht anwesend sind und das ist interessant darüber nachzudenken.

00:21:15: wer hätte eigentlich zu dem Thema noch was Wichtiges beizusteuern?

00:21:20: Ich weiß, ihr habt euch auch Gedanken darüber gemacht wie das Spiel endet.

00:21:23: Aber das würde ich jetzt mal als kleinen Cliffhanger noch offen lassen und erstmal nochmal mit dir ein bisschen darüber reden was passiert wenn dieses Spiel gespielt wird weil es ist ja inzwischen schon mehrfach zum Einsatz gekommen.

00:21:34: Ihr habt das getestet in Köln und in Bonn jeweils bei einer Veranstaltung.

00:21:37: der hessische Rundfunke hat es vor den Kommunalwahlen getestete.

00:21:40: die haben im Februar an drei in drei Städten Diskussionen zu ganz verschiedenen Themen gemacht.

00:21:46: d.h.

00:21:46: du warst schon öfter dabei wenn es gespielt worden ist und kann's vielleicht so ein bisschen beschreiben, was für Momente passieren da.

00:21:53: Und was mich auch interessieren würde macht das Spaß oder ist das Stress?

00:21:59: Also ich war tatsächlich in Hessen nicht dabei denn die Kollegen vom HR wollten das erstmal selber hinbekommen und dabei nicht beobachtet werden.

00:22:09: Das kann ich auch total gut verstehen.

00:22:12: Ich habe nachher intensiv mit denen gesprochen und da hat tatsächlich einer der Beteiligten gesagt, es entsteht so eine verzauberte Stimmung.

00:22:21: Das fand ich schon von dem Journalisten sehr bemerkenswert.

00:22:25: also Journalisten geizen ja normalerweise mit positiven Adjektiven.

00:22:30: Und die waren schon ziemlich begeistert weil es tatsächlich ist und das sticht für mich jedes Mal hervor man hat dann wenn vielen spielt, also sagen wir mal mit zehn Tischen spielt.

00:22:44: Da hat man ja siebzig Leute im Raum die alle diskutieren und was entsteht ist aber eine ziemlich ruhige Atmosphäre.

00:22:52: Also einen Tischen wird doch sehr fokussiert konzentriert miteinander gesprochen Und auch wirklich zugehört.

00:23:03: Das ist das was die leute als sehr angenehm empfinden.

00:23:07: es gibt bei dem Spiel noch diese weitere Zutat über die wir noch nicht gesprochen haben und die klappert.

00:23:14: Und zwar gibt es hier ein Baumwollsäckchen mit ganz vielen Holzsteinen, und diese sind in Rot-, Orange- und Grün eingefärbt.

00:23:22: Das sind unsere Stimmungssteine.

00:23:24: Die haben sogar extra verschiedene Formen damit eben auch Menschen die Farben nicht gut erkennen können, mitspielen können oder auch dies fühlen können.

00:23:34: Diese Stimmungsteine kommen am Anfang vom Spiel zum Einsatz um mal so einen Bild zu kreieren, wie geht es euch denn gerade?

00:23:43: Ja die Spieleitung fragt dann in die Runde.

00:23:45: Wie geht's euch denn grade?

00:23:46: leg doch mal euren Stimmungsstein und jeder der mitspielt hat also so diese drei Steine.

00:23:51: und am Anfang legen die Leute immer eher so ein gelben Stein ist mir aufgefallen ganz oft weil sie sind angespannt.

00:23:58: die sollen jetzt diskutieren.

00:24:00: vor allem jüngere leute sind oft schon fast gestresst.

00:24:03: Na ja, weil die sich Sorgen machen, kenne ich mich gut genug aus mit dem Thema.

00:24:08: Was ist wenn nicht alles weiß?

00:24:09: Die Leute sind hier besser gebildet oder sprechen Wasserdeutsch.

00:24:13: Oder sie haben einfach viel mehr Erfahrung und hören jungen Leuten sowieso nicht zu.

00:24:17: Und dann merken Sie ah!

00:24:19: Sie kriegen ganz genau gleich viel Raum es wird Ihnen ganz genau leicht viel zugehört.

00:24:23: So und dann fängt man eben ans Reden miteinander.

00:24:28: Manchmal geht's natürlich auch... Leuten am Tisch nicht so gut, wenn sie nämlich hören dass ihre eigenen Perspektiven vielleicht gar nicht mehr als fähig sind am Tisch oder so und dann merkt man schon oh da grummelt einer.

00:24:41: Und dann kann man als Spieleitung sagen wie geht es euch denn gerade?

00:24:46: wollen wir noch mal Stimmungssteine legen?

00:24:48: Dann kommt ein Roter und dann kann Man Als Spieleitung eben auch darauf eingehen und sagen ja das ist mir schon aufgefallen dir das Missfallen hat, was du da gerade gehört hast.

00:24:59: Und gleich bist du ja auch wieder dran und dann hören wir deine Perspektive.

00:25:04: Das kann man schön einbinden uns das ganz wichtig Emotionen sichtbar zu machen.

00:25:09: Gerade im Journalismus kommen Emotion wahnsinnig oft zu kurz.

00:25:13: bei uns geht es eigentlich immer um was ist richtig welche Fakten stimmen nicht so sehr.

00:25:22: wie geht's einem jetzt gerade damit?

00:25:24: Am Ende liegen immer ausschließlich grüne steine nach meiner erfahrung weil die leute sich total entspannt haben.

00:25:31: es ist kein stress macht es totalen spaß.

00:25:35: das glaube ich nicht weil es geht ja um emotionale themen die auch nicht einfach sind.

00:25:42: also wenn man jetzt über seine eigene einsamkeit wenn man das thema noch mal aufgreift zum beispiel spricht dann ist das immer noch nichts was einen total happy macht.

00:25:53: Es ist aber ein gutes Gefühl trotzdem, dass es einen Raum gibt eben auch über Dinge zu sprechen die schwierig sind.

00:26:02: Und das ist ja eigentlich genau das was viele vermissen.

00:26:06: also Frosin und Zerstreuung ist jetzt nicht unbedingt das was das Spiel bietet Auch wenn durchaus schon mal gelacht wird an den Tischen Wenn sich die Leute entspannen.

00:26:15: Aber es ist eher ein sehr angenehmes tiefes Gefühl Dass man eben den Raum gefunden hat, das zu äußern in Sicherheit was einen wirklich beschäftigt und dass es für viele Leute schon etwas was nicht besonders oft vorkommt.

00:26:35: In ihrem normalen Leben und wozu das Spiel wirklich anregt?

00:26:39: Jetzt gibt's ja so ein paar Sachen an denen Diskussionen oft scheitern und mich würde interessieren ob die bei euch einfach nicht vorkommen oder ob die das Spieldesign bisschen rauskegelt.

00:26:49: Das eine ist Leute werden vielleicht oder noch gar nicht direkt durch eine Beleidigung, aber die Äußern vielleicht Meinungen von denen ich mich ganz persönlich angegriffen fühle.

00:27:01: Oder Leute sagen auch einfach völlig falsche Infos sind völlig falsch informiert.

00:27:07: dann werde ich.

00:27:07: natürlich komme ich auch in Rache grad als Journalistin.

00:27:10: passiert es nicht?

00:27:11: Oder passiert das auch?

00:27:13: also?

00:27:15: Ich war jetzt natürlich nicht an allen Tischen immer mit dabei.

00:27:18: Das kann natürlich passieren.

00:27:20: Es gibt allerdings eine Beobachtung, die ich gerne teilen möchte.

00:27:24: Die Menschen, die zum Beispiel in den sozialen Medien wahnsinnig laut sind... ...die unheimlich viele Falschinformationen teilen oder produzieren,... ...die radikal und beleidigend sind.

00:27:37: Diese Menschen kommen nicht freiwillig zu einer Stunde reden.

00:27:41: Weil sie suchen eigentlich Räume auf, indem sie anonym auftreten können sehr gerne.

00:27:47: in denen sie sich hinter falschen Profilen verstecken können und wo sie aber ein maximal großes Publikum erreichen können.

00:27:57: Bei einer Stunde Reden hast du so ein kleines Publikums, Du hast Spielregeln, Spielverderber sind blöd.

00:28:03: Dafür sorgen dann schon die anderen am Tisch, dass du das dann auch merkst.

00:28:06: Wenn du den Spielfluss störst und dich nicht an die Regeln hältst, du darfst natürlich alles sagen was du möchtest.

00:28:13: wenn du allerdings Menschen verachtende Dinge äußerst oder Beleidigungen Dann würde ich die Spieleitung darauf aufmerksam machen, dass das am Tisch also keinen Platz hat.

00:28:24: Das steht auch so in den Spielregeln Und wir waren am Anfang sehr besorgt, dass das passieren würde.

00:28:30: Ich habe ja schon davon erzählt auf dem Festival, da waren wir wirklich sehr besorgt.

00:28:34: Es hat nicht stattgefunden und ich hab auch noch nicht davon gehört, dass es stattgefundene hat.

00:28:40: Also manche sind enttäuscht von einer Stunde reden und zwar besonders Journalisten und Journalisten die sagen dann

00:28:49: Ja

00:28:50: Wir waren uns ja irgendwie alle einig Und dann sag ich immer, ja wart ihr das wirklich?

00:28:55: Nee natürlich also wir hatten schon alle unsere verschiedenen Perspektiven.

00:28:59: Aber die radikalen Waren sind irgendwie alle nicht gekommen.

00:29:02: und dann habe ich gesagt Ja siehst du dass es genau wie in unserer Gesellschaft auch Die allermeisten Menschen bei uns haben irgendwelche normalen Meinungen auf irgendeinem Spektrum und die am Rande des Spektraums sind ganz weit links ganz weit rechts so wie auch immer Das sind wenige Die meisten Menschen, das sind die mit den relativ normalen Perspektiven, die sie auch begründen können.

00:29:31: Weil sie eben aus anderen Augen auf die Welt schauen also geprägt durch eigene Erfahrungen, eigene Herkünfte eigenes Vermögen was auch immer.

00:29:41: und Das ist aber nicht radikal sondern dass es nur perspektivenreich und das macht das Spiel halt auch sehr sehr deutlich.

00:29:52: Dann sagen die, ja aber ich bin jetzt extra hergekommen um mich mal mit Rechtsradikalen zu unterhalten.

00:29:56: Und hier sind sie nicht gekommen oder mit ihr militanten Autofahrern oder so.

00:30:02: und dann sage ich Ja das ist richtig dieses Spiel ist auch eher dazu da die zu stärken die noch Lust darauf haben sich auszutauschen.

00:30:12: Ich finde es halt ganz wichtig dass man wirklich viel macht für die die noch lust haben.

00:30:19: Genau, das ist nämlich interessant.

00:30:20: Weil wir erst vor ganz kurz bei Übermedien so eine Lesermail gekriegt haben, wo jemand noch mal gesagt hat ... Ich krieg's jetzt nicht im Wortlaut zusammen, aber es ging im Prinzip darum, alles was guter Journalismus macht und kann erreicht sowieso nicht eine bestimmte Bubble die irgendwie schon die Lügenpresse sowieso für grundverdächtig hält und raus ist.

00:30:41: Wenn ich dich richtig verstehe dann ... Ist dieses Spiel auch gar nicht dafür da, irgendwelche entfernten Bubbles zu reichen?

00:30:47: Weil ich sage wenn der hessische Rundfunk einlädt spielt mit uns wer kommt.

00:30:52: Also diese Spiele ist schon dazu da Menschen zu erreichen die Journalismus bislang nicht erreicht hat.

00:30:58: also weil was wir schaffen ist ein Raum und da können Perspektiven geäußert werden und viele Menschen in unserer Gesellschaft nehmen Journalismus als relativ perspektiven Arm weiter hin war.

00:31:12: Also selbst bei den Menschen, die keine radikalen Perspektiven haben.

00:31:18: Junge Menschen, Menschen die zugewandert sind beispielsweise auch vielleicht zum Teil sehr alte Menschen.

00:31:26: Menschen aus weniger reichen Milieus so... Die nehmen den Journalismus nicht als perspektivenreich war.

00:31:35: Die nehmen das nicht, dass ihre Lebenswirklichkeit oft angehört wird.

00:31:39: und aus dem hessischen Rundfunk habe ich gehört, dass es tatsächlich auch Leute motiviert hat deshalb zu einer Stunde reden hinzugehen weil sie da mal eine Chance gesehen haben, dass sie angehört werden.

00:31:51: Und ich weiß beim Hessischen Rundenfunk war innerhalb kürzester Zeit haben sich da siebenhundert leute angemeldet

00:31:59: Für dreihundert Plätze?

00:32:00: Ja, genau.

00:32:01: Und klar waren da viele so... Leute dabei, die viel öffentlich-rechtlichen Runde von konsumieren.

00:32:08: Immerhin muss man ja auch irgendwie zumindest auf den Kanal kommen wo es beworben wurde.

00:32:12: allerdings haben die das auch gut gemacht und haben tatsächlich in sozialen Medien auch Werbung geschaltet um halt auch außerhalb ihrer Stammhörerschaft oder Zuschauerschaft Menschen zu erreichen.

00:32:24: also sie haben sich da wirklich groß im Höhe gegeben und haben dann halt auch bei denen die sich angemeldet haben genau geguckt Dass es unterschiedliche Menschen sind, also man hat sich dann halt angemeldet mit Klarnamen und Alter.

00:32:37: Mit Wohnort- und Beruf so dass man eben sagen konnte okay wir schauen jetzt mal wirklich bewusst das wir vielleicht einen Schüler eine Akademikerin jemand der ein Ausbildungsberuf erlernt hat uns weiter an einen Tisch versammeln können damit wirklich die auch eine perspektiven reiche Diskussion miteinander führen können.

00:32:58: Okay, das heißt radikale Meinung oder Leute die eh keine Lust haben auf Debatte und lieber rumstenkern.

00:33:04: Die nicht!

00:33:05: Aber ansonsten schon der Versuch irgendwie ein bisschen zu öffnen wer beteiligt sich?

00:33:11: Ja total also.

00:33:12: ich

00:33:12: denke jetzt an diese Anruf-Sendung morgens im Radio wo neunzig Prozent Männer anrufen.

00:33:18: oft weiß ich aus Erfahrung

00:33:20: Also das kann ich da für das Spiel überhaupt nicht sagen Neunzig prozent Männer also gar nicht ist es wirklich total gemischt gewesen haben wir auch so erlebt.

00:33:29: Klar, man muss sich halt ein bisschen Mühe geben wenn man unterschiedliche Menschen erreichen will.

00:33:33: da muss man auch ein bisschen was dafür tun.

00:33:36: Wir haben zum Beispiel als wir das in Köln und in Bonn getestet haben mit Unterstützung der Sparkasse dann haben wir ganz bewusst die Kanäle beispielsweise genutzt weil jeder hat einen Konto so ungefähr.

00:33:48: oder wir haben Sportvereine angeschrieben oder Schülervertretungen um bewusst rauszugehen aus einer medialen Bubble und zu sagen, dieses Spiel ist wirklich dafür da, dass alle kommen können.

00:34:01: Man braucht keine besonderen Fähigkeiten oder man muss auch kein besonderes Wissen mitbringen, weil es geht ja um die eigene Sicht auf die

00:34:08: Welt.".

00:34:09: Jetzt kommen wir zur Frage – das habe ich schon angeteasert!

00:34:12: Was hat das Ganze mit Journalismus zu tun?

00:34:14: Weil Kooperationspartner bei dem Spiel ist einerseits die Landesmedienanstalt in Nordrhein-Westfalen und die Deutsche Presseagentur.

00:34:21: Also offensichtlich gibt es da ein Interesse auf Medienseite, dass es sowas gibt.

00:34:26: Jetzt gilt zum Beispiel als der hessische Rundfunk, das gemacht hatte, gilt die Regel diese Gespräche werden nicht gefilmt und nicht aufgenommen.

00:34:33: man kann das journalistisch nicht verwerten indem man hinterher irgendwie schönen O-Tönen sein Programm packt.

00:34:37: Das findet statt und dann habe ich eigentlich kein Programm außer vielleicht kein Material zum Senden, außer vielleicht so einen kleinen Beitrag hat stattgefunden.

00:34:46: Was nützt es Journalistinnen da Energie reinzustecken?

00:34:50: Also du hast jetzt aus einer Verwertungslogik heraus argumentiert?

00:34:53: Ja!

00:34:54: Gebe ich zu und ich kann da schon auch was bieten.

00:34:58: also nicht wie du auch recht ausgeführt hast Sinn und Zweck des Spiels zur Verwertung.

00:35:06: aber Der hessische Rundfunk beispielsweise hat ganz interessante Menschen kennengelernt, weil an jedem Tisch saß ja jemand vom HR als Spieleitung.

00:35:15: Und die sind halt hinterher hingegangen und das war auch unsere Empfehlung haben gesagt, Mensch, was du da eben geteilt hast am Tisch – das ist für uns super interessant – können wir vielleicht nochmal ein Interview führen?

00:35:28: Dann haben die Leute noch mal zu Hause besucht und haben also wirklich gesagt, dass war für uns auch journalistisch total bereichernd, denn man muss sagen Auch wir Journalistinnen und Journalisten, wir hören ja gerne das was wir schon kennen und für richtig halten.

00:35:42: Und bei einer Stunde Reden werden wir ja per Zufallsprinzip mit Menschen konfrontiert die wir vorher nicht kannten und damit halt auch ganz neuen Perspektiven.

00:35:52: Wenn man klug ist dann nutzt man das um die eigene Berichterstattung anzureichern durch neue Perspektive.

00:35:58: Dann macht eine Stunde redenden Journalismus einfach viel besser und perspektivenreicher kann man vielleicht auch neue Zielgruppen sich erschließen und neue Menschen erreichen, die vorher bislang einfach immer nur gesagt haben.

00:36:11: Meine Lebensrealität kommt überhaupt nicht vor bei euch.

00:36:14: Das heißt es ist ein bisschen Puls fühlen?

00:36:16: Wo stehen Leute in der Gesellschaft?

00:36:18: Was habe ich

00:36:18: noch nicht mitbekommen?

00:36:20: Also Themen noch viel tiefer durchdringen.

00:36:25: Es gibt doch dieses schöne Zitat der Autorin Anais Nien, die immer gesagt hat wir sehen die Welt nicht wie sie ist.

00:36:32: Wir sehen die welt wie wir sind und du als Journalistin siehst halt die welt auch auf deiner art und weise Und hast möglicherweise gar keine ahnung von deinen blinden flecken.

00:36:43: Und bei einer Stunde Reden wirst du eben mit Menschen konfrontiert, die diese blinden Flecken dir aufzeigen.

00:36:50: und wie gesagt wenn du schlau bist dann greifst so zu und sagst darüber möchte ich gerne noch viel mehr erfahren.

00:36:56: Dann hast du natürlich den Vorteil dass du bereits als ein Mensch in Erscheinung getreten bist der Zuhört.

00:37:03: Das ist ja auch nicht das, wie Journalistinnen und Journalisten meistens wahrgenommen werden.

00:37:08: Von vielen Menschen werden JournalistIngenialisten wahrgenommen als Leute die mal kurz auftauchen, die Löcher in den Bauch fragen... vielleicht sich nicht mehr vorgestellt haben vorher und dann wieder abdüsen.

00:37:20: Und wer weiß, was mit dem machen, was du denen gesagt hast?

00:37:23: Das führt bei vielen Menschen nicht gerade zu einem steigenden Medienvertrauen.

00:37:27: Wir haben zwar in Deutschland noch ein relativ gutes Medienvertrauen von ungefähr die Hälfte der Gesellschaft vertraut uns aber viele Vertrauen uns halt auch nicht mehr.

00:37:36: und dieses Spiel und deswegen wird es halt auch unter anderem von der DPA empfohlen das soll eben auch dazu beitragen Vertrauen wiederherzustellen oder überhaupt jemals herzustellen in die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten, in Medienmarken auch vielleicht.

00:37:52: Die diese Spiele dann bei sich zu Hause ausrichten.

00:37:56: also das ist für uns ein ganz wichtiger Punkt.

00:38:00: dann höre ich immer ja aber das skaliert ja nicht.

00:38:03: da können ja irgendwie nur siebzig oder hundert Leute an einem Abend mitmachen und dann sage ich immer naja also du kannst natürlich im großen stil vertrauen verspielen.

00:38:13: Aber das Vertrauen eines Menschen, das kriegst du nur eins nach dem anderen wieder zurück.

00:38:18: Also das kann man nicht skaliert denken.

00:38:21: und ich glaube gerade in Zeiten wo Menschen unfassbar viel Desinformation ausgesetzt sind, wo auch KI-generierter Content den man nicht über den Weg trauen kann die Netze schwemmt, wo die Leute maximal verunsichert sind wem oder was sie überhaupt noch vertrauen können ist dieses Spiel ein total gutes Angebot, um eben zu zeigen hier sind Journalisten die sind wirklich daran interessiert Informationen von euch zu bekommen Dialog anzuregen nicht Streit zu eskalieren sondern eben zu konstruktiven Gesprächen in der Gesellschaft beizutragen.

00:39:04: Hier sind Leute, die haben ein Interesse daran dass wir uns miteinander unterhalten und deswegen ist Journalismus wertvoll.

00:39:11: Das ist so wichtig, dass wir einfach zeigen warum braucht es denn überhaupt noch Journalismus?

00:39:16: Da ist so viel Information da draußen.

00:39:18: Was ist der Mehrwert?

00:39:20: Es ist ja sozusagen nichts Neues das auch Medienhäuser zum Beispiel großartige Podiumsdiskussionen mit berühmten Leuten organisieren und sogar vielleicht sogar dann auch mit Geld verdienen also indem sie Eintrittsgelder erwirtschaften.

00:39:32: total wichtig heutzutage wo das Abo-Geschäft zu schwierig ist.

00:39:36: Warum muss da immer jemand auf der Bühne sitzen mit dem Chefredakteur?

00:39:41: Die Chefredaktion sich an einen Tisch setzen mit den Leuten, von denen sie das Geld am Ende haben möchte und einfach mal zuhören.

00:39:49: Also das ist eine Weiterentwicklung der Rolle von Journalistinnen und Journalisten die sagen wir mal eher dienstleistungsorientiert ist, zuhörend interessiert an dem was die Leute wirklich beschäftigt und damit aus meiner Sicht zeitgemäß ist.

00:40:06: Du hast es am Anfang schon mal kurz erwähnt, dass die Journalistinnen, die dann da am Tisch saßen, manchmal gar nicht so leicht in die Rolle schlüpfen konnten dazu zuhören und Spieleitung zu übernehmen.

00:40:16: Eigentlich hätte ich jetzt naiverweise gesagt Zuhören ist erstmal Kernkompetenz des Journalismus.

00:40:21: bei jedem Interview muss ich ja wissen was mein Gegenüber mir sagt sonst kann ich's auch lassen.

00:40:26: Und das ist genauso auch irgendwie meinen Job verschiedene Perspektiven nacheinander abzufragen und zusammenzubringen.

00:40:34: Warum ist es dann so schwierig, diese Spieleiten zu machen?

00:40:38: Also ich finde super dass dir das leicht fällt.

00:40:41: Vielen erfällt das Erfahrungsmäß nicht so leicht mir vieles auch nicht so leicht Wirkliches zuhören, ohne auf meinen Fragenzettel zu schauen.

00:40:50: Was wollte ich noch mal als nächstes fragen?

00:40:53: Ohne reinzugehen, wenn nicht vielleicht auch was weiß.

00:40:56: Ohne nochmal nachzuhagen und zu unterbrechen.

00:41:00: drei Minuten können lang sein und danach kommt ja schon gleich der nächste.

00:41:03: also dein Redeanteil bei einer Stunde reden ist verschwindend gering als Spieleitung als Spielleitung genau und stattdessen wird sozusagen von dir gefordert, dass du eben zuhörst und mit den Emotionen am Tisch auf eine gute Art umgehst.

00:41:22: Dass du als Gastgeberin agierst.

00:41:26: Das du es schaffst, dass alle sich in der Runde wohlfühlen auch die Personen deren Ansichten du persönlich so gar nicht teilst.

00:41:37: Und dass du vielleicht noch mal zusammenfasst was gesagt wurde.

00:41:42: Also das ist eine ganz andere Art von Moderation, die manche total genießen.

00:41:48: Und für manche ist es zur Dienstleistung orientiert.

00:41:51: Die haben einfach den Anspruch, dass sie mehr Raum haben.

00:41:56: Das ist im Journalismus ja schon durchaus eher gelernt, dass du selber auch relativ viel Raum hast wenn du moderierst und das wird hier bei dem Spiel schon ziemlich reduziert.

00:42:10: dieser Raum

00:42:11: Ihr liegt damit ein bisschen im Trend.

00:42:14: Diese Möglichkeit, wir brauchen mehr Dialog.

00:42:16: Wir müssen Diskursräume öffnen in Journalismus die passiert ja auch gerade ganz viel auf Sendungsebene.

00:42:24: ich denke jetzt an die Einhundert das war so ein ALD-Format wo hundert Menschen zu einem Thema in einem Raum standen und Argumente sich angehört haben.

00:42:32: also insofern scheint da irgendwie einen Bedürfnis auch dazu sein vom Publikum her.

00:42:37: oder ist es was was eher Journalisten denken dass sie das brauchen?

00:42:41: Nein, also wir sind ja schon von dem konkreten Thema ausgegangen.

00:42:45: Das Menschen das Gefühl haben sie sagen mal besser ihre Meinung nicht mehr weil Sie Angst davor haben dass es zur Streit kommt und Wir wissen auch übrigens gerade von jungen menschen Dass sie finden dass die Arbeit von Journalisten oft zu streiten führen kann Und dass sie auch deshalb im journalistisch recht kritisch teilweise gegenüberstehen.

00:43:06: Ich finde es gut dass ein journalismus da jetzt darauf reagiert wird.

00:43:10: Was wir allerdings machen wollten, war nicht so ein bombastisches Format zur Erfindung wie die Hundert.

00:43:16: Das wahnsinnig viel Geld kostet und dadurch halt auch nicht ganz so oft durchgeführt werden kann – natürlich nur von ARD-Anstalten oder großen Fernsehsendern!

00:43:28: Wir wollten etwas ganz günstiges machen.

00:43:32: für jede Redaktion erschwinglich und war auch für die Teilnehmenden.

00:43:36: Die wollen das halt ganz oft haben, dass wir eine Rückmeldung haben.

00:43:40: Das müsste eigentlich jede Familie unter dem Weihnachtsbaum liegen

00:43:44: haben.

00:43:46: Mir geht es darum, wenn du Chefredakteurin bist von einer kleinen Lokalzeitung, dass du beschließen könntest.

00:43:54: ab sofort sitze ich jeden ersten Mittwoch im Monat in unserer Kneipe vor Ort Und jedes Mal sage ich vorher in der Zeitung oder online, was Bescheid um welches Thema es geht.

00:44:07: Die ersten fünf, die dann kommen um neunzehn Uhr, spielen mit mir eine Stunde Reden und ich höre euch zu!

00:44:12: Also dafür ist es gedacht, dass du völlig ohne finanziellen Einsatz, völlig ohne Eventabteilungen, ohne großes Tammtamm ein Tool hast, das du immer wieder benutzen kannst, um mit Leuten zu reden.

00:44:26: Wir benutzen das sogar hier im Team... Wenn wir hier irgendwas haben, wo wir unterschiedlicher Meinung sind dann sagen wir schon immer so komm lass mal eine Stunde reden und dann holen wir das Spiel raus.

00:44:38: Und dann können halt alle nochmal ganz in Ruhe sagen warum sie die Sache sehen wie Sie die sehen und dann fällt es uns auch leicht dahinter her zu einer Entscheidung zu kommen.

00:44:50: Ich habe angeteasert dass es ein Ende von diesem Spiel gibt auch wenn's keinen Gewinner oder keine Gewinnerin gibt.

00:44:57: am Ende Gibt es noch einen Kartenstapel mit weißen Karten?

00:45:01: Die Dankeskarten heißen die, glaube ich.

00:45:03: Genau.

00:45:04: Danke Karten heiße die sind weiß und da sind so süße kleine Illustrationen drauf, die man auch vom Born Institute kennt.

00:45:10: also so Männchen, die unterschiedliche Dinge tun.

00:45:15: Die Idee ist, dass man die dann noch mal auf den Tisch ausbreitet.

00:45:18: Dann darf man sich eine Karte selber nehmen, also die Karte in der man sich vielleicht wieder erkennt oder auch eine Karten, in der einen Mitspieler oder eine Mitspielerin wiedererkennt?

00:45:32: Anika will du dir mal eine nehmen?

00:45:34: Eine, in denen ich dich wiedererkenne und mich selbst.

00:45:38: Du darfst dir selber

00:45:39: eine nehmen!

00:45:39: Gibt es ein sehr fröhliches Lächeln?

00:45:44: Hier dieses vielleicht?

00:45:45: Ja, guck mal.

00:45:46: Das strahlt mich mit großen Bananenlächeln an und

00:45:50: dann darfst du das umdrehen.

00:45:52: Du hast immer Ideen, bei der Suche nach Lösung weitest du den Blick und guckst was vielleicht anderswo funktioniert.

00:45:57: Das ist sehr wichtig!

00:45:58: Das beschreibt eigentlich meinen Podcast nice und hüttet jetzt hier auf einer Karte.

00:46:03: Sehr gut?

00:46:04: Genau so ist das nämlich auch gedacht dass du dann deine Karte bekommst, dass du nochmal einen Wertschätzenden Abschluss bekommens.

00:46:10: also alle Menschen am Tisch bekommen eine Karte und eine Wertschätzung für das was sie speziell eingebracht haben.

00:46:16: Witzigerweise funktioniert das wirklich total gut dass die Leute sich dann auch wiedererkennen.

00:46:21: Ich nehme jetzt mal eine Karte, diese hier

00:46:25: mit zwei

00:46:25: Männchen und die eine kaut dem anderen ein bisschen das Ohr ab und so sehe ich mich gerade, dass ich auf der

00:46:32: Zuhörende

00:46:34: anteile.

00:46:34: Was steht denn da?

00:46:35: Ich weiß es gar nicht auswendig.

00:46:37: Du hörst gut zu und willst wirklich verstehen, was andere sagen.

00:46:41: Du lässt sich überraschen und denkst auch über deine eigenen Sichtweisen nach.

00:46:44: Da spüren die Menschen, die mit dir

00:46:46: sprechen.".

00:46:46: Das hat

00:46:46: gerade so Horoskop-Vibes!

00:46:48: Ja das ist auch ein bisschen horoskopmäßig gedacht tatsächlich.

00:46:52: also es ist nicht so schwierig dass das funktioniert aber damit ist dann wirklich ein wertschätzender Abschluss für alle Menschen am Tisch gewährleistet und das ist uns total wichtig das einfach nochmal klar wird.

00:47:02: jeder bringt etwas anderes mit und alles ist wertvoll.

00:47:06: Die Ende immer mit einer konstruktiven Frage, diesen Podcast.

00:47:09: Eine Frage mit einer Antwort nicht nur für Journalistinnen oder Leute aus dem Medienbereich sondern für alle.

00:47:14: und in diesem Fall würde ich dich fragen hast du einen Tipp wie wir alle besser damit umgehen können wenn wir in Gespräche rauschen oder Diskussionen führen oder führen müssen mit Menschen die ganz anderer Meinung sind?

00:47:26: Also Tempo rausnehmen und nicht zu denken dass man Menschen in kürzester Zeit von der eigenen Meinung überzeugen kann das gelingt eigentlich nie.

00:47:37: Also vielleicht den eigenen Anspruch an die Diskussion auch total runterschrauben und vielleicht einfach mal sich überlegen, es wäre doch schon toll wenn ich genau verstehe wo hat die Person eigentlich herkommt mit ihrer Sichtweise?

00:47:51: Und eben nicht immer dagegen zu halten sondern weiter zuzuhören und zu sagen verstehe ich richtig dass es dich total sauer macht das was auch immer?

00:48:01: weil dann wird mir erstaunt sein Venusiert manche Menschen Dinge begründen, die man selber für total abseitig gehalten hat und dass man vielleicht dann doch noch mal ins Nachdenken kommt.

00:48:13: Vielleicht fühlt man sich auch einfach nur total bestätigt in der eigenen Sichtweise.

00:48:18: Auch das ist ja ein interessantes Ergebnis.

00:48:20: was wir halt aber einfach nicht schaffen es, dass wir die Leute dazu bringen die Welt sofort mit unseren Augen zu sehen egal wie wir uns auch abstrampeln Und dann kann man ein bisschen ruhiger vielleicht in solche Gespräche reingehen.

00:48:33: Das wird in jedem Fall nicht zur weiteren Polarisierung von Debatten beitragen, wenn wenigstens einer ruhig bleibt!

00:48:39: Ja, hera Anspruch habe ich mit dem Tipp gut.

00:48:43: Danke dir für deine Zeit, Ellen Heinrichs vom Bonn-Institut und dass ich hier vorbeikommen und mit dir spielen durfte.

00:48:49: Hat mir großen Spaß gemacht, danke, dass du da warst.

00:48:52: So richtig gespielt haben Ellen und ich das Spiel ja jetzt eigentlich nicht mehr so reingeschnuppert Aber vielleicht habt ihr hier Lust bekommen, das mal auszuprobieren.

00:49:01: Dann findet ihr alle Infos und auch das Spiel selbst zum Bestellen auf einer eigenen Webseite www.einestundereden.de.

00:49:09: Den Link.

00:49:09: den schreibe ich euch auch nochmal unten in die Show Notes rein.

00:49:13: Ellen's Team bietet unter anderem auch ein Handbuch an für Organisationen, die das Spiel bei sich spielen wollen und auch Schulungen für Spieleiterinnen.

00:49:22: Falls euch dieses Gespräch zwischen Ellen und mir gefallen hat, dann empfiehlt diesen Podcast nice und nötig sehr gerne weiter an alle Freundinnen, Verwandten im Kollegen-Team oder auch einfach an Personen mit denen ihr gerne mal eine Stunde reden würdet.

00:49:38: Und schreibt mir auch gerne was ihr von dem Spiel haltet entweder per Mail an annikaadübermedium.de Oder auch über die Übermedienkanäle in den sozialen Medien zum Beispiel bei Instagram, bei Mastodon oder auch bei Blue Sky.

00:49:52: Wir bei Übermedien sind die, die genauer hinschauen.

00:49:57: Die Folge redaktionell abgenommen hat meine Kollegin Lisa Kreher.

00:50:17: Die Musik kommt von Alexander Graf, Idee Konzept und Vorbereitung für diesen Podcast.

00:50:23: die kommen von mir Annika Schneider.

00:50:25: Ich bin Redakteurin bei Übermedien Und ich habe jetzt auch fast eine Stunde geredet.

00:50:30: Danke fürs zuhören und Tschüss.

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